Late appeal against involuntary placement dismissed

PA160016Tribunal supérieur6 mai 2016Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

A woman challenged her involuntary psychiatric placement in the Canton of Zurich after the ten-day appeal deadline had expired. The Bezirksgericht Zürich had already declined to enter the appeal as untimely. She later sent an unsigned submission to the Obergericht, asking for release. The Obergericht held that the placement could no longer be reviewed because the statutory deadline had passed. Although unsigned submissions are generally curable, the court dispensed with a cure deadline because the appeal was plainly unfounded. It dismissed the appeal and waived court fees and party compensation.

Regeste Omnilex

Art. 439 Abs. 2 ZGB; Art. 130 Abs. 1 and Art. 132 Abs. 1 ZPO; late appeal against involuntary placement and unsigned filing: once the statutory appeal period has expired, the appellate court cannot review the placement on the merits. An unsigned submission is in principle subject to a cure period, but such a period may be omitted where the appeal is manifestly unfounded. The affected person retains the possibility of applying for discharge to the clinic administration under Art. 426 Abs. 4 ZGB in conjunction with Art. 429 Abs. 3 ZGB (consid. 1-2).

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich II. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: PA160016-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. i ur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, Oberrichter Dr. P. Higi und Ersatzrichter lic. i ur. H. Meister sowie Gerichtsschrei- berin lic. i ur. S. Kröger Urteil vom 6. Mai 2016 i n Sachen

A._____, Beschwerdeführerin,

sowie

Psych. Universitätsklinik Zürich, ..., Verfahrensbeteiligte,

betreffend fürsorgerische Unterbringung Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichtes (10. Abteilung) des Bezirksge- richtes Zürich vom 27. April 2016 (FF160093)

Erwägungen:

  1. Die Beschwerdeführerin wurde am 4. April 2016 in das ...psychiatrisches Zentrum ... eingewiesen (vgl. act. 4 = act. 8 S. 2). Am 22. April 2016 wandte sie sich an das Bezirksgericht Dietikon, welches die Eingabe der Beschwerdeführerin an das Obergericht des Kantons Zürich überwies. Am 26. April 2016 leitete die Kammer das Schreiben der Beschwerdeführerin an das Be- zirksgericht Zürich (Vorinstanz) zur Prüfung und Behandlung weiter (act. 1-3). Die Vorinstanz erwog, die Beschwerde sei nach Ablauf der zehntägigen Beschwerde- frist gemäss Art. 439 Abs. 2 ZGB erfolgt und trat mi t Verfügung vom 27. April 2016 auf die Beschwerde ni cht ei n (act. 8; Prozess-Nr. FF160093). 2. Am 2. Mai 2016 reichte die Beschwerdeführerin bei der Kammer erneut ein Schreiben ein, in welchem sie auf das vor Vorinstanz geführte Verfahren Nr. FF160093 Bezug nahm (act. 9). Die Eingabe der Beschwerdeführeri n wurde als Beschwerde gegen die Verfügung der Vorinstanz vom 27. April 2016 entgegen genommen. Eingaben an das Gericht müssen mit einer Originalunterschrift versehen sein (Art. 130 Abs. 1 ZPO). Die Eingabe der Beschwerdeführerin ist nicht unterzeich- net. Der Beschwerdeführerin wäre grundsätzlich Frist anzusetzen, um den Man- gel zu beheben (Art. 132 Abs. 1 ZPO). Da sich die Beschwerde sogleich als un- begründet erweist, kann darauf jedoch verzichtet werden. In i hrer Beschwerdeschri ft nimmt die Beschwerdeführerin auf das erwähnte Frist- versäumni s ni cht näher Bezug, sondern macht primär Ausführunge n zu i hrer per- sönli chen Si tuati on und bri ngt zum Ausdruck, dass sie eine Aufhebung der fürsor- geri schen Unterbri ngung wünscht. Weil die Frist zur Beschwerde gegen die An- ordnung der Unterbringung tatsächlich abgelaufen ist (vgl. zum Datum der Ein- wei sung auch act. 9 S. 2), kann die Kammer die fürsorgerische Unterbringung der Beschwerdeführerin inhaltlich nicht überprüfen. Die Beschwerde ist deshalb ab- zuwei sen. D er Beschwerdeführerin ist es hingegen unbenommen, ein Entlas- sungsgesuch an die Klinikleitung zu richten (Art. 426 Abs. 4 ZGB i.V.m. Art. 429 Abs. 3 ZGB).

  2. Umständehalber ist auf die Erhebung von Kosten für das zwei ti nstanzli che Beschwerdeverfahren zu verzi chten. Es wird erkannt: 1. Die Beschwerde gegen die Verfügung des Einzelgerichts des Bezirksge- richts Zürich vom 27. April 2016 (FF160093) wird abgewiesen. 2. Für das zweitinstanzliche Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erho- ben, und es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 3. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, die Beiständin sowie an das Bezirks- gericht Züri ch, je gegen Empfangsschein. Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an die Vorinstanz zurück. 4. Ei ne Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist i nnert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde ri chten si ch nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich II. Zi vi lk a mme r

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. S. Kröger versandt am: 6. Mai 2016

Mots-clés

involuntary placementappeal deadlinenon-entrysignature defectcost waiver

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal against the placement decision was filed within the statutory time limit.

Solution extraite

The time limit had expired, so the court could not review the placement on the merits.

Motifs extraits

The lower court had already held the appeal untimely under Art. 439(2) ZGB; the appellate court confirmed that the deadline had in fact elapsed.

Question juridique clé

Whether the lack of an original signature required setting a cure deadline.

Solution extraite

A cure deadline would ordinarily be appropriate, but it was unnecessary because the appeal was manifestly unfounded.

Motifs extraits

Under Art. 130(1) and Art. 132(1) ZPO, unsigned submissions can in principle be cured; however, the court may dispense with cure if the appeal immediately fails on the merits.

Question juridique clé

Whether court costs and party compensation should be charged in the second-instance proceedings.

Solution extraite

No costs and no party compensation were imposed due to the circumstances.

Motifs extraits

The court waived fees ex officio in view of the case circumstances.

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