LVwG T LVwG-2014/34/0017-4

LVwG-2014/34/0017-4Tribunale amministrativo regionale18 mar 2014

Regest

Gemeindegut; Abänderung; Regulierungsplan; Satzungen

Testo completo

Landesverwaltungsgericht Tirol LVwG-2014/34/0017-4

  • Dokumenttyp: Entscheidungstext
  • Entscheidungsdatum: 18.03.2014
  • ECLI: ECLI:AT:LVWGTI:2014:LVwG.2014.34.0017.4

Begründung

IM NAMEN DER REPUBLIK

Das Landesverwaltungsgericht Tirol hat durch seine Richterin MMag. Dr. Barbara Besler über die Beschwerden des Mag. A A, vertreten durch Dr. B R, RA in PLZ X, Adresse, und des B B (1.), des C C (2.), des D D (3.), des E E (4.), des F F (5.), des G G (6.), der H H (7.) und des I I (8.), alle vertreten durch Dr. O P, RA in PLZ I, Adresse, gegen den Bescheid des Amtes der Tiroler Landesregierung vom 11.03.2013, Zl AGM-/-2013, nach Durchführung einer öffentlichen mündlichen Verhandlung

zu Recht erkannt:

1. Gemäß § 28 Abs 1 VwGVG werden die Beschwerden mit der Maßgabe als unbegründet abgewiesen, als

1.1. im Einleitungssatz die Wortfolge „und 73 lit d“ gestrichen wird,

1.2. Spruchpunkt I./1. dahingehend abgeändert wird, als in Abschnitt III./5. („Nutzungen und Ertrag“) der Haupturkunde des Regulierungsplans anstatt der Gste Nr .954 und .955 in EZ *** GB ***** X und des Trennstückes 2 von 2.265 m² aus Gst Nr 1255 in EZ *** GB ***** X gemäß Vermessungsurkunde des DI T P vom 01.10.2013, GZ ****/13, (verbüchert mit Beschluss des Bezirksgerichtes X vom 12.11.2013, Zl **/2014), das Gst Nr 2702 in EZ *** GB ***** X, eingeschränkt auf den Bereich der ursprünglichen Gste Nr .954 und .955 in EZ *** GB ***** X und des Trennstückes 2 von 2.265 m² aus Gst Nr 1255 in EZ *** GB ***** X gemäß Vermessungsurkunde des DI T P vom 01.10.2013, GZ ****/13, (verbüchert mit Beschluss des Bezirksgerichtes X vom 12.11.2013, Zl **/2014), genannt wird, und

1.3. Spruchpunkt II. dahingehend abgeändert wird, als dieser wie folgt zu lauten hat:

„Gemäß § 69 Abs 1 lit c iVm § 36 TFLG 1996 wird für die Agrargemeinschaft Y die als Anlage zu diesem Bescheid ergehende Verwaltungssatzung, welche einen integrierenden Bestandteil des Bescheides bildet, in Kraft gesetzt. Mit Rechtskraft dieses Bescheides tritt die bisherige Verwaltungssatzung vom 28.04.1998, Zl IIIb1-/-1998, außer Kraft.“

2. Gegen dieses Erkenntnis ist gemäß § 25a Abs 1 VwGG eine ordentliche Revision an den Verwaltungsgerichtshof nach Art 133 Abs 4 B-VG unzulässig.

R e c h t s m i t t e l b e l e h r u n g

Gegen diese Entscheidung kann binnen sechs Wochen ab der Zustellung Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof, Freyung 8, 1010 Wien, oder außerordentliche Revision an den Verwaltungsgerichtshof, Judenplatz 11, 1010 Wien, erhoben werden. Die Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof ist direkt bei diesem, die Revision an den Verwaltungsgerichtshof ist beim Landesverwaltungsgericht Tirol einzubringen.

Die Beschwerde bzw die Revision ist durch einen bevollmächtigten Rechtsanwalt bzw eine bevollmächtigte Rechtsanwältin einzubringen und es ist eine Eingabegebühr von Euro 240,00 zu entrichten.

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e

I.Verfahrensablauf:

A.Historisches Regulierungsverfahren:

Mit Bescheid des Amtes der Tiroler Landesregierung vom 30.10.1956, Zl IIIb1-**/, wurde das Verfahren zur Regulierung der gemeinschaftlichen Benützungs- und Verwaltungsrechte am Gemeindewald Y, vorgetragen in den Grundbuchseinlagezahlen *** II, *** II, *** II und *** II, sämtliche KG Y, eingeleitet. Aus Seite 1 dieses Bescheides geht hervor, dass es sich hier eindeutig um Gemeindegut und nach den zwingenden Bestimmungen des § 36 Abs 2 FLG um agrargemeinschaftliche Grundstücke gemäß § 36 Abs 2 lit d FLG handle.

In weiterer Folge erging der Bescheid „Liste der Parteien für die Regulierung des Gemeindewaldes Y“ des Amtes der Tiroler Landesregierung vom 17.01.1957, Zl IIIb1-**/-1956. Aus Abschnitt A dieses Bescheides geht hervor, dass das agrargemeinschaftliche Gebiet in einer gesonderten agrarbehördlichen Verhandlung mit den Parteien festgestellt und sodann im Verzeichnis der Anteilsrechte ausgewiesen werde.

In Spruchpunkt A des Bescheides des Amtes der Tiroler Landesregierung vom 18.07.1957, Zl IIIb1-***/14, wurde festgestellt, aus welchen grundbücherlich zugeschriebenen Grundstücken sich das Regulierungsgebiet Y zusammensetze und festgehalten, dass die grundbücherlich zugeschriebenen Grundstücke nach der bisherigen Nutzungsübung als Gemeindegut gemäß § 38 (gemeint wohl: 36) Abs 2 lit d FLG agrargemeinschaftliche Grundstücke seien.

In weiterer Folge erging der Bescheid des Amtes der Tiroler Landesregierung vom 30.01.1960, Zl IIIb1-/-1959, über das Verzeichnis der Anteilrechte für die Regulierung des Gemeindegutes Y. In Abschnitt I wurde wiederrum festgehalten, dass das Regulierungsgebiet Y aus grundbücherlich zugeschriebenen Grundstücken, die aufgrund des rechtskräftigen Bescheides des Amtes der Tiroler Landesregierung vom 18.07.1957, Zl IIIb1-**/14, als Gemeindegut und sohin agrargemeinschaftliche Grundstücke im Sinne des § 38 (gemeint wohl: 36) Abs 2 lit d FLG festgestellt worden seien, bestehe.

