Life insurance instalment premiums are not a payment deferral

BGH IV ZR 19/12Bgh / IVe chambre civile11 sept. 2013Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

A consumer association challenged insurance AVB clauses allowing annual premiums to be paid in instalments with surcharges, arguing that this was an interest-bearing payment deferral requiring disclosure of the effective annual interest rate and that the clauses were therefore unfair. The regional court upheld the claim, but the OLG Stuttgart dismissed it. The BGH stated that the requirements for admitting the revision had fallen away because the decisive legal issue had since been clarified by later case law: instalment payment of insurance premiums is not a credit or payment deferral. The alleged omission of the effective annual interest rate therefore did not constitute an unfair practice.

Regeste Omnilex

§ 552a S. 1 ZPO; under-yearly payment of life and annuity insurance premiums with instalment surcharges does not constitute an entgeltlicher Zahlungsaufschub or credit within the meaning of § 1 Abs. 2 VerbrKrG, § 499 BGB a.F. now § 506 Abs. 1 BGB. Where that qualification is excluded, § 6 PAngV does not require disclosure of an effective annual interest rate. The omission of such an interest rate does not, without more, amount to a misleading omission or an impairment of consumer decision-making under § 3 Abs. 2 S. 1 UWG and § 5a Abs. 2–4 UWG. If a subsequent Senate judgment has clarified the decisive legal question, the ground of fundamental importance may fall away and a revision can be rejected by order under § 552a ZPO (consid. 3 ff.).

Texte intégral

BGH — IV ZR 19/12, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-09-11

Aktenzeichen: IV ZR 19/12

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 3 Abs 2 S 1 UWG, § 5a Abs 2 UWG, § 5a Abs 3 UWG, § 5a Abs 4 UWG, § 6 PAngV, § 543 Abs 2 S 1 ZPO, § 552a S 1 ZPO, § 1 Abs 2 VerbrKrG, § 499 BGB vom 02.01.2002, § 506 Abs 1 BGB

Vorinstanz: vorgehend OLG Stuttgart, 29. Dezember 2011, Az: 2 U 50/11, Urteilvorgehend LG Stuttgart, 26. April 2011, Az: 20 O 211/10, Urteilnachgehend BGH, 9. Dezember 2013, Az: IV ZR 19/12, Revision zurückgewiesen

Spruchkörper: 4. Zivilsenat

Titelzeile

Allgemeine Versicherungsbedingungen für die Lebens- und Rentenversicherung: Unterjährige Zahlungsweise der Versicherungprämien als entgeltlicher Zahlungsaufschub; Wettbewerbsverstoß bei fehlender Angabe des effektiven Jahreszinses

Tenor

Der Senat beabsichtigt, die Revision des Klägers gegen das Urteil des 2. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 29. Dezember 2011 gemäß § 552a ZPO zurückzuweisen.

Die Parteien erhalten Gelegenheit, hierzu binnen

eines Monats

Stellung zu nehmen.

Gründe

1 I. Der Kläger, ein in die Liste qualifizierter Einrichtungen nach § 4 Abs. 1 UKlaG eingetragener Verein, nimmt die Beklagte auf Unterlassung der Verwendung von Klauseln in ihren Allgemeinen Versicherungsbedingungen für kapitalbildende Lebens- und Rentenversicherungen in Anspruch. Die hier maßgeblichen § 4 der AVB Kapital und § 7 AVB Rente bestimmen, dass die Beiträge durch jährliche Beitragszahlungen zu entrichten sind, der Versicherungsnehmer nach Vereinbarung aber auch die Jahresbeiträge in halbjährlichen, vierteljährlichen oder monatlichen Raten zahlen kann, wofür Ratenzahlungszuschläge erhoben werden. Der Kläger ist der Auffassung, dass es sich bei der Vereinbarung unterjähriger Prämienzahlung mit Erhebung von Ratenzahlungszuschlägen um einen entgeltlichen Zahlungsaufschub handele und daher der effektive Jahreszins angegeben werden müsse. Da dies nicht geschehen sei, sei § 6 PAngV verletzt und die streitbefangenen Klauseln seien wettbewerbsrechtlich unzulässig.

2 Das Landgericht hat der Klage stattgegeben, das Oberlandesgericht hat auf die Berufung der Beklagten das Urteil aufgehoben und die Klage abgewiesen. Dagegen richtet sich die Revision des Klägers, mit der er sein Begehren weiterverfolgt.

3 II. Die Voraussetzungen für die Zulassung der Revision i.S. von § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO liegen nicht mehr vor und das Rechtsmittel hat auch keine Aussicht auf Erfolg (§ 552a Satz 1 ZPO).

