EU driver’s licence: foreign residence information and recognition

BVerwG 3 B 38/13Bverwg / 3e division15 août 2013Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Administrative Court rejected the plaintiff’s complaint against the refusal to admit an appeal. It held that no question of fundamental importance was shown regarding the use of information from the German-Czech Joint Centre, because its case law already accepts such information as originating from the issuing state if it rests on data from that state. The complaint also failed to establish any unresolved EU-law issue concerning § 28 FeV, since the plaintiff relied on a different provision than the one applied by the appellate court. The plaintiff was ordered to bear the costs, and the value of the dispute was set at EUR 5,000.

Regeste Omnilex

§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO; fundamental importance and EU driving-licence recognition; a complaint seeking leave to appeal must identify a concrete unresolved legal question and satisfy the substantiation requirement of § 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO. Information transmitted by the Joint Centre of the German-Czech police and customs cooperation qualifies as information originating from the issuing Member State when, according to the lower court’s findings, it is itself based on data supplied by authorities of that State (consid. 3). A challenge to the compatibility of § 28 FeV with Union law must address the provision actually applied and the legal situation at issue; arguments directed at a different number of the provision are irrelevant (consid. 4).

Texte intégral

BVerwG — 3 B 38/13, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-08-15

Aktenzeichen: 3 B 38/13

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 28 Abs 4 S 1 Nr 2 FeV 2010

Vorinstanz: vorgehend Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, 14. März 2013, Az: 11 B 12.1314, Urteil

Spruchkörper: 3. Senat

Titelzeile

Ausländischer EU-Führerschein; Wohnsitzerfordernis; vom Ausstellermitgliedstaat herrührende Information

Tenor

Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom 14. März 2013 wird zurückgewiesen.

Der Kläger trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens.

Der Wert des Streitgegenstandes wird für das Beschwerdeverfahren auf 5 000 € festgesetzt.

Gründe

1 Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Der geltend gemachte Revisionszulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache (§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO) wird nicht in der gemäß § 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO erforderlichen Weise dargelegt oder er liegt - soweit dem Substanziierungserfordernis genügt wurde - jedenfalls nicht vor.

2 Die Parteien streiten um die Berechtigung des Klägers, von einer in der Tschechischen Republik erworbenen Fahrerlaubnis der Klasse B in Deutschland Gebrauch zu machen. Die auf die Feststellung dieser Berechtigung gerichtete Klage hat das Verwaltungsgericht abgewiesen; die Berufung hiergegen hat der Verwaltungsgerichtshof zurückgewiesen. Das Fehlen der Fahrberechtigung des Klägers folge aus § 28 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV). Der Verstoß gegen das Erfordernis eines ordentlichen Wohnsitzes im Ausstellermitgliedstaat zum Zeitpunkt der Fahrerlaubniserteilung ergebe sich zwar nicht unmittelbar aus dem Führerschein selbst, in dem ein tschechischer Wohnsitz eingetragen sei, jedoch aus Mitteilungen des Gemeinsamen Zentrums der deutsch-tschechischen Polizei- und Zollzusammenarbeit.