Schließlich wurde der Regulierungsplan des Amtes der Tiroler Landesregierung vom 02.04.1963, Zl IIIb1-*/, bestehend aus Haupturkunde (Teil A), Waldwirtschaftsplan (Teil B), Weidewirtschaftsplan (Teil C) und Verwaltungssatzungen (Teil D), erlassen: In Abschnitt IV („Rechtsverhältnisse“) lit A wurde festgehalten, dass das in Abschnitt II angeführte Regulierungsgebiet von den nutzungsberechtigten Parteien unmittelbar gemeinschaftlich genutzt worden sei, Gemeindegut im Sinne des § 73 Abs 3 der Tiroler Gemeindeordnung gewesen und daher nach der Bestimmung des § 36 Abs 2 lit d FLG den agrargemeinschaftlichen Grundstücken zuzuzählen sei. Gemäß § 38 Abs 2 FLG wurde festgestellt, dass das Regulierungsgebiet im Eigentum der Agrargemeinschaft Y stehe. Gemäß Abschnitt III („Nutzungen und Ertrag“) der Haupturkunde bestehen die regelmäßigen Nutzungen in der Holznutzung, der Weidenutzung, der Streunutzung und der landwirtschaftlichen Nutzung. Aus Abschnitt IV. („Rechtsverhältnisse“) lit C („Umfang der Anteilsrechte“) Punkt 1. („Anteilsrechte der politischen Gemeinde Y“) geht wörtlich folgendes hervor:

„Der politischen Gemeinde Y kommen am Regulierungsgebiet auf Grund des rechtskräftigen Bescheides „Teilverzeichnis der Anteilsrechte“ vom 02.07.1959, Zl IIIb1-*/, folgende Anteilsrechte zu:

a)Der Gemeinde Y steht am Waldbesitz des Regulierungsgebietes ein endgültiges fixiertes walzendes Anteilsrecht von 13 % (dreizehn Prozent) und zwar an den gesamten Erträgnissen des Gemeindegutwaldes, seien sie welcher Art immer, zu. Die heute im Eigentum der Gemeinde stehenden Stammsitzliegenschaften werden durch diese Anteilsberechtigung nicht berührt und sind diese ohne Heranziehung des Gemeindeanteils wie alle übrigen Güter nach bisherigem Umfange nutzungsberechtigt.

b)Die Gemeinde Y hat an der Tragung der Lasten, soweit diese aus dem Gemeindegutswald resultieren, mit ihrem Anteilsrecht von 13 % prozentuell beizutragen. Die auf dem Gemeindegutswald lastenden Servitutsrechte zum Holzbezug oder zur Holzabgabe sind von der Gesamtheit der Nutzungsberechtigten und der Gemeinde Y nach ihrer prozentuellen Anteilsberechtigung aufzubringen.

c)Das Holzerfordernis für alle eingeforsteten Objekte und Einrichtungen, die nicht bereits zu den Stammsitzliegenschaften in Y gehören (wie zB Holzstädel und Zäune ortsfremder Besitzer) ist aus dem Gesamtanteil der Nutzungsberechtigten allein ohne Heranziehung der Gemeinde Y mit einer Anteilsberechtigung von 13 % zur Abdeckung zu bringen.

d)Die Gemeinde Y ist unter Zugrundelegung des bereits vor dem Landesagrarsenats abgeschlossenen rechtsverbindlichen Vergleiches an den zum Regulierungsgebiet gehörigen Alpen nicht anteilsberechtigt, wogegen die Nutzungsberechtigten die durch den vorerwähnten Vergleich der Gemeinde Y gegenüber übernommenen Verpflichtungen zu erbringen haben.

e)Der Gemeinde Y kommt an den zum Regulierungsgebiet gehörigen Weiden ein Anteilsrecht als solches nicht zu, wohl aber nimmt die Gemeinde Y an allfälligen Barerlösen aus Grundverkäufen von Weidegrundstücken mit ihrem Anteilsrecht von 13 % teil.“

Mit Bescheid des Amtes der Tiroler Landesregierung vom 28.04.1998, Zl IIIb1-/-1998, wurde eine neue Satzung in Geltung gesetzt.

B.Feststellungsverfahren gemäß § 73 lit d TFLG 1996:

In Spruchpunkt I./1. des Bescheides des Amtes der Tiroler Landesregierung vom 07.09.2010, Zl AgrB-*/-2010, wurde festgestellt, dass die Grundstücke des Liegenschaftsgebietes der Agrargemeinschaft Y, nämlich die Gste Nr 43/1, 43/2, 228, 233, 238/1, 239/1, 377/1, 377/4, 379/1, 380/1, 381, 492/2, 538/1, 538/3, 538/4, 539/2, 540, 541/1, 542/1, 542/2, 542/3, 634, 642/1, 642/2, 642/3, 748, 749, 750, 753/1, 753/3, 753/4, 753/5, 753/6, 761, 762/2, 767, 827/6 und 827/9 in EZ *** GB **** Y, 497/1, 643, 746/1, 746/2, 746/6, 751/1, 751/2, 751/7, 752, 759/1, 759/4, 764/1, 764/3, 766/1, 769, 770, 771/1, 772, 773, 852 und .148 in EZ *** GB **** Y, .318 in EZ *** GB **** Y, 1258/1, 1258/2, 1259, 1262/1, 1262/2 in EZ *** GB ***** X, 1204, 1205, 1206, 1239, 1240, 1243, 1245, 1247, 1250, 1267, 1269, 1271, 1272, 1275, .338, .341, .342 in EZ *** GB ***** X und 1255, 1257/2, .352, .954, .955 in EZ *** GB ***** X Gemeindegut im Sinne des § 33 Abs 2 lit c Z 2 TFLG 1996, LGBl Nr 74/1996, in der Fassung LGBl Nr 7/2010, sind. In Spruchpunkt I./2. dieses Bescheides wurde festgestellt, dass die Gste Nr 850/1 und 850/2 in EZ *** GB **** Y, 599/4 und 830/2 in EZ *** GB **** Y, 1261/1 in EZ *** GB ***** X, 1261/2 in EZ *** GB ***** X, 2131, 2132/1, 2132/2, 2133, 2134, 2135/1, 2136/2, 2149, 2150 und .383 in EZ *** GB ***** X sowie die in den Einlagezahlen ***, ***, ***, ***, alle GB **** Y, und in EZ *** GB ***** X vorgetragenen Grundstücke nicht zum Gemeindegut zählen.

In Spruchpunkt II. dieses Bescheides wurde der Antrag der Agrargemeinschaft Y vom 16.03.2010 (bei der Behörde eingelangt am 30.03.2010), die Agrarbehörde möge in Umsetzung des Restitutionsanspruches der nutzungsberechtigten Mitglieder im Sinne VfGH B 464/07 den Bescheid über die Festsetzung der Anteile der Agrargemeinschaftsmitglieder insofern abändern, dass er zu lauten hat, die politische Ortsgemeinde Y ist mit 13 % an den forstlichen Nutzungen des Regulierungsgebietes beteiligt, jedoch besitzt die politische Ortsgemeinde Y keinerlei Beteiligungsrecht an der Weidenutzung und darüber hinaus keinerlei Beteiligung an den Substanzerlösen des Regulierungsgebietes,

in eventu auf Feststellung, dass

-das Regulierungsgebiet nicht im Eigentum der politischen Ortsgemeinde Y und der Nutzungsberechtigten, sondern im Alleineigentum der Agrargemeinschaft Y stehe;

-die politische Ortsgemeinde Y über ihren 13 % Anteil an der Agrargemeinschaft Y hinaus keinerlei weitere Berechtigung am Regulierungsgebiet, insbesondere kein Recht auf die Erträgnisse der Substanz, besitze;

-das Regulierungsgebiet kein Gemeindegut im Sinne des § 33 Abs 2 lit c TFLG 1996, in der Fassung LGBl Nr 7/2010, sei;

im Umfang des Primärantrages als unbegründet abgewiesen. Der Eventualantrag wurde einer späteren Entscheidung vorbehalten.

Mit Erkenntnis des Landesagrarsenates vom 25.08.2011, Zl LAS-*/-10, wurden die Berufungen der Agrargemeinschaft Y und der Gemeinde Y als unbegründet abgewiesen.

