LVwG T LVwG-2015/13/0182-1

LVwG-2015/13/0182-1Tribunale amministrativo regionale30 gen 2015

Regest

Vormerkdelikte, Nachschulung

Testo completo

Landesverwaltungsgericht Tirol LVwG-2015/13/0182-1

  • Dokumenttyp: Entscheidungstext
  • Entscheidungsdatum: 30.01.2015
  • ECLI: ECLI:AT:LVWGTI:2015:LVwG.2015.13.0182.1

Begründung

IM NAMEN DER REPUBLIK

Das Landesverwaltungsgericht Tirol hat durch seine Richterin Mag. Dr. Martina Strele über die Beschwerde des A, geboren am .., wohnhaft in Ort1, Adresse1, gegen den Bescheid der Landespolizeidirektion XY vom 23.12.2014, GZ: **--/2014

zu Recht erkannt:

1. Gemäß § 28 Abs 1 VwGVG in Verbindung mit § 35 Abs 1 FSG wird die Beschwerde als unbegründet abgewiesen.

2. Gegen dieses Erkenntnis ist gemäß § 25a VwGG eine ordentliche Revision an den Verwaltungsgerichtshof nach Art 133 Abs 4 B-VG unzulässig.

R e c h t s m i t t e l b e l e h r u n g

Soweit die ordentliche Revision an den Verwaltungsgerichtshof in Wien für zulässig erklärt worden ist, kann innerhalb von sechs Wochen ab dem Tag der Zustellung dieser Entscheidung eine ordentliche Revision erhoben werden. Im Fall der Nichtzulassung der ordentlichen Revision kann innerhalb dieser Frist nur die außerordentliche Revision an den Verwaltungsgerichtshof erhoben werden.

Wenn allerdings in einer Verwaltungsstrafsache oder in einer Finanzstrafsache eine Geldstrafe von bis zu 750 Euro und keine Freiheitsstrafe verhängt werden durfte und im Erkenntnis eine Geldstrafe von bis zu 400 Euro verhängt wurde, ist eine (ordentliche oder außerordentliche) Revision an den Verwaltungsgerichthof wegen Verletzung in Rechten nicht zulässig.

Jedenfalls kann gegen diese Entscheidung binnen sechs Wochen ab der Zustellung Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof, Freyung 8, 1010 Wien, erhoben werden.

Die genannten Rechtsmittel sind von einem bevollmächtigten Rechtsanwalt bzw einer bevollmächtigten Rechtsanwältin abzufassen und einzubringen, und es ist eine Eingabegebühr von Euro 240,00 zu entrichten. Die Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof ist direkt bei diesem, die (ordentliche oder außerordentliche) Revision an den Verwaltungsgerichtshof ist beim Landesverwaltungsgericht Tirol einzubringen.

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e

I.Verfahrensgang:

Laut Mitteilung aus dem Führerscheinregister wurde der Beschwerdeführer innerhalb der letzten zwei Jahre wegen zweier Vergehen rechtskräftig verurteilt, welche im Führerscheinregister zu einer Vormerkung führten:

1. Strafbescheid der Landespolizeidirektion XY vom 14.04.2014, Zl VStV******2014, Tatzeit 28.03.2014 um 07:55 Uhr, Tatort Ort2 A, km 63,425, Fahrtrichtung Osten, Übertretung: Alkoholgehalt der Atemluft betrug 0,27 mg/l.

2. Strafbescheid der Landespolizeidirektion XY vom 22.10.2014, Zl VStV/****/2015, Tatzeit 28.03.2014 um 07:51 Uhr, Tatort Ort3 A, km 69,2, Fahrtrichtung Osten, Übertretung: Unzureichender Sicherheitsabstand.

Aufgrund der rechtskräftigen zwei Vormerkdelikte hat die LPD XY den nunmehr angefochtenen Bescheid vom 23.12.2014 erlassen. Der Spruch lautet wie folgt:

„Die Landespolizeidirektion XY, **** – Verkehrsamt,

ordnet als besondere Maßnahme im Sinne des Führerschein-Vormerksystems, die Absolvierung einer Nachschulung gemäß § 4a FSG NV binnen einer Frist von 3 Monaten gerechnet ab Zustellung dieses Bescheides an.

Rechtsgrundlage: §§ 30a, 30b FSG i.V.m. 13b/e/f FSG-DV, § 4a FSG NV.

