Non-admission complaint on Jobcenter staff counts dismissed

BVerwG 6 PB 26/13Bverwg / 6e division18 sept. 2013Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Administrative Court dismissed a complaint against the Higher Administrative Court’s refusal to admit a legal complaint in a personnel representation dispute. The applicant argued that employees assigned to Jobcenters should not be counted when determining the size of the personal council at employment agencies and raised constitutional objections to assignment rules. The court held that the fundamental-question complaint was insufficiently substantiated and that the hearing complaint was at any rate unfounded. It emphasized that the SGB II provisions expressly treat Jobcenters as service units with personnel representation rights.

Regeste Omnilex

§ 72 Abs. 2 Nr. 1, § 72a Abs. 3 Satz 2 Nr. 1, § 92 ArbGG; § 83 Abs. 2 BPersVG; substantiation of a non-admission complaint concerning the fundamental significance of a question under personnel representation law; a complaint must engage in a concrete and reasoned manner with the challenged decision and the relevant statutory framework. Where the legislature expressly attributes service-station status to a joint establishment and regulates personnel representation, a merely abstract denial of the material service-station concept is insufficient. A hearing complaint cannot succeed if the omitted consideration concerns manifestly remote constitutional objections that do not affect the validity of the statutory scheme (consid. 3–6).

Texte intégral

BVerwG — 6 PB 26/13, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-09-18

Aktenzeichen: 6 PB 26/13

Dokumenttyp: Beschluss

Vorinstanz: vorgehend Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, 13. Juni 2013, Az: 20 A 2810/12.PVB, Beschluss

Spruchkörper: 6. Senat

Gründe

1 Die Beschwerde des Beteiligten gegen die Nichtzulassung der Rechtsbeschwerde durch das Oberverwaltungsgericht gemäß § 83 Abs. 2 BPersVG in Verbindung mit § 92a Satz 1 ArbGG hat keinen Erfolg.

2 1. Die Grundsatzrüge gemäß § 72 Abs. 2 Nr. 1, § 92 Abs. 1 Satz 2 ArbGG ist unzulässig. Sie genügt nicht den insoweit zu stellenden Darlegungsanforderungen (§ 72a Abs. 3 Satz 2 Nr. 1, § 92a Satz 2 ArbGG).

3 Der Beteiligte will sinngemäß geklärt wissen, ob diejenigen Beschäftigten der Bundesagentur, denen eine Tätigkeit beim Jobcenter zugewiesen wurde, gemäß § 16 BPersVG bei der Größe des Personalrats bei den Agenturen für Arbeit mitzählen. Zur Darlegung, dass diese Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung ist, hätte mindestens gehört, dass der Beteiligte sich mit dem angefochtenen Beschluss anhand der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen substantiiert auseinander gesetzt hätte. Daran fehlt es jedoch. Die Beschwerdebegründung erschöpft sich im Wesentlichen in Ausführungen dazu, dass die Jobcenter den materiellen Dienststellenbegriff in § 6 Abs. 1 und 2 BPersVG nicht erfüllen. Diese Annahme geht offensichtlich fehl. § 44h Abs. 1 Satz 1 SGB II legt fest, dass in den gemeinsamen Einrichtungen (= Jobcenter; § 6d SGB II) eine Personalvertretung gebildet wird. Schon darin kommt eindeutig zum Ausdruck, dass der Gesetzgeber dem Jobcenter Dienststelleneigenschaft beimisst, eine materielle Herleitung mithin entbehrlich ist. Dies bekräftigen die weiteren gesetzlichen Bestimmungen, wonach für den Personalrat beim Jobcenter die Regelungen des Bundespersonalvertretungsgesetzes entsprechend gelten, wonach die Beschäftigten für die Zeit ihrer Tätigkeit beim Jobcenter das Wahlrecht zum dortigen Personalrat besitzen und wonach der Personalrat des Jobcenters alle Rechte entsprechend den Regelungen des Bundespersonalvertretungsgesetzes hat, soweit Trägerversammlung und Geschäftsführer über personalvertretungsrechtlich relevante Entscheidungsbefugnisse verfügen (§ 44h Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 und 3 SGB II). Der Beteiligte berücksichtigt ferner nicht, dass sich das Weisungsrecht der Träger gerade nicht auf die personalvertretungsrechtlichen Angelegenheiten des Jobcenters erstreckt (§ 44b Abs. 3 Satz 2 Halbs. 2, § 44c Abs. 2 und 3 SGB II) und dass der Geschäftsführer Dienststellenleiter im personalvertretungsrechtlichen Sinne ist (§ 44d Abs. 5 SGB II). Die Ausführungen in der Beschwerdebegründung sind demnach schon im Ansatz ungeeignet, die Argumentation des Oberverwaltungsgerichts in Frage zu stellen.