Infolge des vorzierten Bescheides und Erkenntnisses ordnete das Bezirksgericht X mit Beschluss vom 03.01.2011, Zl ***/11, die Ersichtlichmachung der Bezeichnung „Gemeindegutsagrargemeinschaft“ im Eigentumsblatt (B-Blatt) der EZ ***, ***, ***, ***, ***, ***, ***, ***, alle GB **** Y, und der EZ ***, ***, ***, ***, ***, alle GB ***** X, an.

Die Behandlung der gegen vorzitiertes Erkenntnis des Landesagrarsenates eingebrachten Beschwerden der Gemeinde Y und der Agrargemeinschaft Y wurden mit Beschlüssen des Verfassungsgerichtshofes vom 28.02.2012, Zln B 1254/11-3 und B 1258/11-4, abgelehnt und die Beschwerden dem Verwaltungsgerichtshof zur Entscheidung abgetreten. Mit Beschlüssen des Verwaltungsgerichtshofes vom 18.12.2012, Zln 2012/07/0065-8 und 2012/07/0066-9, wurde die Behandlung der Beschwerden der Gemeinde Y und der Agrargemeinschaft Y abgelehnt.

C.Verfahren betreffend den in Beschwerde gezogenen Bescheid:

Das Amt der Tiroler Landesregierung leitete von Amts wegen ein Verfahren zur Abänderung des Regulierungsplanes der Agrargemeinschaft Y ein und erließ den nunmehr angefochtenen Bescheid vom 11.03.2013, Zl AGM-/-2013:

In Spruchpunkt I. dieses Bescheides wurde der Regulierungsplan der Agrargemeinschaft Y durch folgenden Anhang I. abgeändert:

-Abschnitt III („Nutzungen und Ertrag“) der Haupturkunde des Regulierungsplanes wurde dahingehend geändert, als die üblichen Nutzungen in der Holznutzung, der Weidenutzung, der Streunutzung, der landwirtschaftlichen Nutzung und der Substanznutzung im Sinne des § 33 Abs 5 TFLG 1996 an den Grundstücken des Gemeindegutes, das seien die Gste Nr 43/1, 43/2, 228, 233, 238/1, 239/1, 377/1, 377/4, 379/1, 380/1, 381, 492/2, 538/1, 538/3, 538/4, 539/2, 540, 541/1, 542/1, 542/2, 542/3, 634, 642/1, 642/2, 642/3, 748, 749, 750, 753/1, 753/3, 753/4, 753/5, 753/6, 761, 762/2, 767, 827/6 und 827/9 in EZ *** GB **** Y, 497/1, 643, 746/1, 746/2, 746/6, 751/1, 751/2, 751/7, 752, 759/1, 759/4, 764/1, 764/3, 766/1, 769, 770, 771/1, 772, 773, 852 und .148 in EZ *** GB **** Y, .318 in EZ *** GB **** Y, 1258/1, 1258/2, 1259, 1262/1, 1262/2 in EZ *** GB ***** X, 1204, 1205, 1206, 1239, 1240, 1243, 1245, 1247, 1250, 1267, 1269, 1271, 1272, 1275, .338, .341, .342 in EZ *** GB ***** X und 1255, 1257/2, .352, .954, .955 in EZ *** GB ***** X, als Nutzungen in Betracht kämen. Die Substanznutzungen an den Grundstücken des Gemeindegutes stünden der Gemeinde Y zu.

-Im Abschnitt IV („Rechtsverhältnisse“) der Haupturkunde des Regulierungsplanes habe der Punkt 1. („Anteilsrecht der politischen Gemeinde“) zur lit C) („Umfang der Anteilsrechte“) wörtlich wie folgt zu lauten:

„Der politischen Gemeinde Y kommen am Regulierungsgebiet folgende Anteilsrechte zu:

a)Die Gemeinde Y ist substanzberechtigte Gemeinde im Sinne des § 33 Abs 5 TFLG 1996. Ihr gebührt der Substanzanteil (§ 33 Abs 5 TFLG 1996) an den Grundstücken des Gemeindegutes. Sie nimmt im Ausmaß dieser Nutzungen und Erträgnisse anteilig an den Lasten des Regulierungsgebietes teil (§ 36 Abs 2 TFLG 1996).

b)Der Gemeinde Y steht am Waldbesitz des Regulierungsgebietes ein endgültiges fixiertes walzendes Anteilsrecht von 13 % (dreizehn Prozent) und zwar an den forstlichen Erträgnissen des Gemeindegutwaldes zu.

c)Die Gemeinde Y hat an der Tragung der Lasten, soweit diese aus der forstlichen Bewirtschaftung gemäß lit b resultieren, mit ihrem Anteilsrecht von 13 % beizutragen. Die auf dem Gemeindegutswald lastenden Servitutsrechte zum Holzbezug oder zur Holzabgabe sind von der Gesamtheit der Nutzungsberechtigten und der Gemeinde Y nach ihrer prozentuellen Anteilsberechtigung aufzubringen.

d)Das Holzerfordernis für alle eingeforsteten Objekte und Einrichtungen, die nicht bereits zu den Stammsitzliegenschaften in Y gehören (wie zB Heustädel und Zäune ortsfremder Besitzer), ist aus dem Gesamtanteil der Nutzungsberechtigten allein ohne Heranziehung der Gemeinde Y mit einer Anteilsberechtigung von 13 % zur Abdeckung zu bringen.

e)Die Gemeinde Y ist unter Zugrundelegung des bereits vor dem Landesagrarsenates abgeschlossenen Vergleiches an den zum Regulierungsgebiet gehörigen Alpen nicht anteilsberechtigt, wogegen die Nutzungsberechtigten die durch den vorerwähnten Vergleich der Gemeinde Y übernommenen Verpflichtungen zu erbringen haben.

f)Der Gemeinde Y kommt an den zum Regulierungsgebiet zugehörigen Weiden abgesehen vom Substanzanteilsrecht nach lit a) ein weiteres Anteilsrecht als solches nicht zu.“

In Spruchpunkt II. dieses Bescheides wurde für die Agrargemeinschaft Y die als Anlage zu diesem Bescheid ergehende Satzung, welche einen integrierenden Bestandteil des Bescheides bildet, in Kraft gesetzt und ausgesprochen, dass die bisherige Satzung vom 28.04.1998, Zl IIIb1-/-1998, mit Rechtskraft dieses Bescheides außer Kraft trete.

Dieser Bescheid wurde den Beschwerdeführern nicht vor dem 12.03.2013 zugestellt. Gegen diesen Bescheid erhoben Mag. A A, vertreten durch Dr. B R, RA in PLZ X, Adresse, und B B (1.), C C (2.), D D (3.), E E (4.), F F (5.), G G (6.), H H (7.), I I (8.), alle vertreten durch Dr. O P, RA in PLZ I, Adresse, das Rechtsmittel der Berufung.