4 Mit Urteil vom 6. Februar 2013 (IV ZR 230/12, VersR 2013, 341-344) hat der Senat entschieden, dass es sich bei der vertraglich vereinbarten unterjährigen Zahlungsweise der Versicherungsprämien nicht um eine Kreditgewährung in Form eines entgeltlichen Zahlungsaufschubs nach § 1 Abs. 2 VerbrKrG, § 499 Abs. 1 BGB a.F. (nunmehr § 506 Abs. 1 BGB) handelt.

5 Damit ist die im Streitfall entscheidungserhebliche Frage von rechtsgrundsätzlicher Bedeutung geklärt, und der im Zeitpunkt der Entscheidung des Berufungsgerichts gegebene Zulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung ist entfallen.

6 Die Revision hat in der Sache ebenfalls keine Aussicht auf Erfolg. Das Berufungsurteil steht in Einklang mit dem vorgenannten Senatsurteil, dessen Ausführungen hier entsprechend gelten. Gesichtspunkte, die eine abweichende Entscheidung rechtfertigen könnten, sind - auch unter Berücksichtigung des Revisionsvortrags - nicht ersichtlich. Dies gilt auch, soweit gerügt wird, die streitbefangenen Klauseln seien wettbewerbsrechtlich unzulässig. Die fehlende Angabe des effektiven Jahreszinses begründet keine Beeinflussung der Entscheidungsfähigkeit von Verbrauchern (§ 3 Abs. 2 Satz 1 UWG) durch Vorenthaltung einer wesentlichen Information i.S. des § 5a Abs. 2 bis Abs. 4 UWG. Da es nicht um einen entgeltlichen Zahlungsaufschub, also nicht um einen Kredit i.S. von § 6 PAngV geht, musste der effektive Jahreszins nicht angegeben werden.

7 Die grundsätzliche Klärung entscheidungserheblicher Rechtsfragen erst nach Einlegung der Revision steht einer Revisionszurückweisung durch Beschluss nicht im Wege (vgl. dazu BGH, Beschluss vom 20. Januar 2005 - I ZR 255/02, NJW-RR 2005, 650 unter II 1).

8 Einer Vorlage an den Europäischen Gerichtshof zur Auslegung der Richtlinie 87/102/EWG vom 22. Dezember 1986 bzw. der Richtlinie 2008/48/EG vom 23. April 2008 bedarf es nicht, weil die richtige Anwendung des Gemeinschaftsrechts hier derart offenkundig ist, dass für einen vernünftigen Zweifel kein Raum bleibt und die Vorlagepflicht letztinstanzlicher Gerichte der Mitgliedstaaten gemäß Art. 267 Abs. 3 AEUV entfällt (EuGH, Slg. 1982, 3415, 3430). Den Richtlinien ist klar zu entnehmen, dass Versicherungsverträge nicht von ihnen erfasst werden sollen. Einer Vorlage an den Europäischen Gerichtshof zur Auslegung der Richtlinie 2005/29/EG vom 11. Mai 2005 bedarf es ebenfalls nicht, weil der Europäische Gerichtshof die hier maßgebenden Fragen bereits entschieden hat (vgl. BGH, Urteil vom 6. November 2008 - III ZR 279/07, BGHZ 178, 243 Rn. 31; EuGH, Slg. 2011, I-3903, 3932 - Vin Sverige).

Mayen Wendt Felsch

Lehmann Dr. Brockmöller

Hinweis: Das Revisionsverfahren ist durch Zurückweisungsbeschluss erledigt worden.

Mots-clés

insurance premiumsinstallment surchargeeffective annual interest rateunfair competitionpayment deferralconsumer informationrevision

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the revision should be rejected by order under § 552a ZPO.

Solution extraite

The statutory requirements for admitting the revision no longer existed and the appeal had no prospect of success, so the revision was to be rejected by order.

Motifs extraits

A later BGH judgment had already clarified the decisive question, removing the ground of fundamental importance; the appeal also lacked merit on the substance.

Question juridique clé

Whether instalment payment of life and annuity insurance premiums with surcharges constitutes an entgeltlicher Zahlungsaufschub requiring disclosure of the effective annual interest rate.

Solution extraite

No. The agreed under-yearly premium payment is not a credit in the form of an interest-bearing payment deferral.

Motifs extraits

The court relied on its earlier judgment holding that such premium instalments do not fall under credit law; therefore § 6 PAngV did not require disclosure of an effective annual interest rate and no unfair commercial practice resulted from the omission.

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