Appeal dismissed in definitive debt enforcement opening

RT110114Tribunal supérieur18 août 2011Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Zurich High Court dismissed the debtor's appeal against the Pfäffikon District Court's definitive legal opening order. The debtor argued that the debt should not be enforced because of his financial hardship and alleged entitlement to legal aid in divorce proceedings and asked for suspension. The court held that such arguments do not affect the existence of an enforceable title and that payment capacity is only relevant at the attachment stage. The lower-court decision was confirmed, the appeal fee was set at CHF 300, and no party compensation was granted to the creditor.

Regeste Omnilex

Art. 320 ZPO, Art. 404 f. ZPO; definitive legal opening and scope of appellate review. In appeal against a decision granting definitive legal opening, the appellate court reviews only erroneous application of law and manifestly incorrect fact-finding; absent specific, reasoned objections, the appeal fails. The enforcement judge does not examine the substantive validity of the claim but only whether an enforceable title exists. Alleged indigence, absence of attachable assets, or legal aid granted in another proceeding do not affect a final judgment as a legal opening title; the debtor's ability to pay is relevant, if at all, only in attachment execution under SchKG. Where the appeal is unsuccessful, costs follow the outcome; party compensation may be denied if no relevant procedural effort was incurred (consid. 2-4).

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: RT110114-O/U

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. R. Klopfer, Vorsitzender, Dr. G. Pfister und Oberrichterin Dr. D. Scherrer sowie Gerichtsschreiber lic. iur. F. Rieke. Urteil vom 18. August 2011

in Sachen

A.______, Beklagter und Beschwerdeführer

gegen

Kanton Zürich, Kläger und Beschwerdegegner vertreten durch Obergericht Zentrales Inkasso

betreffend Rechtsöffnung

Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfah- ren am Bezirksgericht Pfäffikon vom 14. Juli 2011 (EB110097)

Erwägungen: 1. a) Mit Urteil vom 14. Juli 2011 erteilte die Vorinstanz dem Kläger in der Betreibung Nr. ..... des Betreibungsamts B.______ (Zahlungsbefehl vom 16. Februar 2011) definitive Rechtsöffnung für Fr. 4'459.65 und für die Be- treibungskosten sowie für Kosten und Entschädigung gemäss jenem Entscheid (Urk. 14). b) Hiergegen hat der Beklagte am 7. August 2011, zur Post gegeben am 8. August 2011, fristgerecht (vgl. Urk. 12/1) Beschwerde erhoben und stellt die Beschwerdeanträge (Urk. 13): "1. Der Rechtsvorschlag bleibt bestehen 2. Kosten des Verfahrens zu Lasten der Beschwerdegegnerin 3. Parteientschädigung minimum 50 Fr zu Gunsten des Beschwerdeführers 4. Die Forderung ist zu sistieren" 2. a) Für das erst- und das zweitinstanzliche Verfahren kommt die am 1. Januar 2011 in Kraft getretene eidgenössische Zivilprozessordnung zur An- wendung (Art. 404 f. ZPO). Da sich die Beschwerde sogleich als offensichtlich unbegründet erweist, kann auf die Einholung einer Beschwerdeantwort der Ge- genpartei verzichtet werden (Art. 322 Abs. 1 ZPO). b) Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und offen- sichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). Im Beschwerdeverfahren gilt das Rügeprinzip (Sutter-Somm/Hasen- böhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessord- nung, N 15 zu Art. 321 ZPO), d.h. die Beschwerde führende Partei hat im Einzel- nen darzulegen, an welchen Mängeln (unrichtige Rechtsanwendung, offensicht- lich unrichtige Feststellung des Sachverhalts) der angefochtene Entscheid ihrer Ansicht nach leidet. Was nicht gerügt wird, hat Bestand. Werden keine oder un- genügende Rügen erhoben, stellt dies nicht einen behebbaren Mangel dar (vgl. Art. 132 ZPO), d.h. ist nicht eine Nachfrist zur ergänzenden Begründung anzuset- zen, sondern ist die Beschwerde abzuweisen. 3. a) Die Vorinstanz erwog, der Kläger stütze seine Forderung auf ins- gesamt 19 rechtskräftige Entscheide der Bezirksgerichte Bülach, Hinwil und Päf-