Mag. A A führte durch seinen Rechtsvertreter zusammengefasst aus, dass er die gegenständliche Stammsitzliegenschaft (EZ *** GB **** Y) im Jahr 2004 erworben habe. Dieser Erwerb sei im besten Wissen und Gewissen geschehen. Die seinerzeitigen Rechte der Stammsitzliegenschaft, die er an der Agrargemeinschaft Y erworben habe, seien klar und deutlich umschrieben gewesen. Von einer Substanznutzung der Gemeinde und auch den Anteilsrechten der Gemeinde sei damals keine Rede gewesen. Die Gründung der Agrargemeinschaft sei zum Zeitpunkt des Grundstückserwerbes mehr als 40 Jahre zurückgelegen. Somit führe er seinen gutgläubigen Erwerb an der gegenständlichen Stammsitzliegenschaft und die Ersitzung seiner Mitgliedschaftsrechte im Umfange, wie sie sich in jenem Jahr der Übernahme der Stammsitzliegenschaft darstellten, ins Treffen. Abschließend wurde die ersatzlose Behebung des angefochtenen Bescheides und in eventu die Abänderung des angefochtenen Bescheides dahingehend, dass Punkt I./1. Unterpunkt 5. und die Punkte I./2. Unterpunkte 1./a und d ersatzlos gestrichen werden.

Die übrigen Beschwerdeführer (1. bis 8.) führten durch ihren Rechtsvertreter aus, dass der Bescheid zur Gänze angefochten und die ersatzlose Behebung beantragt werde. Im Rahmen der Mangelhaftigkeit des Verfahrens wurde dargelegt, dass die Agrarbehörde die Erhebung der historischen Eigentumsverhältnisse unterlassen habe. Die Rechtsauffassung im Bescheid sei verfassungswidrig. Es wurden folgende Beweise angeboten: Protokoll über die Sitzung des Tiroler Landtages, in welcher das Tiroler Gemeinderecht im Jahr 1935 an das Flurverfassungs-Grundsatzgesetz des Bundes (FlVerfGG 1932) angepasst wurde: Ständischer verfassungsgebender Tiroler Landtag. Verhandlungsschrift über die 35. (öffentliche) Sitzung des Tiroler Landtages am 10. Juli 1935, vormittags; Tätigkeitsbericht der Tiroler Agrarbehörde vom 28. Juli 1959, Amt der Tiroler Landesregierung als Agrarbehörde I. Instanz, Abteilung IIIb1, betreffend den Zeitraum der Jahre 1949 bis 1958; Akt Bundeskanzleramt, Zl 156.486-6 (ex 1935). Gemeindegut und Flurverfassungs-Grundsatzgesetz B 256/1932, An die Landeshauptmannschaft für Tirol in Innsbruck; Sten Prot des Abgeordnetenhauses des Österreichischen Reichsrates, IX Session (1883) betreffend Diskussion und Beschlussfassung über das TRRG 1883, Seite 9210 ff; historischer und rechtshistorischer Sachbefund und historischer Regulierungsakt. Im Rahmen der unrichtigen rechtlichen Beurteilung wurde vorgebracht, dass die Vorentscheidungen keine Bindungswirkung hätten. Das Anteilsrecht der Agrargemeinschaftsmitglieder umfasse auch die Substanz aus den hier strittigen Grundstücken. Die Agrarbehörde habe unabhängig vom Feststellungsverfahren die Voraussetzungen zu prüfen, ob bei der Agrargemeinschaft Y atypisches Gemeindegut vorliege. Weiters wurde dargelegt, dass die Inanspruchnahme des Zuständigkeitstatbestandes „Gemeindegut“ kein historisches Eigentum der Ortsgemeinde begründe. Das Regulierungsgebiet sei darüber hinaus seit jeher Eigentum einer Agrargemeinschaft.

D.Verfahren vor dem (inzwischen aufgelösten) Landesagrarsenat:

Mit Schreiben des Landesagrarsenats vom 10.04.2013, Zl LAS-*/-10, wurden der Gemeinde Y die Berufungen mit der Möglichkeit zur Erstattung einer Stellungnahme binnen zwei Wochen übermittelt. Die Gemeinde Y erstattete in weiterer Folge durch ihren Rechtsvertreter die Stellungnahme vom 25.04.2013.

E.Verfahren vor dem Landesverwaltungsgericht Tirol:

Am 18.03.2014 führte das Landesverwaltungsgericht Tirol eine öffentliche mündliche Verhandlung unter Anwesenheit des Rechtsvertreters der Beschwerdeführer 1. bis 8. und des Rechtsvertreters der Gemeinde Y durch. Im Wesentlichen verwiesen die Rechtsvertreter auf das bisherige Vorbringen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer 1. bis 8. legte folgende Urkunden vor: Allerhöchste Entschließung vom 06.02.1847, Gesetz zur Regulierung der Tiroler Forstangelegenheiten („Tiroler Forstregulierungs Patent 1847“), Instruktion für die Kommission zur Ablösung der Forstservituten in Nordtirol vom 01. Mai 1847, Forstservitutenablösungsvergleich vom 08. Juli 1854 der Stammliegenschaftsbesitzer von Y, X und V mit dem k.k. Aerar (die Stammliegenschaftsbesitzer von Y haben Gemeinschaftseigentum erhalten mit denjenigen von X und V), Erkenntnis der k.k. Grundlasten- und Regulierungs-Landes-Commission vom 20. Juni 1883, Verfachung bestätigt vom Bezirksgericht X am 17.08.1883, historische B-Blätter der Liegenschaften in EZ *** GB Y und *** Grundbuch X (als Eigentumstitel wurde jeweils das Teilungserkenntnis vom 20. Juni 1883 angezogen), Generalkonspekt der Forstservituten-Ablösungskommission betreffend die Servitutenablösung 1847 im Kreis Oberinntal (samt Transkription dazu), Konspekt betreffend die abzuschließenden Servitutenablösungsvergleiche im Gerichtsbezirk X (ursprünglich nicht angenommene Vergleiche), Abhandlung zur Tiroler Forstservitutenablösung aus dem Jahr 1851: RS, Österreichische Vierteljahresschrift für Forstwesen, die Forstservitutenablösung in Tirol, Rechtshistorisches Expertengutachten zu den Eigentumsverhältnissen am Regulierungsgebiet des Univ.-Prof. Dr. F K. Gleichzeitig wurden ein historischer, rechtshistorischer und forsttechnischer Sachbefund beantragt.

II.Rechtsgrundlagen:

A.Zur Zuständigkeit des Landesverwaltungsgerichts Tirol:

Die maßgeblichen Bestimmungen des Bundes-Verfassungsgesetzes (B-VG), BGBl Nr 1/1930, zuletzt geändert durch BGBl I Nr 164/2013, lauten wie folgt:

Artikel 151

(51) Für das Inkrafttreten der durch das Bundesgesetz BGBl I Nr 51/2012 geänderten oder eingefügten Bestimmungen und für das Außerkrafttreten der durch dieses Bundesgesetz aufgehobenen Bestimmungen sowie für den Übergang zur neuen Rechtslage gilt Folgendes:

8. Mit 1. Jänner 2014 werden die unabhängigen Verwaltungssenate in den Ländern, das Bundesvergabeamt und der unabhängige Finanzsenat (im Folgenden: unabhängige Verwaltungsbehörden) aufgelöst; ferner werden die in der Anlage genannten Verwaltungsbehörden (im Folgenden: sonstige unabhängige Verwaltungsbehörden) aufgelöst. Die Zuständigkeit zur Weiterführung der mit Ablauf des 31. Dezember 2013 bei diesen Behörden anhängigen Verfahren sowie der bei den Aufsichtsbehörden anhängigen Verfahren über Vorstellungen (Art 119a Abs 5) geht auf die Verwaltungsgerichte über; dies gilt auch für die bei sonstigen Behörden anhängigen Verfahren, in denen diese Behörden sachlich in Betracht kommende Oberbehörde oder im Instanzenzug übergeordnete Behörde sind, mit Ausnahme von Organen der Gemeinde.