Der von der Anordnung der besonderen Maßnahme Betroffene, hat der Behörde eine Bestätigung jener Einrichtung, bei der die besondere Maßnahme absolviert wurde, über die Teilnahme und seine Mitarbeit, der zuständigen Behörde vorzulegen.

Die anfallenden Kosten dieser Maßnahme gehen zu Ihren Lasten.“

Dagegen hat Herr A fristgerecht Beschwerde erhoben und im Wesentlichen vorgebracht, dass er bereits im März 2014 eine Strafe von knapp € 1.000,-- bekommen habe und diese nun in Raten abzahle. Er sei sich dessen bewusst, dass er aufgrund seiner Fahrweise früher viele Probleme mit dem Strafamt gehabt habe, doch habe er seinen Fahrstil geändert und sei er ein guter und verantwortungsvoller Fahrer geworden.

Am Abend bevor er von der Polizei aufgehalten wurde, sei er aufgrund des Geburtstages seiner Freundin in der Stadt gewesen, doch habe er nicht viel getrunken. Gegen 07:30 Uhr des nächsten Morgens sei er dann zur Arbeit gefahren und habe sich nüchtern gefühlt, sonst wäre er nicht selbst mit dem Auto gefahren, sondern hätte sich holen lassen.

Was den zweiten Punkt der Strafe betrifft, so habe der Beschwerdeführer aufgrund der Tatsache, dass er diese Strecke jeden Tag fährt, zum damaligen Zeitpunkt eine Baustelle am Tatort war und sehr viel Verkehr war, übersehen, dass er zu wenig Abstand zum vorderen Fahrzeug eingehalten hat.

Es sei die Nachschulung für den Beschwerdeführer existenzbedrohend, sein Nettoeinkommen betrage monatlich € 1.400,--, wobei seine Ausgaben gleich hoch seien und er jeden Monat bei der Bank ein Minus von € 100,-- bis € 200,-- machen müsse.

Abschließend brachte der Beschwerdeführer vor, dass er der Meinung sei, die bereits verhängte Strafe von annähernd € 1.000,-- sei ausreichend und bat er darum, es in diesem Fall bei einer Verwarnung bleiben zu lassen.

II.Beweiswürdigung:

Beweis wurde aufgenommen durch Einsichtnahme in den erst- und zweitinstanzlichen Akt, insbesondere aber durch Einsichtnahme in den Führerscheinregister des Beschwerdeführers.

III.Rechtslage:

Die maßgeblichen Bestimmungen des Führerscheingesetzes BGBl. I Nr. 120/1997 in der Fassung von BGBl. I Nr. 52/2014 lauten wie folgt:

Vormerksystem – Maßnahmen gegen Risikolenker

Vormerksystem

§ 30a.(1)Hat ein Kraftfahrzeuglenker eines der in Abs. 2 angeführten Delikte begangen, so ist unabhängig von einer verhängten Verwaltungsstrafe, einer etwaigen Entziehung der Lenkberechtigung oder sonstiger angeordneter Maßnahmen eine Vormerkung im Örtlichen Führerscheinregister einzutragen. Die Vormerkung ist auch dann einzutragen, wenn das in Abs. 2 genannte Delikt den Tatbestand einer in die Zuständigkeit der Gerichte fallenden strafbaren Handlung verwirklicht. Für die Vornahme der Eintragung ist die Rechtskraft des gerichtlichen oder des Verwaltungsstrafverfahrens abzuwarten. Die Eintragung der Vormerkung ist von der das Verwaltungsstrafverfahren führenden Behörde, im Fall einer gerichtlichen Verurteilung von der Behörde des Hauptwohnsitzes vorzunehmen und gilt ab dem Zeitpunkt der Deliktsetzung. Der Lenker ist über die Eintragung und den sich daraus möglicherweise ergebenden Folgen durch einen Hinweis im erstinstanzlichen Strafbescheid zu informieren.

