Complaint struck off and fee waiver request transferred

RT150098Tribunal supérieur3 juin 2015Modified

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Zurich High Court dealt with a filing challenging a district court order refusing legal enforcement in the amount of CHF 5,000. Although filed in time and labeled as an objection, the court found that its substance was a request to waive the first-instance court fees. It therefore did not continue the appeal proceedings but transferred the filing to the Obergericht’s Administrative Commission. The court waived appellate court costs and denied party compensation.

Regeste Omnilex

Art. 95 Abs. 3, Art. 106 Abs. 1 ZPO; § 18 lit. q Organisation Obergericht; a submission is to be qualified according to its content, not its title. If a timely filing designated as an appeal in substance seeks only remission of court costs, it is to be forwarded to the competent administrative body for treatment as a fee-waiver request; the appellate proceedings are then struck off. In such circumstances, no appellate court costs are charged and no party compensation is awarded (consid. 2–3).

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: RT150098-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichterin Dr. M. Schaffitz und Oberrichterin Dr. D. Scherrer sowie Gerichts- schreiber lic. i ur. F. Rieke Beschluss vom 3. Juni 2015

i n Sachen

A._____, Gesuchsteller und Beschwerdeführer

gegen

B._____, Gesuchsgegnerin und Beschwerdegegnerin

betreffend Rechtsöffnung

Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfah- ren am Bezirksgericht Winterthur vom 7. Mai 2015 (EB150135-K)

Erwägungen: 1. a) Mit Urteil vom 7. Mai 2015 wies das Bezirksgericht Winterthur (Vorinstanz) das Rechtsöffnungsbegehren des Gesuchstellers für Fr. 5'000.-- nebst Zins in der Betreibung Nr. ... des Betreibungsamts Zell-Turbenthal (Zah- lungsbefehl vom 4. März 2015) ab; die Kosten wurden dem Gesuchsteller aufer- legt, und der Gesuchsgegnerin wurde keine Parteientschädigung zugesprochen (Urk. 9 = Urk. 16). b) Am 26. Mai 2015 hat der Gesuchsteller der Vori nstanz ei n mi t "Ein- sprache gegen Urteil vom 7. Mai 2015" betiteltes Schreiben gesandt (Urk. 11 = Urk. 15). Die Vorinstanz hat diese Eingabe "zuständigkeitshalber" mit den Akten an die für die Behandlung von Beschwerden zuständige I. Zivilkammer des Ober- gerichts gesandt (Urk. 13 = Urk. 14). 2. a) Der Gesuchsteller hat seine Eingabe am letzten Tag der Be- schwerdefrist (vgl. Urk. 10) bei der Vorinstanz eingereicht (Urk. 11). Dies wäre als für eine Beschwerde fristwahrend anzusehen (BGE 140 III 636). b) Der Gesuchsteller hat seine Eingabe, wie erwähnt, als "Einsprache" bezeichnet und die Vorinstanz hat diese Eingabe der Kammer überwiesen. Daher wurde das vorliegende Beschwerdeverfahren angelegt. Inhaltli ch präsenti ert si ch die Eingabe des Gesuchstellers jedoch eher als Gesuch um Erlass der Gerichts- kosten des vorinstanzlichen Verfahrens denn als Beschwerde gegen die Kosten- auflage (vgl. Urk. 15). Die Eingabe des Gesuchstellers ist demgemäss an die Verwaltungskommission des Obergerichts weiterzuleiten (§ 18 lit. q der Verord- nung über die Organisation des Obergerichts). c) Das Beschwerdeverfahren ist dementsprechend abzuschreiben. d) Bloss ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass dem Gesuchsteller dar- aus kein Nachteil entsteht, denn als Beschwerde wäre seine Eingabe abzuweisen gewesen: Die Vorinstanz hatte die Gerichtskosten dem Gesuchsteller auferlegt, weil dieser im vorinstanzlichen Verfahren unterlegen war (Urk. 16 S. 5). Dies ent-

spricht den gesetzlichen Vorgaben (Art. 106 Abs. 1 ZPO) und wird denn auch vom Gesuchsteller gar nicht beanstandet (Urk. 15). 3. a) Umständehalber ist auf die Erhebung von Gerichtskosten für das Beschwerdeverfahren zu verzichten. b) Für das Beschwerdeverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzu- sprechen (Art. 95 Abs. 3, Art. 106 Abs. 1 ZPO). Es wird beschlossen: 1. Das Beschwerdeverfahren wird abgeschrieben. 2. Die Eingabe des Gesuchstellers vom 24. Mai 2015 (Postaufgabe 26. Mai 2015) wird der Verwaltungskommission des Obergerichts zur Behandlung als Gesuch um Erlass der Gerichtskosten überwiesen. 3. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Gerichtskosten erhoben. 4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge- sprochen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Verwaltungskommission unter Beilage der Akten sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein. 6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde ri chten si ch nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermö- gensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 250.--.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Züri ch, 3. Juni 2015

Obergericht des Kantons Züri ch I. Zivilkammer

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. F. Rieke

versandt am: js

Mots-clés

legal enforcementappeal admissibilityfee waivercostsprocedural classificationstruck off

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the filing should be treated as an appeal or as a request for waiver of court fees

Solution extraite

The filing was substantively a request for waiver of the first-instance court costs and had to be forwarded to the Obergericht’s administrative commission.

Motifs extraits

Although timely lodged and labeled as an objection/appeal, its content showed that the applicant sought fee relief rather than review of the cost order.

Question juridique clé

Whether the appeal proceedings should continue

Solution extraite

The appeal proceedings were discontinued and struck off.

Motifs extraits

Because the submission was to be treated as a fee-waiver request, there was no proper appeal to decide.

Question juridique clé

Whether court costs and party compensation were to be charged for the appeal proceedings

Solution extraite

No court costs were levied and no party compensation was awarded.

Motifs extraits

The circumstances justified waiving appellate court costs and denying compensation.

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