Anlage

Aufgelöste unabhängige Verwaltungsbehörden

A.Bund

3. Landesagrarsenate gemäß § 5 Abs 1 des Agrarbehördengesetzes 1950, BGBl Nr 1/1951;

B.Zur Sache:

Die im Verfahren maßgeblichen Bestimmungen des Tiroler Flurverfassungslandesgesetzes (TFLG 1996), LGBl Nr 74/1996, zuletzt geändert durch LGBl Nr 130/2013, lauten wie folgt:

§ 69

Abänderung von Regulierungsplänen

(1) Die Abänderung von Regulierungsplänen, auch zur Vereinigung von zwei oder mehreren Agrargemeinschaften, steht nur der Agrarbehörde zu. Sie kann erfolgen:

a) auf Antrag der Agrargemeinschaft,

b) bei Agrargemeinschaften nach § 33 Abs 2 lit c auf Antrag der Gemeinde oder

c) von Amts wegen.

Anträge nach lit a und b müssen auf entsprechenden Beschlüssen des jeweils zuständigen Organes beruhen.

(3) Die Abweisung eines Antrages nach Abs 1 lit a oder b erfolgt durch Bescheid, gegen den im Fall des Abs 1 lit a die Agrargemeinschaft und im Fall des Abs 1 lit b die Gemeinde Beschwerde an das Landesverwaltungsgericht erheben kann. Gegen einen von Amts wegen oder aufgrund eines Antrages nach Abs 1 lit b erlassenen Abänderungsbescheid können die Agrargemeinschaft und deren einzelne Mitglieder und im Fall des Abs 1 lit b auch die Gemeinde Beschwerde an das Landesverwaltungsgericht erheben.

III.Rechtliche Erwägungen:

A.Zur Zuständigkeit des Landesverwaltungsgerichts Tirol:

Gemäß Art 151 Abs 51 Z 8 B-VG in Verbindung mit Punkt A Z 3 der Anlage zum B-VG wurden die Landesagrarsenate mit 01.01.2014 aufgelöst. Das Landesverwaltungsgericht Tirol ist nunmehr zur Entscheidung über die vorliegenden Berufungen, welche als Bescheidbeschwerden gemäß Art 130 Abs 1 Z 1 B-VG zu qualifizieren sind, zuständig.

B.Zur Zulässigkeit der Bescheidbeschwerden gemäß Art 130 Abs 1 Z 1 B-VG:

Der angefochtene Bescheid wurde von Amts wegen erlassen und stützte sich damit auf § 69 Abs 1 lit c Tiroler Flurverfassungslandesgesetz 1996 (TFLG 1996), LGBl Nr 74/1996, in der Fassung LGBl Nr 7/2010. Gemäß § 69 Abs 3 letzter Satz TFLG 1996, in der vorgenannten Fassung, konnten die Agrargemeinschaft und deren einzelne Mitglieder gegen einen von Amts wegen erlassenen Abänderungsbescheid Berufung erheben.

Die Mitglieder der Agrargemeinschaft Y waren somit berufungslegitimiert. § 69 Abs 3 letzter Satz TFLG 1996, in der Fassung LGBl Nr 130/2013, sieht inzwischen ein Beschwerderecht an das Landesverwaltungsgericht Tirol vor.

C.Zum Prüfungsumfang:

Gemäß § 27 Verwaltungsgerichtsverfahrensgesetz (VwGVG), BGBl I Nr 33/2013, in der Fassung BGBl I Nr 122/2013, hat das Verwaltungsgericht den angefochtenen Bescheid auf Grund der Beschwerde (§ 9 Abs 1 Z 3 und 4) zu überprüfen. Gemäß § 9 Abs 1 Z 3 und 4 VwGVG hat die Beschwerde die Gründe, auf die sich die Behauptung der Rechtswidrigkeit stützt, und das Begehren zu enthalten.

Aufgrund der Ausführungen in den vorliegenden Bescheidbeschwerden gemäß Art 130 Abs 1 Z 1 B-VG gelten jedenfalls Spruchpunkt I./1. und II. des angefochtenen Bescheides als Gegenstand der beim Landesverwaltungsgericht Tirol anhängigen Beschwerdeverfahren.

Was Spruchpunkt I./2. des angefochtenen Bescheides betrifft, so zeigt ein Vergleich mit der ursprünglichen Fassung, dass Punkt 1. („Anteilsrecht der politischen Gemeinde“) zur lit C („Umfang der Anteilsrechte“) in Abschnitt IV. („Rechtsverhältnisse“) der Haupturkunde nur im Hinblick auf folgende Punkte abgeändert wurde:

-In lit a wurde aufgenommen, dass der Gemeinde Y als substanzberechtigter Gemeinde der Substanzanteil an den Grundstücken des Gemeindegutes zustehe und die Gemeinde im Ausmaß dieser Nutzungen und Erträgnisse anteilig an den Lasten des Regulierungsgebietes teilnehme.

-Die neue lit b entspricht im Wesentlichen der bisherigen lit a. Das walzende Anteilsrecht der Gemeinde wurde lediglich dahingehend modifiziert, dass das Wort „forstlichen“ vor dem Wort „Erträgnissen“ eingefügt wurde.

-Die neue lit c entspricht im Wesentlichen der bisherigen lit b. Die neue lit c wurde nur entsprechend der neuen lit b abgeändert. Der zweite Satz der ursprünglichen Fassung wurde in der neuen lit c bloß wiederholt.

-Die lit d und e stellen eine Wiederholung der bisherigen lit c und d dar.

-Die lit f entspricht im Wesentlichen der bisherigen lit e, ergänzt diese jedoch dahingehend, dass der Gemeinde an den Weiden zwar kein Anteilsrecht zukomme, dies jedoch nicht für die Substanz gemäß lit a gelte.

Aus den Beschwerden geht klar hervor, dass sich die Beschwerdeführer gegen die Aufnahme der lit a (Substanzrecht der Gemeinde, wobei diese in diesem Ausmaß auch die Lasten zu tragen habe) wehren. Was die nunmehrige lit b und c und damit das walzende Anteilsrecht der Gemeinde Y und die auf dem Gemeindegutswald lastenden Servitutsrechte betrifft, kann der Beschwerde der Beschwerdeführer (1. bis 8.) kein Vorbringen entnommen werden. Der Beschwerdeführer Mag. A A führt in seiner Beschwerde sogar ausdrücklich aus, dass diese beiden Punkte akzeptabel seien. Auch die lit e (Anteilsrecht an den Alpen laut dem vor dem Landesagrarsenat abgeschlossenen Vergleich) und f (der Gemeinde stehe abgesehen von lit a kein Anteilsrecht an den Weiden zu) wird von den Beschwerdeführern (1. bis 8.) nicht bekämpft und von Mag. A A wiederum akzeptiert. Von den Beschwerdeführern (1. bis 8.) wurde auch lit d (Holzerfordernis für alle eingeforsteten Objekte und Einrichtungen, die nicht bereits zu den Stammsitzliegenschaften in Y gehören) nicht angefochten. Mag. A A wehrt sich in seiner Beschwerde zwar gegen die lit d, führt in seiner Beschwerde aber aus, dass er den Zustand laut Zeitpunkt seines Eigentumserwerbs im Jahr 2004 wolle. Zumal die neue lit d der ursprünglichen lit c entspricht, ist sie kein Gegenstand der Beschwerde. Insgesamt geht das Landesverwaltungsgericht Tirol davon aus, dass nur jene Bestimmungen des Regulierungsplanes, welche nunmehr im Sinne eines Substanzwertanspruches der Gemeinde Y abgeändert wurden, Gegenstand des Beschwerdeverfahrens sind.