(2)Folgende Delikte sind gemäß Abs. 1 vorzumerken:

1. Übertretungen des § 14 Abs. 8;

2. Übertretungen des § 20 Abs. 4;

3. (Anm.: aufgehoben durch BGBl. I Nr. 43/2013)

4. Übertretungen des § 9 Abs. 2 oder § 38 Abs. 4 dritter Satz StVO, wenn Fußgänger, die Schutzwege vorschriftsmäßig benützen, gefährdet werden;

5. Übertretungen des § 18 Abs. 1 StVO, sofern die Übertretung mit technischen Messgeräten festgestellt wurde und der zeitliche Sicherheitsabstand 0,2 Sekunden oder mehr aber weniger als 0,4 Sekunden betragen hat;

6. Übertretungen des § 19 Abs. 7 i.V.m. Abs. 4 StVO, wenn der Vorrangverletzung die Nichtbeachtung eines Vorschriftszeichens gem. § 52 lit. c Z 24 StVO zu Grunde liegt und dadurch die Lenker anderer Fahrzeuge zu unvermitteltem Bremsen oder zum Ablenken ihrer Fahrzeuge genötigt werden;

7. Übertretungen des § 38 Abs. 5 StVO, wenn dadurch Lenker von Fahrzeugen, für die gem. § 38 Abs. 4 StVO auf Grund grünen Lichts „freie Fahrt“ gilt, zu unvermitteltem Bremsen oder zum Ablenken ihrer Fahrzeuge genötigt werden;

8. Übertretungen des § 46 Abs. 4 lit. d StVO unter Verwendung mehrspuriger Kraftfahrzeuge, wenn damit eine Behinderung von Einsatzfahrzeugen, Fahrzeugen des Straßendienstes, der Straßenaufsicht oder des Pannendienstes verbunden ist;

9. Übertretungen des § 52 lit. a Z 7e StVO in Tunnelanlagen;

10. Übertretungen der Verordnung der Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie über Beschränkungen für Beförderungseinheiten mit gefährlichen Gütern beim Befahren von Autobahntunneln, BGBl. II Nr. 395/2001;

11. Übertretungen des 96 Abs. 1 Z 5 und 6 und des § 99 Abs. 1 Z 1 bis 5 der Eisenbahnkreuzungsverordnung 2012, BGBl. II Nr. 216/2012;

12. Übertretungen des § 102 Abs. 1 KFG 1967 oder des § 13 Abs. 2 Z 3 Gefahrgutbeförderungsgesetz, BGBl. I Nr. 145/1998 idF BGBl. I Nr. 63/2007, wenn ein Fahrzeug gelenkt oder ein Anhänger gezogen wird, dessen technischer Zustand oder dessen nicht entsprechend gesicherte Beladung eine Gefährdung der Verkehrssicherheit darstellt, sofern die technischen Mängel oder die nicht entsprechend gesicherte Beladung dem Lenker vor Fahrtantritt auffallen hätten müssen;

13. Übertretungen des § 106 Abs. 5 Z 1 und 2, § 106 Abs. 5 dritter Satz und § 106 Abs. 6 letzter Satz KFG 1967.

(3)Werden zwei oder mehrere der in Abs. 2 angeführten Delikte in Tateinheit begangen, so zählt die Eintragung in das Örtliche Führerscheinregister als eine Vormerkung.

(4)Die in den § 7 Abs. 3 Z 14 oder 15, § 25 Abs. 3 zweiter Satz oder § 30b genannten Rechtsfolgen treten nur dann ein, wenn die die jeweiligen Rechtsfolgen auslösenden Delikte innerhalb von zwei Jahren begangen wurden. Wurde innerhalb dieses zweijährigen Zeitraumes ein zweites Vormerkdelikt begangen, so verlängert sich der Zeitraum auf drei Jahre. Wurde eine Entziehung gemäß § 7 Abs. 3 Z 14 oder 15 ausgesprochen oder die Entziehungsdauer gemäß § 25 Abs. 3 zweiter Satz verlängert, so sind die dieser Entziehung zugrunde liegenden Vormerkungen künftig nicht mehr zu berücksichtigen. Wurde die Entziehung der Lenkberechtigung wegen einer der in § 7 Abs. 3 genannten bestimmten Tatsache ausgesprochen, so sind später eingetragene Vormerkungen aufgrund von Delikten, die vor dem Zeitpunkt der Entziehung der Lenkberechtigung begangen wurden, hinsichtlich der Rechtsfolgen des § 25 Abs. 3 zweiter Satz oder hinsichtlich der sonstigen Entziehungsdauer nicht mehr zu berücksichtigen.

(5)Wenn sich ergibt, dass eine Vormerkung gemäß Abs. 1 zu Unrecht erfolgte, so ist diese Eintragung unverzüglich zu löschen.

