Non-entry on appeal against DNA profile order

UH110361Tribunal supérieur27 janv. 2012Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

A._____ appealed against a prosecution order concerning a DNA profile after a buccal swab had been taken. The Zurich High Court held that the email announcing an appeal had no legal effect, since electronic filing is valid only through an approved secure platform, and the appellant failed to prove that a written appeal had been handed to the post within the 10-day time limit. The court therefore did not enter into the appeal. Exceptionally, it waived court costs.

Regeste Omnilex

Art. 396 Abs. 1, Art. 110 Abs. 1 and 2, Art. 91 StPO; requirements for valid filing of a criminal appeal and consequences of missing proof of timely postal submission. A written appeal must be dated and signed; electronic filing is effective only via an approved secure transmission platform. An email sent to a general court address has no legal effect. The appeal is deemed timely only if the written submission reaches the authority or is handed to the Swiss Post within the time limit. If the appellant, after being invited to cure defects, still fails to substantiate timely filing, non-entry is justified (consid. II).

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich III. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: UH110361-O/U/bee

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. K. Balmer, Präsident, lic. iur. W. Meyer und Ersatzoberrichter lic. iur. A. Schärer sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Nierhoff Dewitz

Beschluss vom 27. Januar 2012

in Sachen

A._____, Beschwerdeführer

gegen

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Beschwerdegegnerin

betreffend DNA-Profil

Beschwerde gegen die Abnahme einer DNA-Probe und die Anordnung der Erstellung eines DNA-Profils am 1. Dezember 2011 im Strafverfahren der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland, D-4/2011/7606

Erwägungen: I. Mit E-Maileingabe an die allgemeine Info-Adresse des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 9. Dezember 2011 kündigte A._____ (nachfolgend: Be- schwerdeführer) eine Beschwerde bzw. "Einsprache" an, welche er am folgenden Tag mit der Post senden werde (Urk. 2). Diese ging nie ein. Mit Verfügung vom 5. Januar 2012 wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, innert einer Frist von 5 Tagen die schriftliche Eingabe der hiesigen Kammer nochmals zukommen zu lassen und gleichzeitig zu belegen, dass er diese innert der Beschwerdeschrift der Schweizerischen Post übergeben habe (Urk. 7). Der Beschwerdeführer liess sich mit Eingabe vom 10. Januar 2012 innert Frist vernehmen (Urk. 8 und 9). II. Die Beschwerde ist schriftlich einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO), sie ist zu datieren und eigenhändig zu unterzeichnen (Art. 110 Abs. 1 StPO; BSK StPO - Hafner/Fischer, Art. 110 N 9) bzw. im Falle einer elektronischen Zustellung mit ei- ner anerkannten elektronischen Signatur zu versehen (Art 110 Abs. 2 StPO). Schriftliche Eingaben müssen sodann spätestens am letzten Tag der Frist an die Bestimmungsstelle gelangt oder für diese der Schweizerischen Post übergeben worden sein (Art. 91 StPO). Fristen, die durch eine Mitteilung oder den Eintritt ei- nes Ereignisses ausgelöst werden, beginnen am folgenden Tag zu laufen (Art. 90 Abs. 1 StPO). Fällt der letzte Tag der Frist auf einen Samstag oder Sonntag oder einen am Ort der zuständigen Strafbehörde anerkannten Feiertag, so endet sie am nächsten Werktag (Art. 90 Abs. 2 StPO). Der Beschwerdeführer macht geltend, ihm sei am 1. Dezember 2011 ein Wangenschleimhautabstrich entnommen worden (Urk. 2 und 9). Die 10-tägige Beschwerdefrist (Art. 396 Ab. 1 StPO) endete damit am Montag, 12. Dezember 2011.

Am Freitag, 9. Dezember 2011, 23:17 Uhr, hat A._____ - ausgehend von ei- ner auf einen anderen Namen lautenden E-Mailadresse - eine Beschwerde bzw. eine "Einsprache" angekündigt, da ihm am 1. Dezember 2011 für die Erstellung eines DNA-Profils ein Wangenschleimhautabstrich entnommen worden sei. Die schriftliche Einsprache werde er "morgen" zusätzlich mit der Post senden (Urk. 2 und 3). Diese angekündigte schriftliche Beschwerde bzw. "Einsprache" hat das Ge- richt nie erreicht. Bereits mit Verfügung vom 5. Januar 2012 wurde ausgeführt, dass das E-Mail selber keine Rechtswirkung entfalten konnte, da eine elektroni- sche Zustellung an ein Gericht nur über eine anerkannte Plattform für sichere Zu- stellungen gültig vorgenommen werden kann (Art. 110 Abs. 2 der Strafprozess- ordnung; vgl.: http://www.ejpd.admin.ch/content/ejpd/de/home/dokumentation- /mi/2010/2010-06-182.html), und dass aufgrund der Ankündigung des Beschwer- deführers vom 9. Dezember 2011, er werde eine schriftliche Eingabe "morgen" - also innert der Beschwerdefrist - der Post übergeben, darauf verzichtet werden konnte, ihn auf diese Einschränkungen aufmerksam zu machen (vgl. Urk. 7). In- nert der mit Verfügung vom 5. Januar 2012 angesetzten Frist, die schriftliche Ein- gabe nochmals zukommen zu lassen und gleichzeitig zu belegen, dass er diese innert der Beschwerdefrist der Schweizerischen Post übergeben habe, hat sich der Beschwerdeführer denn auch vernehmen lassen (Urk. 8 und 9). In seiner Ein- gabe vom 10. Januar 2012 setzt er sich aber mit keinem Wort mit der Rechtzeitig- keit der Beschwerde auseinander - er legt im Wesentlichen dar, das Erstellen ei- nes DNA-Profils sei vorliegend unverhältnismässig - und legt auch keine Belege für eine rechtzeitige Postaufgabe der Beschwerde bei (vgl. Urk. 9). Damit ist an- drohungsgemäss auf die Beschwerde nicht einzutreten. III. Ausnahmsweise kann von einer Kostenauflage abgesehen werden.

Es wird beschlossen: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Es werden keine Kosten erhoben. 3. Schriftliche Mitteilung an: − den Beschwerdeführer (per Gerichtsurkunde) − die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, D-4/2011/7606 (gegen Empfangsschein) 4. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes.

Zürich, 27. Januar 2012

Obergericht des Kantons Zürich III. Strafkammer

Präsident:

lic. iur. K. Balmer Gerichtschreiberin:

lic. iur. A. Nierhoff Dewitz

Mots-clés

DNA profileappeal deadlineelectronic filingpostal submissionnon-entrycriminal procedurecourt costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal against the DNA-profile order was filed in a valid and timely manner.

Solution extraite

The appeal was not entered into because the electronic message had no legal effect and no proof of timely postal filing was provided.

Motifs extraits

An appeal must be filed in writing, dated, and signed; electronic filing is valid only via an approved secure platform. The appellant did not show that the written appeal was handed over to the post within the appeal period.

Question juridique clé

Whether court costs should be imposed despite the non-entry decision.

Solution extraite

No costs were charged exceptionally.

Motifs extraits

The court exercised discretion to waive costs in this case.

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