D.Zur Sache:

1. Ausgangssituation:

Mit Spruchpunkt I./1. des Bescheides der belangten Behörde vom 07.09.2010, Zl AgrB-/-2010, in der Fassung des Erkenntnisses des Landesagrarsenates vom 25.08.2011, Zl LAS-/-10, stellte die belangte Behörde fest, dass die Gste Nr 43/1, 43/2, 228, 233, 238/1, 239/1, 377/1, 377/4, 379/1, 380/1, 381, 492/2, 538/1, 538/3, 538/4, 539/2, 540, 541/1, 542/1, 542/2, 542/3, 634, 642/1, 642/2, 642/3, 748, 749, 750, 753/1, 753/3, 753/4, 753/5, 753/6, 761, 762/2, 767, 827/6 und 827/9 in EZ *** GB **** Y, 497/1, 643, 746/1, 746/2, 746/6, 751/1, 751/2, 751/7, 752, 759/1, 759/4, 764/1, 764/3, 766/1, 769, 770, 771/1, 772, 773, 852 und .148 in EZ *** GB **** Y, .318 in EZ *** GB **** Y, 1258/1, 1258/2, 1259, 1262/1, 1262/2 in EZ *** GB ***** X, 1204, 1205, 1206, 1239, 1240, 1243, 1245, 1247, 1250, 1267, 1269, 1271, 1272, 1275, .338, .341, .342 in EZ *** GB ***** X und 1255, 1257/2, .352, .954, .955 in EZ *** GB ***** X Gemeindegut im Sinne des § 33 Abs 2 lit c Z 2 TFLG 1996, in der Fassung LGBl Nr 7/2010, sind. Mit diesem Feststellungsbescheid wurde in einer die Agrarbehörden und die Verwaltungsgerichte bindenden Art und Weise festgestellt, dass die Agrargemeinschaft Y eine solche nach § 33 Abs 2 lit c Z 2 TFLG 1996 ist. Besteht ein solcher rechtskräftiger Feststellungsbescheid, müssen die Agrarbehörden und die Verwaltungsgerichte davon ausgehen, selbst dann, wenn dieser Ausspruch rechtswidrig wäre (vgl VwGH 24.07.2012, Zl AW 2012/07/0029). Das Landesverwaltungsgericht Tirol ist folglich nicht berechtigt, neuerlich die Frage zu prüfen, ob die Agrargemeinschaft Y eine solche nach § 33 Abs 2 lit c Z 2 TFLG 1996 ist.

Infolge dieser Feststellung gilt § 33 Abs 5 TFLG 1996 und steht der Substanzwert, sohin jener Wert, der nach Abzug der Belastung durch die land- und forstwirtschaftlichen Nutzungsrechte verbleibt, der Gemeinde Y zu. Bereits mit Erkenntnis vom 10.12.2010, Zl B637/10 ua, bestätigte der Verfassungsgerichtshof die Verfassungskonformität dieser Bestimmung.

Im Hinblick auf die Agrargemeinschaft Y ist damit von folgenden Prämissen auszugehen:

1. Die Agrargemeinschaft Y besteht im Hinblick auf die Gste Nr 43/1, 43/2, 228, 233, 238/1, 239/1, 377/1, 377/4, 379/1, 380/1, 381, 492/2, 538/1, 538/3, 538/4, 539/2, 540, 541/1, 542/1, 542/2, 542/3, 634, 642/1, 642/2, 642/3, 748, 749, 750, 753/1, 753/3, 753/4, 753/5, 753/6, 761, 762/2, 767, 827/6 und 827/9 in EZ *** GB **** Y, 497/1, 643, 746/1, 746/2, 746/6, 751/1, 751/2, 751/7, 752, 759/1, 759/4, 764/1, 764/3, 766/1, 769, 770, 771/1, 772, 773, 852 und .148 in EZ *** GB **** Y, .318 in EZ *** GB **** Y, 1258/1, 1258/2, 1259, 1262/1, 1262/2 in EZ *** GB ***** X, 1204, 1205, 1206, 1239, 1240, 1243, 1245, 1247, 1250, 1267, 1269, 1271, 1272, 1275, .338, .341, .342 in EZ *** GB ***** X und 1255, 1257/2, .352, 2702 in EZ *** GB ***** X, letzteres eingeschränkt auf den Bereich der ursprünglichen Gste Nr .954 und .955 in EZ *** GB ***** X und des Trennstückes 2 von 2.265 m² aus Gst Nr 1255 in EZ *** GB ***** X gemäß Vermessungsurkunde des DI T P vom 01.10.2013, GZ ****/13, (verbüchert mit Beschluss des Bezirksgerichtes X vom 12.11.2013, Zl **/2014), auf Gemeindegut im Sinne des § 33 Abs 2 lit c Z 2 TFLG 1996. Damit ist sie eine Gemeindegutsagrargemeinschaft. Die im zitierten Feststellungsbescheid angeführten Gste Nr .954 und .955 in EZ *** GB ***** X wurden mit Beschluss des Bezirksgerichtes X vom 12.11.2013, Zl **/2014, mit dem Gst Nr 2702 in EZ *** GB ***** X vereinigt. Mit diesem Beschluss wurde auch das als Gemeindegut festgestellte agrargemeinschaftliche und aus Gst Nr 1255 EZ *** GB ***** X abgetrennte Trennstück 2 von 2.265 m² mit dem Gst Nr 2702 in EZ *** GB ***** X vereinigt. Gleichzeitig wurde dem Grundbuchskörper EZ *** das aus Gst Nr 1256 in EZ *** GB ***** X abgetrennte Trennstück 1 von 1.388 m² unter dortiger Vereinigung mit Gst Nr 2702 in EZ *** GB ***** X zugeschrieben. Zumal hinsichtlich Gst Nr 1256 in EZ *** GB ***** X keine Feststellung gemäß § 73 lit d TFLG 1996 getroffen wurde, war im Hinblick auf das Gst Nr 2702 in EZ *** GB ***** X die auf die Vermessungsurkunde des DI T P vom 01.10.2013 beziehende Einschränkung laut Spruch vorzunehmen.

2. Die Agrargemeinschaft Y besteht im Wesentlichen aus der substanzberechtigten Gemeinde Y, der Gemeinde Y als Inhaberin eines walzendes Anteilsrechts und der Gesamtheit der jeweiligen Eigentümer der Stammsitzliegenschaften mit den im Regulierungsplan des Amtes der Tiroler Landesregierung vom 02.04.1963, Zl IIIb1-*/, definierten Anteilsrechten.

