Sentencing for aiding illegal import of narcotics in non-negligible quantity

BGH 2 StR 224/12Bgh / IIe chambre pénale30 janv. 2013Partially Granted

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Court partly upheld the defendant's revision. It confirmed the conviction for aiding illegal import of a non-negligible quantity of heroin and aiding trafficking, but annulled the sentence. The trial court had not sufficiently examined whether the mitigating effect of aiding and abetting under § 27 StGB, alone or together with other mitigating factors, justified a reduced sentencing range under § 30(2) BtMG. The prison term was also inadequately reasoned in light of the defendant's marginal role. The case was remitted to another chamber of the Landgericht for resentencing and a new costs decision.

Regeste Omnilex

§ 27 StGB, § 30 Abs. 2 BtMG, § 46 Abs. 2 StGB; sentencing of an aider and abettor in narcotics import cases: the vertyped mitigation ground of aiding and abetting must be examined separately and with care when deciding whether a mitigated penalty range applies. A brief, collective rejection of a lesser case is insufficient if the reasons for mitigation indicate a markedly subordinate participation. Even if the ordinary range is applied, the concrete term of imprisonment must be specifically justified in light of the defendant's role and the overall mitigating circumstances; a sentence near the middle of the range requires an intelligible explanation, especially where the factual findings describe the participation as lying at the lower end of conceivable aiding conduct (consid. 2).

Texte intégral

BGH — 2 StR 224/12, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-01-30

Aktenzeichen: 2 StR 224/12

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 27 StGB, § 46 Abs 2 StGB, § 30 Abs 2 BtMG

Vorinstanz: vorgehend LG Frankfurt, 23. Dezember 2011, Az: 5/17 KLs - 5120 Js 220131/11 (43/11)

Spruchkörper: 2. Strafsenat

Titelzeile

Strafzumessung bei Beihilfe zur unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge

Tenor

Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main vom 23. Dezember 2011 im Strafausspruch mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben.

Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

Die weitergehende Revision wird als unbegründet verworfen.

Gründe

1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Beihilfe zur unerlaubten Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge (2.445 kg Heroingemisch) in Tateinheit mit Beihilfe zum unerlaubten Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt und eine Einziehungsanordnung getroffen. Die Revision des Angeklagten ist unbegründet im Sinne von § 349 Abs. 2 StPO, soweit sie sich gegen den Schuldspruch wendet. Dagegen hält der Strafausspruch der rechtlichen Prüfung nicht stand.

2 1. Die Erwägungen des Landgerichts zur Anwendung des geminderten Strafrahmens des § 30 Abs. 2 BtMG beschränken sich auf einen Satz (UA 19), der sich neben dem Angeklagten M. auch auf den Mitangeklagten D. bezieht; dieser ist wegen (täterschaftlicher) Einfuhr von Betäubungsmittel in nicht geringer Menge in Tateinheit mit Beihilfe zum Handeltreiben damit zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt worden.

3 Es ist nicht erkennbar, dass das Landgericht bei seinem Hinweis, ein minderschwerer Fall scheide für beide Angeklagte wegen der erheblichen Heroinmenge aus, bedacht hat, dass bei dem Angeklagten M. der vertypte Strafmilderungsgrund des § 27 StGB vorlag und daher zu prüfen war, ob dieser Umstand, allein oder zusammen mit anderen Strafmilderungsgründen, die Anwendung des Ausnahmestrafrahmens rechtfertigte.

4 Im Rahmen der konkreten Strafzumessung ist zugunsten des Angeklagten ausgeführt, er sei geständig gewesen und nicht vorbestraft, die Handlungen des Angeklagten seien polizeilich überwacht, das Rauschgift sichergestellt worden. Als bloßer Beifahrer des Haupttäters C. , der in einem Begleitfahrzeug den einführenden Mitangeklagten D. absicherte, habe der Angeklagte den Haupttäter psychisch bestärkt. Er habe lediglich die Reduktion seiner Schulden bei C. erhofft. Das Gewicht seiner Handlungen sei "am unteren Rand der denkbaren Beihilfehandlungen" einzuordnen.

5 Als gegen den Angeklagten sprechender Umstand ist lediglich darauf hingewiesen, es sei eine erhebliche Menge Heroin eingeführt worden, auf die es dem Angeklagten zwar nicht angekommen sei, die er aber in Kauf genommen habe.

6 Umfang und Gewicht dieser allgemeinen Milderungsgründe mussten es nahe legen, die Anwendung des Strafrahmens eines minderschweren Falles für den Angeklagten M. gesondert und sorgfältig zu prüfen.

7 2. Selbst wenn das Landgericht im Ergebnis rechtsfehlerfrei zur Anwendung des Normalstrafrahmens gelangt wäre, ist im Hinblick auf den oben dargelegten Gesamtzusammenhang die Verhängung der Freiheitsstrafe von vier Jahren und zehn Monaten nicht hinreichend begründet. Es erschließt sich insbesondere nicht, warum die "am unteren Rand denkbarer Beihilfehandlungen" angesiedelte Tat mit einer Freiheitsstrafe zu ahnden war, die sich der Mitte des angenommenen Strafrahmens nähert. Das gilt hier - mangels gravierender sonstiger Unterschiede in den festgestellten strafzumessungsrelevanten Tatsachen - nicht zuletzt auch im Vergleich zu der nur wenig höheren Freiheitsstrafe, die gegen den täterschaftlich einführenden Mitangeklagten D. verhängt worden ist.

| Herr VRiBGH Becker ist wegen Erholungsurlaubs an der Unterschriftsleistung

gehindert.FischerBerger
Fischer
KrehlEschelbach

Mots-clés

sentencingaiding and abettingnarcotics importmitigated penalty rangeheroincriminal appealreasoning requirements

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the reduced sentencing framework under § 30(2) BtMG was properly considered for an aider and abettor with § 27 StGB mitigation.

Solution extraite

The sentencing reasoning was insufficient because the court did not separately and carefully examine whether the aider's mitigation under § 27 StGB justified application of the mitigated penalty range.

Motifs extraits

The trial court relied on a single brief statement and did not show that it took account of the vertyped mitigation ground of aiding and abetting when rejecting a lesser case; this required separate scrutiny, especially given the overall mitigating factors.

Question juridique clé

Whether the concrete prison sentence of four years and ten months was adequately justified.

Solution extraite

No; the sentence was not sufficiently explained in view of the defendant's comparatively minor role and the fact that the term approached the middle of the assumed range.

Motifs extraits

The court could not understand why conduct described as being at the lower end of imaginable aiding and abetting led to a sentence near the middle of the range, particularly compared with the slightly higher sentence imposed on the principal importer.

Question juridique clé

Whether the conviction and remaining parts of the judgment should be disturbed.

Solution extraite

The appeal failed insofar as it challenged the conviction.

Motifs extraits

The challenged findings on guilt were free of legal error, so only the sentence was set aside.

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