Non-admission complaint inadmissible because value below EUR 20,000

BGH V ZR 247/10Bgh / Ve chambre civile10 nov. 2011Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The defendants challenged the Higher Regional Court of Munich’s refusal to admit revision against a judgment requiring them to consent to a revised declaration of partition in exchange for EUR 5,000. The Federal Court of Justice held the complaint inadmissible because the value of the appellants’ interest in reversing the judgment did not exceed EUR 20,000. The defendants failed to show that the economic disadvantage from the ordered declaration of intent surpassed the statutory threshold. The court ordered the defendants to pay the costs of the complaint proceedings and fixed the value in dispute at EUR 6,000.

Regeste Omnilex

§ 26 Nr. 8 EGZPO; admissibility of a complaint against denial of leave to appeal on points of law; the value of the appellant’s interest is determined by the economic interest in avoiding the consequences of the challenged judgment and is to be assessed under § 3 ZPO. In the case of a judgment ordering the making of a declaration of intent, the decisive factor is the detriment caused by the legal effects of the declaration as ordered. The mere assertion that a different allocation of rights is preferable does not suffice; the appellant must substantiate that the appealable interest exceeds the statutory threshold. If this is not shown, the complaint is inadmissible (consid. 2-5).

Texte intégral

BGH — V ZR 247/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2011-11-10

Aktenzeichen: V ZR 247/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 3 ZPO, § 26 Nr 8 ZPOEG

Vorinstanz: vorgehend OLG München, 3. November 2010, Az: 3 U 4040/00vorgehend BGH, 5. Dezember 2003, Az: V ZR 447/01, Urteilvorgehend OLG München, 5. September 2001, Az: 3 U 4040/00vorgehend LG München I, 12. April 2000, Az: 29 O 7116/99

Spruchkörper: 5. Zivilsenat

Titelzeile

Beschwer des Rechtsmittelführers: Verurteilung zur Abgabe einer Willenserklärung

Tenor

Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 3. Zivilsenats des Oberlandesgerichts München vom 3. November 2010 wird auf Kosten der Beklagten als unzulässig verworfen.

Der Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens beträgt 6.000 €.

Gründe

I.

1 Die Beklagten wenden sich gegen die Nichtzulassung der Revision in einem Urteil, durch das sie verurteilt worden sind, einer veränderten Teilungserklärung (§ 8 WEG) Zug um Zug gegen Zahlung von 5.000 € zuzustimmen.

II.

2 Die Beschwerde ist gemäß § 26 Nr. 8 EGZPO unzulässig, weil der Wert der mit der Revision geltend zu machenden Beschwer 20.000 € nicht übersteigt.

3 Der Wert der Beschwer eines Rechtsmittelführers bestimmt sich nach dessen Interesse an der Abänderung des angefochtenen Urteils; dieses ist unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu bewerten (Senat, Beschluss vom 10. April 2008 - V ZR 154/07, juris mwN in Rn. 5). Bei der Verurteilung, eine Willenserklärung abzugeben, ist das wirtschaftliche Interesse an dem Nichteintritt der mit der Erklärung verbundenen Folgen maßgeblich und nach § 3 zu schätzen (vgl. Zöller/Herget, ZPO, 28. Aufl., § 3 Rn. 16 "Willenserklärung"). Dass dieses hier 20.000 € übersteigt, lässt sich nicht feststellen.

4 Die Beklagten haben nicht dargelegt, ob und inwieweit der Verkehrswert ihres Wohnungseigentums durch die Neufassung der Teilungserklärung verändert wird. Hierzu wäre ein Vergleich des Werts auf der Basis der Teilungserklärung aus dem Jahr 1991 (Sondernutzungsfläche von 435 qm nebst einer Gemeinschaftsfläche von 545 qm) mit dem Wert erforderlich, den ihr Wohnungseigentum auf der Grundlage der Teilungserklärung von 1998 hat (Sondernutzungsfläche von 564 qm ohne zusätzlich nutzbare Gemeinschaftsfläche). Entsprechende Wertansätze enthält das vorgelegte Gutachten nicht.

5 Auf das von den Beklagten in den Vordergrund gestellte Verhältnis ihrer Miteigentumsanteile zu der ihnen durch die Teilungserklärung zugewiesenen Sondernutzungsfläche bzw. auf die hieraus errechnete Differenz von 123,61 qm kommt es nicht an. Denn für die Bemessung der Beschwer ist nicht maßgeblich, welche Aufteilung der Sondernutzungsfläche die Beklagten für geboten erachten. Entscheidend ist, inwieweit der bisherige Zustand durch die angefochtene Verurteilung nachteilig verändert worden ist. Einen solchen Nachteil stellt der Verlust des Rechts dar, die frühere Gemeinschaftsfläche (neben den anderen Miteigentümern) zu nutzen. Ausweislich des Gutachtens steht dem allerdings eine um 129 qm vergrößerte Sondernutzungsfläche der Beklagten gegenüber. Bei einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise ist ohne weiteres vorstellbar, dass dieser Zugewinn an Sondernutzungsfläche den Verlust der Möglichkeit aufwiegt, die frühere Gemeinschaftsfläche (mit) zu nutzen.

III.

6 Die Kostenentscheidung folgt aus § 97 Abs. 1 ZPO. Bei der Festsetzung des Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens (§ 47 Abs. 1 Satz 1 GKG) hat der Senat den Wert des Ausgleichsanspruchs eingerechnet, welcher mit der Widerklage für den Fall weiterverfolgt werden sollte, dass die entsprechende Verpflichtung der Kläger aus der Zug-um-Zug-Verurteilung bei einer Aufhebung der Verurteilung der Beklagten entfallen wäre.

Krüger Stresemann Roth

Brückner Weinland

Mots-clés

admissibilityvalue in disputedeclaration of intentpartition declarationcost allocation

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the complaint against denial of leave to appeal on points of law is admissible under the EUR 20,000 threshold.

Solution extraite

The complaint was inadmissible because the value of the appealable interest did not exceed EUR 20,000.

Motifs extraits

For a party ordered to make a declaration of intent, the relevant amount is the economic interest in avoiding the legal consequences of that declaration, assessed under Section 3 ZPO. The defendants did not substantiate that their interest exceeded EUR 20,000; the valuation materials did not permit such a finding.

Question juridique clé

How costs of the inadmissible complaint are to be allocated.

Solution extraite

The defendants had to bear the costs of the complaint proceedings.

Motifs extraits

As the complaint was unsuccessful, costs followed the usual losing-party rule.

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