Besondere Maßnahmen

§ 30b.(1)Unbeschadet einer etwaigen Entziehung der Lenkberechtigung ist eine besondere Maßnahme gemäß Abs. 3 anzuordnen:

1. wenn zwei oder mehrere der im § 30a Abs. 2 genannten Delikte in Tateinheit (§ 30a Abs. 3) begangen werden oder

2. anlässlich einer zweiten zu berücksichtigenden Vormerkung (§ 30a Abs. 4) wegen eines der in § 30a Abs. 2 genannten Delikte, sofern wegen des ersten Deliktes nicht bereits eine Maßnahme gemäß Z 1 angeordnet wurde.

(2)Von der Anordnung einer besonderen Maßnahme ist jedoch Abstand zu nehmen, wenn

1. die Voraussetzungen des § 7 Abs. 3 Z 14 oder 15 vorliegen oder

2. eine Nachschulung gemäß § 4 Abs. 3 angeordnet wird oder

3. eine begleitende Maßnahme gemäß § 24 Abs. 3 angeordnet wird.

(3)Als besondere Maßnahmen kommen die Teilnahme an

1. Nachschulungen gemäß der Verordnung des Bundesministers für Verkehr, Innovation und Technologie über verkehrspsychologische Nachschulungen (Nachschulungsverordnung – FSG-NV), BGBl. II Nr. 357/2002,

2. Perfektionsfahrten gemäß § 13a der Verordnung des Bundesministers für Wissenschaft und Verkehr über die Durchführung des Führerscheingesetzes (Führerscheingesetz-Durchführungsverordnung – FSG-DV), BGBl. II Nr. 320 idF BGBl. II Nr. 223/2004,

3. das Fahrsicherheitstraining gemäß § 13b der Verordnung des Bundesministers für Wissenschaft und Verkehr über die Durchführung des Führerscheingesetzes (Führerscheingesetz-Durchführungsverordnung – FSG-DV), BGBl. II Nr. 320 idF BGBl. II Nr. 223/2004,

4. Vorträgen oder Seminaren über geeignete Ladungssicherungsmaßnahmen,

5. Unterweisungen in lebensrettenden Sofortmaßnahmen gemäß § 6 der Verordnung des Bundesministers für Wissenschaft und Verkehr über die Durchführung des Führerscheingesetzes (Führerscheingesetz-Durchführungsverordnung – FSG-DV), BGBl. II Nr. 320 idF BGBl. II Nr. 223/2004 oder

6. Kurse über geeignete Maßnahmen zur Kindersicherung

in Betracht. Die zu absolvierende Maßnahme ist von der Behörde festzusetzen, wobei darauf Bedacht zu nehmen ist, dass die Maßnahme geeignet ist, im Wesentlichen den Unrechtsgehalt der gesetzten Delikte aufzuarbeiten. Es ist jene Maßnahme zu wählen, die für den Betroffenen am besten geeignet ist, sich mit seinem Fehlverhalten auseinanderzusetzen, sich die Gefahren im Straßenverkehr bewusst zu machen und durch entsprechende Bewusstseinsbildung, auch im Hinblick auf die Notwendigkeit einer unfallvermeidenden defensiven Fahrweise und die fahrphysikalischen Grenzen beim Betrieb eines Kraftfahrzeuges, einen Rückfall in weitere Verkehrsverstöße zu vermeiden.

(4)Der von der Anordnung der besonderen Maßnahme Betroffene hat der Behörde eine Bestätigung jener Einrichtung, bei der die besondere Maßnahme absolviert wurde, über die Teilnahme und seine Mitarbeit vorzulegen.

(5)Wurde die Anordnung der Teilnahme an besonderen Maßnahmen gemäß Abs. 1 innerhalb der von der Behörde festgesetzten Frist nicht befolgt oder bei diesen Maßnahmen die Mitarbeit unterlassen, so ist die Lenkberechtigung bis zur Befolgung der Anordnung zu entziehen.

(6)Der Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie hat durch Verordnung die näheren Bestimmungen festzusetzen über

1. den Inhalt und zeitlichen Umfang der in Abs. 3 genannten Maßnahmen,

2. die zur Durchführung dieser Maßnahmen berechtigten Personen und Stellen,

3. die Zuordnung der in § 30a Abs. 2 genannten Delikte zur jeweils geeigneten Maßnahme und

4. die Kosten der Maßnahme.