4 Die Darlegungsanforderungen vermag der Beteiligte ferner nicht durch die pauschale Bezugnahme auf eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Wiesbaden zu erfüllen, auf welche er bereits in den Vorinstanzen hingewiesen hatte. Er setzt sich nicht damit auseinander, ob es auf die in § 16 Abs. 1 BPersVG vorgenommene Unterscheidung nach "wahlberechtigten Beschäftigten" und "Beschäftigten" im Lichte des angefochtenen Beschlusses und der dort zitierten jüngsten Senatsrechtsprechung zur Dienststellenzugehörigkeit der Beschäftigten des Jobcenters überhaupt ankommen kann. Mit dem Verweis auf Ausführungen der Beteiligten anderer Beschwerdeverfahren kann den Darlegungsanforderungen einer Nichtzulassungsbeschwerde nicht Rechnung getragen werden.

5 2. Die Gehörsrüge gemäß § 72 Abs. 2 Nr. 3, § 92 Abs. 1 Satz 2 ArbGG ist - ihre Zulässigkeit unterstellt - jedenfalls offensichtlich unbegründet.

6 Das Oberverwaltungsgericht brauchte auf die im Beschwerdeverfahren geäußerten verfassungsrechtlichen Bedenken des Beteiligten gegen die gesetzlichen Regelungen zur Zuweisung nach § 44g SGB II nicht einzugehen, weil diese Bedenken fernliegen. Der Beteiligte stützt seine verfassungsrechtlichen Bedenken allein darauf, dass die Bundesagentur durch das Instrumentarium der Zuweisung auf die Zusammensetzung der Personalvertretungen ihres Geschäftsbereichs Einfluss nehmen könne. Dieser Einwand geht offensichtlich fehl. Wenn Verfassungsrecht verbietet, Personalratsmitglieder im Bereich der Bundesagentur gegen ihren Willen den Jobcentern zuzuweisen, so muss die Bundesagentur davon absehen; die Personalräte im Mitbestimmungsverfahren gemäß § 75 Abs. 1 Nr. 4a, § 76 Abs. 1 Nr. 5a BPersVG und die Gerichte im Rahmen des Individualrechtsschutzes würden dies sicherstellen. Die Rechtswirksamkeit der Regelung in § 44g SGB II bleibt davon unberührt.

Mots-clés

personnel representationjobcenternon-admission complaintfundamental importanceright to be heardsubstantiation requirementsservice unitassignment

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the non-admission complaint sufficiently substantiated a question of fundamental importance about counting Jobcenter-assigned employees under Section 16 BPersVG.

Solution extraite

No. The complaint did not meet the substantiation requirements because it did not engage in a sufficiently concrete way with the statutory framework and the challenged reasoning.

Motifs extraits

The argument that Jobcenters lack material service-station status was rejected as plainly wrong; Section 44h SGB II itself establishes personal representation in joint establishments and shows that the legislature treats the Jobcenter as a service unit.

Question juridique clé

Whether the complaint sufficiently raised a denial of the right to be heard based on alleged constitutional concerns about assignment under Section 44g SGB II.

Solution extraite

Even assuming admissibility, the complaint was manifestly unfounded.

Motifs extraits

The constitutional objection was considered too remote; any unlawful assignment against the will of personnel representatives would have to be prevented through co-determination and individual judicial protection, without calling the validity of Section 44g SGB II into question.

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