3 Der Rechtssache kommt nach Auffassung des Klägers deshalb grundsätzliche Bedeutung zu, weil sich das Berufungsgericht hinsichtlich des "Wohnsitzverstoßes" auf eine Mitteilung des Gemeinsamen Zentrums beschränkt habe. Es sei bislang noch nicht entschieden, ob es sich bei dieser Einrichtung - wie nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für eine Abweichung vom Anerkennungsgrundsatz erforderlich - um eine Behörde des Ausstellermitgliedstaates handele; das müsse nachhaltig bezweifelt werden. Damit ist eine noch offene Frage grundsätzlicher Bedeutung im Sinne von § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO nicht dargetan. In der Rechtsprechung des Senats ist geklärt, dass auch eine Auskunft des Gemeinsamen Zentrums der deutsch-tschechischen Polizei- und Zollzusammenarbeit das Kriterium einer aus dem Ausstellermitgliedstaat herrührenden Information erfüllt, wenn die vom Gemeinsamen Zentrum an deutsche Stellen weitergegebenen Erkenntnisse ihrerseits auf Informationen beruhen, die von Behörden des Ausstellermitgliedstaates stammen (Urteil vom 25. August 2011 - BVerwG 3 C 9.11 - juris Rn. 18 unter Bezugnahme auf EuGH, Beschluss vom 9. Juli 2009 - Rs. C-445/08, Wierer - NJW 2010, 217 Rn. 61; s. dazu nun auch EuGH, Urteil vom 1. März 2012 - Rs. C-467/10, Akyüz - NJW 2012, 1341 Rn. 71 f.). Das ist hier nach den tatsächlichen Feststellungen des Berufungsgerichts, die der Kläger nicht mit Verfahrensrügen angreift, der Fall. Weiteren grundsätzlichen Klärungsbedarf zeigt die Beschwerde nicht auf.

4 Auch soweit der Kläger darauf hinweist, der Anerkennungsgrundsatz sei vom deutschen Verordnungsgeber in § 28 FeV nicht in unionsrechtskonformer Weise umgesetzt worden, ist eine Revisionszulassung auf der Grundlage von § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO nicht gerechtfertigt. Abgesehen davon, dass sich der Beschwerde hierzu entgegen den Darlegungserfordernissen des § 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO keine konkrete aus Sicht des Klägers noch zu klärende Frage von grundsätzlicher Bedeutung entnehmen lässt, geht die Beschwerde mit der Bezugnahme auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom 26. April 2012 - Rs. C- 419/10, Hofmann - (NJW 2012, 1935) auch daran vorbei, dass dort über die Frage zu entscheiden war, inwieweit die Anerkennung einer ausländischen EU-Fahrerlaubnis auch dann abgelehnt werden darf, wenn die Voraussetzung eines ordentlichen Wohnsitzes im Ausstellermitgliedstaat eingehalten wurde (EuGH, Urteil vom 26. April 2012 a.a.O. Rn. 29); damit ging es dort der Sache nach insbesondere um die Unionsrechtskonformität von § 28 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 FeV. Dagegen hat das Berufungsgericht die Nichtberechtigung des Klägers im vorliegenden Fall aus § 28 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 FeV hergeleitet, da nach seinen Feststellungen hier ein solcher Verstoß gegen das Wohnsitzerfordernis gerade vorlag.

5 Die Kostenentscheidung folgt aus § 154 Abs. 2 VwGO; die Festsetzung des Streitwertes beruht auf § 47 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 3 i.V.m. § 52 Abs. 1 und 2 GKG.

Mots-clés

driving licenceEU recognitionresidence requirementfundamental importancenon-admission complaintorigin of informationcostsvalue in dispute

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the complaint showed a ground for admitting the appeal on the basis of fundamental importance regarding information from the Joint Centre.

Solution extraite

The complaint did not establish a question of fundamental importance; the court’s case law already treats information from the Joint Centre as originating from the issuing state when based on data from that state.

Motifs extraits

The issue is settled by prior case law and EU authority; the applicant raised no new unresolved question and did not challenge the lower court’s factual findings with procedural objections.

Question juridique clé

Whether the German rules on recognition of EU driving licences were not implemented in conformity with EU law.

Solution extraite

No basis for appeal admission was shown; the applicant’s argument did not address the relevant provision applied by the lower court and did not raise a concrete unresolved legal question.

Motifs extraits

The cited EU case concerned a different provision and a different situation, namely cases where the ordinary residence requirement had been met. The lower court relied instead on the provision concerning an actual residence requirement breach.

Question juridique clé

Costs and value of the matter in the non-admission complaint proceeding.

Solution extraite

The applicant bears the costs; the amount in dispute is set at EUR 5,000.

Motifs extraits

Statutory cost and value rules applied.

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