Hearing complaint against criminal appeal decision dismissed

BGH 1 StR 627/16Bgh / Ire chambre pénale9 mai 2017Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Court treated the convicted person’s filings against its prior revision decision as a hearing complaint under Section 356a StPO. It held that a Gegenvorstellung is not an admissible remedy against a decision under Section 349(2) StPO. The hearing complaint was rejected as unfounded because the court had not used unheard material, had not ignored decisive submissions, and had sufficiently dealt with the relevant points. Costs were imposed on the convicted person.

Regeste Omnilex

§ 349 Abs. 2 StPO, § 356a StPO; gegen eine Revisionsentscheidung ist eine Gegenvorstellung nicht statthaft, da der Beschluss grundsätzlich weder aufgehoben noch abgeändert oder ergänzt werden kann. Eine als Gegenvorstellung bezeichnete Eingabe ist jedoch als Anhörungsrüge zu prüfen, wenn ihr Inhalt dies nahelegt. Die Anhörungsrüge ist unbegründet, wenn kein entscheidungserhebliches Vorbringen übergangen, keine zum Nachteil der Partei verwerteten, nicht gehörten Tatsachen oder Beweisergebnisse herangezogen und damit kein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt wurde. Die Anhörungsrüge dient nicht der erneuten sachlichen Überprüfung der Revisionsentscheidung (vgl. consid. 2–5).

Texte intégral

BGH — 1 StR 627/16, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2017-05-09

Aktenzeichen: 1 StR 627/16

ECLI: ECLI:DE:BGH:2017:090517B1STR627.16.0

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 349 Abs 2 StPO, § 356a StPO, Art 103 Abs 1 GG

Vorinstanz: vorgehend BGH, 23. Februar 2017, Az: 1 StR 627/16, Beschlussvorgehend LG Mosbach, 8. Juli 2016, Az: 1 KLs 22 Js 7733/15nachgehend BGH, 12. Juli 2017, Az: 1 StR 627/16, Beschluss

Spruchkörper: 1. Strafsenat

Titelzeile

Revision in Strafsachen: Gegenvorstellung und Anhörungsrüge gegen die Entscheidung des Revisionsgerichts

Tenor

Die Anhörungsrügen des Verurteilten vom 11. April 2017 und vom 17. April 2017 gegen den Beschluss des Senats vom 23. Februar 2017 werden auf seine Kosten zurückgewiesen.

Gründe

1 1. Der Senat hat auf die Revision des Verurteilten gegen das Urteil des Landgerichts Mosbach vom 8. Juli 2016 die Ausgangsentscheidung mit Beschluss vom 23. Februar 2017 in Teilen des Schuldspruchs sowie im gesamten Rechtsfolgenausspruch mit den Feststellungen aufgehoben und die weitergehende Revision des Verurteilten verworfen. Dagegen wendet sich der Verurteilte mit seinen als „Gegenvorstellung/Gegendarstellung“ bezeichneten Schreiben vom 11. April 2017 und vom 17. April 2017.

2 2. Die Gegenvorstellung ist als Rechtsbehelf gegen Revisionsentscheidungen gemäß § 349 Abs. 2 StPO nicht statthaft, weil diese grundsätzlich weder aufgehoben noch abgeändert oder ergänzt werden können (st. Rspr.; vgl. BGH, Beschlüsse vom 30. April 2014 - 2 StR 391/13 und vom 25. Juni 2013 - 1 StR 137/13).

3 3. Die Gegenvorstellung erweist sich jedoch als Anhörungsrüge nach § 356a StPO. Sie ist jedenfalls unbegründet. Eine Verletzung rechtlichen Gehörs liegt nicht vor.

4 Der Senat hat bei seiner Entscheidung weder zum Nachteil des Verurteilten Tatsachen oder Beweisergebnisse verwertet, zu denen dieser nicht gehört worden ist, noch hat er zu berücksichtigendes entscheidungserhebliches Vorbringen des Verurteilten übergangen oder in sonstiger Weise dessen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Der Senat hat seine Entscheidung ausführlich begründet und die entscheidungserheblichen Punkte angesprochen. Einer weitergehenden Begründung des Beschlusses bedurfte es nicht.

5 Der Vortrag des Verurteilten zur Begründung seiner Anhörungsrüge erschöpft sich letztlich in einer Wiederholung und Vertiefung des Revisionsvorbringens. Die Anhörungsrüge dient nicht dazu, das Revisionsgericht zu veranlassen, das Revisionsvorbringen nochmals zu überprüfen (vgl. BGH, Beschluss vom 19. November 2014 - 1 StR 114/14 mwN).

6 Im Kern enthalten die (neuerlichen) Ausführungen des Angeklagten den Vorwurf, der Senat habe in der Sache fehlerhaft entschieden. Mit diesem Vorbringen kann er aber im Rahmen des § 356a StPO nicht gehört werden (vgl. Senatsbeschluss aaO).

7 4. Die Kostenentscheidung folgt aus einer entsprechenden Anwendung des § 465 Abs. 1 StPO (vgl. u.a. Senatsbeschlüsse vom 22. Juli 2016 - 1 StR 579/15 und vom 22. Mai 2015 - 1 StR 121/15).

RaumCirenerRadtke
FischerBär

Mots-clés

hearing complaintright to be heardrevisioninadmissibilitycostscriminal appeal

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the writings labeled as a Gegenvorstellung are admissible against a criminal appellate decision under Section 349(2) StPO.

Solution extraite

A Gegenvorstellung is not an admissible remedy against a revision decision under Section 349(2) StPO because such decisions cannot generally be revoked, amended, or supplemented.

Motifs extraits

The court relied on settled case law and held that the decision of 23 February 2017 could not be attacked by this means.

Question juridique clé

Whether the writings constitute a hearing complaint under Section 356a StPO and, if so, whether the right to be heard was violated.

Solution extraite

The submissions are treated as a hearing complaint, but it is unfounded because no denial of the right to be heard occurred.

Motifs extraits

The court had not relied on unheard facts or evidence, had not overlooked decisive submissions, and had sufficiently reasoned its earlier decision. The complaint merely repeated and expanded the revision arguments and sought a renewed merits review, which Section 356a StPO does not allow.

Question juridique clé

Who bears the costs of the hearing complaint proceedings?

Solution extraite

The convicted person must bear the costs.

Motifs extraits

The cost decision follows by analogous application of Section 465(1) StPO.

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