Führerscheingesetz-Durchführungsverordnug,

BGBl. II Nr. 320/1997 zuletzt geändert durch BGBl. II Nr. 290/2013

Besondere Maßnahmen des VormerksystemsArten von Maßnahmen

§ 13e.(1)Für die besondere Maßnahme der Nachschulung sind die Bestimmungen des § 4a der FSG-NV, für die Perfektionsfahrten die Bestimmungen des § 13a und für das Fahrsicherheitstraining die Bestimmungen des § 13b anzuwenden, wobei jeweils besonders auf die Delikte, die zur Anordnung der Maßnahme geführt haben, einzugehen ist.

§ 13f.(1)Für die in § 30a Abs. 2 FSG genannten Delikte sind von der Behörde besondere Maßnahmen wie folgt anzuordnen:

1. bei Delikten gemäß § 30a Abs. 2 Z 1, 2, 3 und 5 FSG eine Nachschulung gemäß § 4a FSG-NV;

Nachschulungen im Rahmen des Vormerksystems

§ 4a.Dieser Kurstyp ist von Personen zu absolvieren, denen von der Behörde gemäß § 30b FSG eine Nachschulung im Rahmen des Vormerksystems angeordnet wurde. Im Rahmen dieses Kurstyps sind die Ursachen, die zur Anordnung dieser Maßnahme geführt haben, zu erörtern, wobei im Rahmen dieser Nachschulung sowohl Inhalte der in § 2 als auch § 3 genannten Kurstypen in entsprechendem Umfang aufzuarbeiten sind.

IV.Erwägungen:

Gemäß § 30a Abs 2 Z 1 FSG gelten Übertretungen nach § 14 Abs 8 FSG, wonach ein Kraftfahrzeug nur in Betrieb genommen oder gelenkt werden darf, wenn beim Lenker der Alkoholgehalt des Blutes weniger als 0,5 g/l (0,5 Promille) oder der Alkoholgehalt der Atemluft weniger als 0,25 mg/l beträgt, als Vormerkdelikte.

Gemäß § 30a Abs 2 Z 5 FSG gelten Übertretungen des § 18 Abs 1 StVO als Vormerkdelikte gemäß Abs 1, wenn die Übertretung mit technischen Messgeräten festgestellt wurde und der zeitliche Sicherheitsabstand 0,2 Sekunden oder mehr aber weniger als 0,4 Sekunden betragen hat. Gemäß § 30b Abs 1 ist eine besondere Maßnahme gemäß Abs 3 anzuordnen, wenn zwei oder mehrere der in § 30a Abs 2 genannten Delikte in Tateinheit begangen werden. Gemäß Abs 3 kommt als besondere Maßnahme die Teilnahme an Nachschulungen gemäß der Nachschulungsverordnung BGBl II Nr 357/2003, infrage.

Wie bereits oben ausgeführt, wurde der Beschwerdeführer im letzten Jahr sowohl wegen einer Übertretung nach § 14 Abs 8 FSG, als auch wegen einer Übertretung nach § 18 Abs 1 StVO bestraft. Die beiden Delikte wurden jeweils am 28.03.2014 gesetzt. Der Beschwerdeführer befand sich auf der A** in Fahrtrichtung Osten und wurde die Übertretung einerseits um 07:55 Uhr bei km 63,425 bzw. andererseits um 07:51 Uhr bei km 69,20 festgestellt.

Es handelt sich somit um zwei Vormerkdelikte, die in Tateinheit begangen wurden. Aufgrund der klaren gesetzlichen Bestimmung – wie oben angeführt – hat daher richtigerweise die LPD XY mit dem angefochtenen Bescheid vom 23.12.2014 als besondere Maßnahme die Absolvierung einer Nachschulung angeordnet.

V.Ergebnis:

Im Ergebnis war daher spruchgemäß zu entscheiden und die Beschwerde vollinhaltlich abzuweisen.

VI.Unzulässigkeit der ordentlichen Revision:

Die ordentliche Revision ist unzulässig, da keine Rechtsfrage iSd Art 133 Abs 4 B-VG zu beurteilen war, der grundsätzliche Bedeutung zukommt. Weder weicht die gegenständliche Entscheidung von der bisherigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes ab, noch fehlt es an einer Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes. Weiters ist die dazu vorliegende Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes auch nicht als uneinheitlich zu beurteilen. Ebenfalls liegen keine sonstigen Hinweise auf eine grundsätzliche Bedeutung der zu lösenden Rechtsfrage vor.

Landesverwaltungsgericht Tirol

Mag. Dr. Martina Strele

(Richterin)

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