Territorial jurisdiction in AHV appeal transferred to Solothurn

200 2019 308Tribunale amministrativo6 mag 2019Granted

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

A.________ appealed three AKBA objection decisions concerning AHV contributions for non-employed persons. The Bern Administrative Court examined only territorial jurisdiction and held that AKBA is a federative compensation office, so jurisdiction depended under Art. 58 ATSG on the insured person’s domicile. Because A.________ lived in Solothurn, the Bern court found itself territorially incompetent and transferred the complaints to the Solothurn Insurance Court. The procedure was removed from the docket, and no costs or party compensation were awarded.

Massima Omnilex

Art. 58 ATSG; territorial jurisdiction of the social insurance court; forwarding duty in case of lack of competence. Where the respondent is not a cantonal compensation office, territorial jurisdiction is determined by the insured person’s domicile at the time of filing the appeal. If the seised court finds itself territorially incompetent and Art. 58(3) ATSG requires immediate transmission, the decision is not a non-entry judgment but an atypical interim order declaring lack of competence and transferring the file to the competent court. The procedure is thereby concluded only for the seised court, not for the parties.

Testo completo

200 19 308 AHV bis

200 19 310 AHV (3)

LOU/LUB/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Zwischenentscheid des Einzelrichters vom 6. Mai 2019

Verwaltungsrichter Loosli

Gerichtsschreiber Lüthi

A.________

Beschwerdeführer

gegen

Ausgleichskasse Berner Arbeitgeber (AKBA) Murtenstrasse 137a, 3008 Bern

Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheide vom 7. und 15. März 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2019, AHV/19/308, Seite 1

Der Einzelrichter zieht in Erwägung,

A.________ (Versicherter) zeigte sich mit bei der Ausgleichskasse Berner Arbeitgeber (AKBA) eingereichten Eingabe vom 4. April 2019 mit dem Einspracheentscheid der AKBA vom 7. März 2019 (Beiträge für Nichterwerbstätige betreffend Periode 1. Januar bis 31. Dezember 2015) bzw. mit ebenfalls bei der AKBA eingereichten Eingaben vom 11. April 2019 mit den Einspracheentscheiden der AKBA vom 15. März 2019 (Beiträge für Nichterwerbstätige betreffend Perioden 1. Januar bis 31. Dezember 2014 und 1. Januar bis 30. April 2016) nicht einverstanden.

Mit Schreiben vom 24. April 2019 leitete die AKBA die Eingaben des Versicherten an das Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, zur Behandlung als Beschwerden weiter.

Bei der Ausgleichskasse Berner Arbeitgeber (AKBA) handelt es sich nicht um eine kantonale Ausgleichskasse im Sinne von Art. 61 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10), sondern um eine Verbandsausgleichskasse (<www.ahv-iv.ch>, Rubrik: Kontakte/Verbands-ausgleichskassen). Die örtliche Zuständigkeit des Gerichts richtet sich deshalb nicht nach Art. 84 AHVG, sondern nach der allgemeinen Regel von Art. 58 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), wonach das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig ist, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat.

Der Versicherte hat gemäss ZPV-Auszug Wohnsitz in …, Kanton Solothurn. Zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerden ist somit das Obergericht des Kantons Solothurn, Versicherungsgericht, örtlich zuständig.

Eine Behörde, die sich als unzuständig erachtet, hat die Beschwerde nach Art. 58 Abs. 3 ATSG ohne Verzug dem zuständigen Versicherungsgericht zu überweisen.

Dementsprechend werden die eingereichten Beschwerden dem Obergericht des Kantons Solothurn, Versicherungsgericht, überwiesen.

Eine Verfügung, wonach die angerufene Instanz nicht zuständig ist, schliesst für diese Instanz das Verfahren grundsätzlich ab. Trotzdem handelt es sich um eine – wenn auch atypische – Zwischenverfügung, weil mit dem Entscheid über die Zuständigkeit das Verfahren zwar für die Behörde, nicht aber für die beteiligten Parteien abgeschlossen ist. Dieses wird von der dafür zuständigen Behörde weitergeführt (vgl. Ueli Kieser, Das Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, 1999, S. 187 Fn. 1016). Entgegen diesem Grundsatz handelt es sich dann um eine verfahrensleitende, mit ordentlichem Rechtsmittel anfechtbare Endverfügung, wenn keine Pflicht zur Weiterleitung an die zuständige Behörde besteht. Ist eine solche jedoch gegeben, liegt eine blosse Zwischenverfügung vor, da es sich um einen Zwischenschritt zur Verfahrenserledigung und nicht um die eigentliche Verfahrenserledigung handelt (vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, N 14 zu Art. 49 sowie N 2 und 10 zu Art. 61).

Wegen der Weiterleitungspflicht gemäss Art. 58 Abs. 3 ATSG erfolgt somit kein Nichteintretensentscheid, sondern eine Zwischenverfügung, mit welcher die örtliche Unzuständigkeit festgestellt wird.

Das vorliegende Verfahren wird in der Folge als erledigt vom Protokoll abgeschrieben.

Für diesen kostenlosen Entscheid ist der Einzelrichter zuständig (Art. 57 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 11. Juni 2009 [GSOG; BSG 161.1]). Parteienentschädigungen werden nicht zugesprochen.

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Es wird festgestellt, dass das Verwaltungsgericht des Kantons Bern zur Behandlung der vorliegenden Beschwerden örtlich unzuständig ist.

2. Die Beschwerden (samt Akten) werden von Amtes wegen an das Obergericht des Kantons Solothurn, Versicherungsgericht, überwiesen.

3. Die Verfahren werden als erledigt vom Protokoll abgeschrieben.

4. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):

A.________

Ausgleichskasse Berner Arbeitgeber (AKBA)

Bundesamt für Sozialversicherungen

Mitteilung an (R):

  • Obergericht des Kantons Solothurn, Versicherungsgericht, Amthaus 1, 4502 Solothurn (samt Beschwerden im Original)

Der Einzelrichter:Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.

Parole chiave

territorial jurisdictiontransfer of proceedingssocial insuranceAHV contributionsdomicilenon-entrycosts

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the Bern Administrative Court had territorial jurisdiction over the appeals against the AKBA objection decisions.

Decisione estratta

The court was territorially incompetent because AKBA is a federative, not a cantonal, compensation office and the insured person had residence in Solothurn.

Motivazione estratta

Jurisdiction therefore followed the general rule of Art. 58 ATSG: the competent social insurance court is that of the canton where the insured person was domiciled when the appeal was filed.

Questione giuridica chiave

Whether the appeals had to be dismissed for lack of jurisdiction or forwarded to the competent court.

Decisione estratta

Because Art. 58(3) ATSG imposes an immediate forwarding duty, the court issued a transfer order rather than a non-entry decision.

Motivazione estratta

A decision on lack of territorial competence is an atypical interim order where a forwarding duty exists; the procedure is completed only for the seised court and continues before the competent court.

Questione giuridica chiave

Court costs and party compensation.

Decisione estratta

No court costs were charged and no party compensation was awarded.

Motivazione estratta

The decision was free of charge and did not justify compensation.

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