fikon, des Obergerichts Zürich sowie der Staatsanwaltschaft See/Oberland, wel- che alle mit einer Rechtskraftbescheinigung versehen seien; somit sei die geltend gemachte Forderung ausgewiesen (Urk. 14 S. 2-5). b) Der Beklagte macht mit seiner Beschwerde einzig geltend, er hätte diese Kosten nicht zu tragen, da ihm aufgrund seiner finanziellen Situation wie im Scheidungsverfahren UP [wohl: unentgeltliche Prozessführung] zustehe; die For- derung sei deshalb zu sistieren. Er sei am 21. April 2011 ausgesteuert worden und beziehe Sozialhilfe; er habe keine pfändbaren Aktiven und Vermögen. c) Der Beklagte setzt sich damit mit den zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen in keiner Weise auseinander. Er ist darauf hinzuweisen, dass im Rechtsöffnungsverfahren nicht geprüft werden kann, ob eine Forderung zu Recht besteht oder nicht, sondern einzig zu prüfen ist, ob für die geltend gemachte For- derung ein Rechtsöffnungstitel vorliegt (hier eine Vielzahl rechtskräftiger Urteile: vgl. die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz, Urk. 14 S. 2 f. Erwägung II.2-4). Eine allenfalls im Scheidungsverfahren gewährte unentgeltliche Rechtspflege bleibt ohne Auswirkung auf diese Entscheide. Ob und inwieweit ein Schuldner ei- ne fällige Schuld bezahlen kann, kann ebenso nicht im Rechtsöffnungsverfahren geprüft werden, sondern wird erst im Rahmen des Pfändungsvollzugs zu berück- sichtigen sein (Art. 92 und 93 SchKG). d) Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen und der ange- fochtene Entscheid zu bestätigen. 4. a) Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens sind in Anwen- dung von Art. 48 i.V.m. Art. 61 Abs. 1 GebV SchKG auf Fr. 300.– festzulegen und ausgangsgemäss dem Beklagten aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). b) Der Beklagte hat kein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt (Urk. 13). Ein solches wäre ohnehin zufolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde (vgl. vorstehende Erwägungen) abzuweisen gewesen (Art. 117 lit. b ZPO). c) Dem Kläger ist mangels relevanter Umtriebe im Beschwerdeverfahren keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 95 Abs. 3 ZPO).

Es wird erkannt: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 300.-- festgesetzt. 3. Die Kosten für das Beschwerdeverfahren werden dem Beklagten auferlegt. 4. Dem Kläger wird für das Beschwerdeverfahren keine Parteientschädigung zugesprochen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Kläger unter Beilage eines Doppels von Urk. 13, sowie an das Bezirksgericht Pfäffikon, je gegen Emp- fangsschein. Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an die Vorinstanz zurück. 6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermö- gensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 4'459.65. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gel- ten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 18. August 2011

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. F. Rieke

versandt am: js

Mots-clés

debt enforcementdefinitive legal openingappeal reviewenforceable titleindigencecost allocationparty compensation

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the debtor's complaint against the definitive legal opening should be upheld

Solution extraite

No. The complaint did not address the first-instance reasoning and raised no reviewable error in the existence of an enforceable title.

Motifs extraits

In appeal proceedings only incorrect application of law or manifestly incorrect fact-finding can be reviewed, and the appellant failed to challenge the decisive finding that the claim was based on multiple final judgments. The enforcement court does not examine whether the underlying claim is substantively due.

Question juridique clé

Whether the debtor's alleged lack of means and previous unentgeltliche Rechtspflege could prevent legal opening or justify suspension

Solution extraite

No. Financial inability and any family-court legal aid have no bearing on the existence of a legal opening title; ability to pay is relevant only in attachment enforcement.

Motifs extraits

Unentgeltliche Rechtspflege in another proceeding does not affect final judgments used as enforcement titles. The debtor's payment capacity cannot be examined at the legal opening stage; it is addressed only during attachment execution under the debt enforcement act.

Question juridique clé

Costs and party compensation in the appeal proceedings

Solution extraite

The appeal fees were set at CHF 300 and charged to the debtor; no party compensation was awarded to the creditor because no relevant effort was incurred.

Motifs extraits

Costs follow the outcome of the case, while party compensation requires relevant procedural effort.

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