3. Die Gste Nr 43/1, 43/2, 228, 233, 238/1, 239/1, 377/1, 377/4, 379/1, 380/1, 381, 492/2, 538/1, 538/3, 538/4, 539/2, 540, 541/1, 542/1, 542/2, 542/3, 634, 642/1, 642/2, 642/3, 748, 749, 750, 753/1, 753/3, 753/4, 753/5, 753/6, 761, 762/2, 767, 827/6 und 827/9 in EZ *** GB **** Y, 497/1, 643, 746/1, 746/2, 746/6, 751/1, 751/2, 751/7, 752, 759/1, 759/4, 764/1, 764/3, 766/1, 769, 770, 771/1, 772, 773, 852 und .148 in EZ *** GB **** Y, .318 in EZ *** GB **** Y, 1258/1, 1258/2, 1259, 1262/1, 1262/2 in EZ *** GB ***** X, 1204, 1205, 1206, 1239, 1240, 1243, 1245, 1247, 1250, 1267, 1269, 1271, 1272, 1275, .338, .341, .342 in EZ *** GB ***** X und 1255, 1257/2, .352, 2702 in EZ *** GB ***** X stehen im Eigentum der Agrargemeinschaft Y. Die Stammsitzliegenschaft in EZ *** GB **** Y steht seit 2004 im Eigentum von Mag. A A. Als Eigentümer dieser Stammsitzliegenschaft ist er Mitglied der Agrargemeinschaft Y. Der Substanzwert gemäß § 33 Abs 5 TFLG 1996 steht jedoch seit jeher der Gemeinde Y zu. Als agrargemeinschaftliches Anteilsrecht kann der Substanzwertanspruch weder ersessen werden, noch kann er verjähren (vgl VwGH 30.06.2011, Zl 2010/07/0091). Die Nutzungsrechte bestehen und bestanden seit jeher ausschließlich im Bezug auf Naturalleistungen und sind bzw waren stets auf den Haus- und Gutsbedarf der berechtigten Liegenschaften beschränkt.

Aufgrund dieser Ausgangssituation waren die von den Beschwerdeführern (1. bis 8.) gestellten Beweisanträge gemäß den §§ 17 und 25 Abs 5 letzter Satz VwGVG iVm § 43 Abs 2 AVG wegen offenbarer Unerheblichkeit zurückzuweisen.

2. Abänderung der Haupturkunde des Regulierungsplans:

Durch Spruchpunkt I. des angefochtenen Bescheides wurde der Regulierungsplan der belangten Behörde vom 02.04.1963, Zl IIIb1-*/, durch einen Anhang I. abgeändert.

Grundsätzlich ist hierzu festzuhalten, dass eine Abänderung von Regulierungsplänen der Agrarbehörde zusteht und gemäß § 69 Abs 1 lit c TFLG 1996 von Amts wegen erfolgen kann. Der Verfassungsgerichtshof geht in ständiger Rechtsprechung davon aus, dass eine Änderung nur dann, aber auch immer dann stattzufinden hat, wenn sich die erfolgte Regulierung für die Ausübung der land- und forstwirtschaftlichen Nutzungsrechte unzweckmäßig erweist oder die für die Nutzungsverhältnisse maßgeblich gewesenen Umstände geändert haben (vgl VfGH 11.06.2008, Zl B464/07). Entsprechend diesem Verfassungsgerichtshoferkenntnis kommt eine solche Änderung der Umstände bei verfassungskonformer Auslegung der nunmehrigen Rechtslage in Betracht. Infolge des bisher unberücksichtigt gebliebenen Substanzrechts der Gemeinde Y hat die belangte Behörde den Regulierungsplan zu Recht abgeändert.

Konkret wurde Abschnitt III. („Nutzungen und Ertrag“) der Haupturkunde dahingehend modifiziert, dass als Nutzungen die Holznutzung, die Weidenutzung, die Streunutzung, die landwirtschaftliche Nutzung und die Substanznutzung im Sinne des § 33 Abs 5 TFLG 1996 an den Grundstücken des Gemeindegutes in Betracht kämen, wobei die Substanznutzungen der Gemeinde Y zustünden. Die Ergänzung der Nutzungen durch die Substanznutzungen der Gemeinde Y war aufgrund des § 33 Abs 5 TFLG 1996 erforderlich.

Punkt 1. („Anteilsrecht der politischen Gemeinde“) zur lit C („Umfang der Anteilsrechte“) in Abschnitt IV. („Rechtsverhältnisse“) der Haupturkunde wurde dahingehend ergänzt, als die Gemeinde Y im Ausmaß ihres Substanznutzungsrechts anteilig an den Lasten des Regulierungsgebietes teilnehme (vgl die lit a und f neu). Diese Vorgehensweise entspricht den §§ 33 Abs 2 lit c Z 2, 33 Abs 5 und 34 Abs 1 TFLG 1996. Die Anordnung, dass die Gemeinde auch den Aufwand aus den Substanznutzungen des Regulierungsgebietes zu tragen habe, entspricht § 34 Abs 4 zweiter Satz TFLG 1996. Nach dieser Bestimmung sind die gemeinschaftlichen Nutzungen und Lasten nach dem Verhältnis der Anteile auszumessen. Dem alleinigen Substanznutzungsrecht korrespondierend hat die Gemeinde die mit den Substanznutzungen in Zusammenhang stehenden Aufwendungen auch allein zu tragen.

Insgesamt waren die von der belangten Behörde vorgenommenen Änderungen des Regulierungsplanes zur Umsetzung der Vorgaben des LGBl Nr 7/2010 erforderlich.

3. Neuerlassung der Satzung als Teil des Regulierungsplans:

In Spruchpunkt II. des angefochtenen Bescheides wurde eine neue Satzung in Kraft und die Satzung vom 28.04.1998, Zl IIIb1-/-1998, außer Kraft gesetzt.

Ein Vergleich der ursprünglichen Satzung mit der neu in Kraft gesetzten Satzung ergibt hinsichtlich der erfolgten Abänderungen folgendes: § 1 der Satzung entspricht §§ 34 Abs 1 iVm 36 Abs 1 lit a TFLG 1996. Im Sinne des § 36 Abs 1 lit a TFLG 1996 definiert § 2 der Satzung den Zweck der Agrargemeinschaft. In Ergänzung der ursprünglichen Satzung wurde die Wortfolge „dem öffentlichen Interesse zu dienen“ eingefügt. Dadurch entsteht den Beschwerdeführern kein Nachteil. Entsprechend § 36 Abs 1 lit b TFLG 1996 regelt § 3 der Satzung die Rechte und Pflichten der Mitglieder. § 3 Abs 3 erster Satz der Satzung bezieht sich auf § 35 Abs 2, 3 und 6 TFLG 1996. § 3 Abs 4 der Satzung nimmt auf § 35 Abs 2 und 8 Bezug. § 4 der Satzung enthält die Rechten und Pflichten der substanzberechtigten Gemeinde Y und trägt dafür Sorge, dass die Vorgaben der §§ 33 Abs 5, 35 Abs 7 und 40 Abs 3 TFLG 1996 erfüllt werden. § 5 der Satzung nennt in Anlehnung an § 35 Abs 1 TFLG 1996 die Organe der Agrargemeinschaft. Entsprechend den Vorschriften des TFLG 1996 regelt § 6 der Satzung die Wahl der Organe. Die §§ 7 bis 10 der Satzung enthalten Regelungen zur Vollversammlung. Die Regelungen betreffend den Substanzwert der Gemeinde (vgl §§ 7 Abs 2 und 4 sowie 9 Abs 2 der Satzung) entsprechen § 35 Abs 2, 7 und 8 TFLG 1996. § 10 lit c der Satzung, wonach der Wirkungskreis der Vollversammlung insbesondere die Verteilung von Ertragsüberschüssen aus Rechnungskreis I (§ 16) umfasse, ist auf atypisches, in Form einer Agrargemeinschaft organisiertes Gemeindegut im Sinne des § 33 Abs 2 lit c Z 2 TFLG 1996 nicht anzuwenden (VfGH 02.10.2013, Zl B 550/2012, B 552/2012, B 553/2012). Im Sinne des § 35 Abs 3 bis 5 und 7 TFLG 1996 enthalten die §§ 11 bis 13 der Satzung Regelungen über den Ausschuss. Die §§ 14 und 15 enthalten Bestimmungen über den Obmann. Sie entsprechen den Vorgaben des § 35 Abs 8 bis 10 TFLG 1996. Die §§ 16 („Haushaltswirtschaft“), 17 („Geldverkehr“), 18 („Beiträge, Umlagen und Schichten“) und 20 („Rechnungsprüfung“) der Satzung entsprechen den Vorgaben der §§ 33 Abs 5, 36 Abs 1 lit g und 2 und 37 Abs 2 TFLG 1996. In Anlehnung an § 36 Abs 1 lit f TFLG 1996 enthält § 19 der Satzung Regelungen betreffend der Verwendung allfälliger Ertragsüberschüsse. § 21 („Streitigkeiten, Fristen“) der Satzung setzt § 37 Abs 7 TFLG 1996 um. § 22 („Behördliche Aufsicht“) der Satzung nimmt auf die §§ 37 Abs 1 bis 5 und 7, 40 Abs 1 und 85 Abs 1 TFLG 1996 Bezug.

Insgesamt zielt die Neufassung der Satzung darauf ab, dass die Gemeinde Y als substanzberechtigtes Mitglied der Agrargemeinschaft Y eine den Bestimmungen der Novelle LGBl Nr 7/2010 zum TFLG 1996 entsprechende Stellung in den Organen der Agrargemeinschaft erhält. Die nunmehrige Satzung trägt dem TFLG 1996 Rechnung. Lediglich § 36 Abs 1 lit f TFLG 1996, wonach die Satzung der Agrargemeinschaft insbesondere Bestimmungen über die Verwendung allfälliger Ertragsüberschüsse enthalten müsse, ist im Hinblick auf das vorzitierte Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes verfassungskonform dahingehend zu interpretieren, dass diese Bestimmung auf agrargemeinschaftliche Grundstücke im Sinne des § 33 Abs 2 lit c Z 2 TFLG 1996 nicht anzuwenden ist. Zumal sich das Regulierungsgebiet der Agrargemeinschaft Y auch auf nicht als Gemeindegut zu qualifizierende agrargemeinschaftliche Grundstücke erstreckt, werden die §§ 10 lit c und 19 der Satzung belassen. Diese Bestimmungen sind aber betreffend die als Gemeindegut festgestellten agrargemeinschaftlichen Grundstücke gemäß Spruchpunkt I./1. des Bescheides der belangten Behörde vom 07.09.2010, Zl AgrB-/-2010, nicht anzuwenden. Spruchpunkt II. des angefochtenen Bescheides war dahingehend zu berichtigen, dass die bisherige Satzung richtigerweise die Zl IIIb1-/*-1998, aufweist.

4. Ergebnis:

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die belangte Behörde und das Landesverwaltungsgericht Tirol an den Feststellungsbescheid der belangten Behörde vom 07.09.2010, Zl AgrB-*/-2010, gebunden sind. Insofern war zwingend davon auszugehen, dass die Agrargemeinschaft Y eine Gemeindegutsagrargemeinschaft ist. Etwaige Beschwerdevorbringen, welche diese Qualifikation der Agrargemeinschaft Y bestreiten, gehen ins Leere. Die in diesem Zusammenhang gestellten Beweisanträge waren zurückzuweisen. Wenn die Beschwerdeführer ihr Eigentumsrecht als verletzt erachten, ist festzuhalten, dass ihre Nutzungsrechte seit jeher ausschließlich im Bezug von Naturalleistungen bestehen. Ihre Anteilsrechte erstreckten sich niemals auf den Substanzwert der agrargemeinschaftlichen Grundstücke, sondern gebührte der Substanzwert stets der Gemeinde. Ein Eingriff in das Eigentumsrecht der Beschwerdeführer liegt sohin nicht vor. Wie dargelegt, ist auch eine Ersitzung des Substanzwertanspruchs nicht möglich. Wenn die Beschwerdeführer die Verfassungskonformität einzelner Bestimmungen anzweifeln, wird auf die gegenteilige Judikatur des Verfassungsgerichtshofes verwiesen (vgl Zl VfGH 10.12.2010, Zl B 637/10). In Anlehnung an das Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes vom 11.06.2008, Zl B 464/07, erfolgte die Abänderung des Regulierungsplanes zu Recht. Die mit dem bekämpften Bescheid vorgenommenen Änderungen der Haupturkunde und die Neuerlassung der Satzung entsprechen den Vorgaben des TFLG 1996. In Anbetracht des Erkenntnisses des Verfassungsgerichtshofes vom 02.10.2013, Zln B 550/2012, B 552/2012, B 553/2012, sind die §§ 10 lit c und 19 der Satzung auf die mit vorzitiertem Bescheid als Gemeindegut festgestellten agrargemeinschaftlichen Grundstücke nicht anzuwenden. Infolge jener agrargemeinschaftlichen Grundstücke, welche nicht als Gemeindegut gelten, werden diese Satzungsbestimmungen aber belassen. Zumal im bekämpften Bescheid § 73 lit d TFLG 1996 irrtümlich zitiert wurde, ist diese Bestimmung zu streichen. Im Übrigen war der angefochtene Bescheid infolge der Vereinigung der Gste Nr .954 und .955 EZ *** GB ***** X und des Trennstückes 2 von 2.265 m² aus Gst Nr 1255 in EZ *** GB ***** X mit Gst Nr 2702 in EZ *** GB ***** X und der Geschäftszahl der bisherigen Satzung zu berichtigen.

IV.Unzulässigkeit der ordentlichen Revision:

Gemäß § 25a Abs 1 VwGG hat das Verwaltungsgericht im Spruch seines Erkenntnisses oder Beschlusses auszusprechen, ob die Revision gemäß Art 133 Abs 4 B-VG zulässig ist. Der Ausspruch ist kurz zu begründen.

Gemäß Art 133 Abs 4 B-VG ist die Revision gegen ein Erkenntnis des Verwaltungsgerichtes zulässig, wenn sie von der Lösung einer Rechtsfrage abhängt, der grundsätzliche Bedeutung zukommt, insbesondere wenn das Erkenntnis von der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes abweicht, eine solche Rechtsprechung fehlt oder die zu lösende Rechtsfrage in der bisherigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes nicht einheitlich beantwortet wird.

Das Landesverwaltungsgericht Tirol war bei der hier entscheidenden Rechtsfrage, ob die Agrargemeinschaft Y eine Gemeindegutsagrargemeinschaft ist, an einen rechtskräftigen Feststellungsbescheid gebunden. Im Übrigen wurde bei der Entscheidung die Judikatur des Verfassungs- und des Verwaltungsgerichtshofes berücksichtigt (vgl insbesondere VfGH 11.06.2008, Zl B 464/07; 10.12.2010, Zl B 639/10, ua; 02.10.2013, Zl B 550/2012, B 552/2012, B 553/2012; VwGH 30.06.2011, Zl 2010/07/0091).

Landesverwaltungsgericht Tirol

MMag. Dr. Barbara Besler

(Richterin)

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