Party costs in conciliation proceedings with a decision

ZK 2013 186Tribunale superiore / Camera civile25 giu 2013

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Sintesi Omnilex

The Bern Cantonal Court held that the special rule excluding party compensation in conciliation proceedings applies only where the procedure ends with a settlement or authorization to sue. If the conciliation authority itself issues a decision under Art. 212 CPC, the ordinary cost and compensation rules apply. In assessing compensation, the court referred to the CPC and the cantonal fee regime, stressing that the reimbursable effort in such a setting should generally remain near the interpolated minimum and be limited mainly to the work necessary for the conciliation stage.

Massima Omnilex

Art. 113 Abs. 1 ZPO; Art. 212 ZPO; party compensation in conciliation proceedings where the conciliation authority renders a decision. The prohibition of party compensation in conciliation proceedings is confined to cases concluded by settlement or authorisation to sue. Where the conciliation authority, exercising its facultative power, issues a decision under Art. 212 ZPO, the ordinary rules on costs and distribution under Arts. 95 ff. ZPO apply. Compensation is then to be determined according to the applicable cantonal tariff and the criteria of necessary time expenditure, significance and difficulty of the case; in principle, only the effort required for the conciliation stage is compensable, with postulated preparation for possible subsequent proceedings not justifying extensive remuneration (consid. 4-8).

Testo completo

ZK 13 186, publiziert Juli 2013

Entscheid der 2. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Bern

vom 25. Juni 2013

Besetzung

Oberrichter Messer (Referent), Oberrichterin Apolloni Meier und Oberrichter Vicari

Gerichtsschreiberin Holzapfel Pürro

Verfahrensbeteiligte

X

vertreten durch Fürsprecher A

Kläger/Beschwerdeführer

gegen

Y

Beklagte/Beschwerdegegnerin

Gegenstand

Prozessrecht

Regeste:

Art. 113 Abs. 1 ZPO

Gemäss Art. 113 Abs. 1 ZPO werden in Schlichtungsverfahren keine Parteient­schädigung­en ausgesprochen. Dieser Grundsatz ist nur sachgerecht, wenn das Schlichtungsverfahren mit einer Einigung oder einer Klagebewilligung abgeschlossen wird. Geht die Schlichtungsbehörde über ihre Schlichtungstätigkeit hinaus und fällt einen Entscheid (Art. 212 ZPO), so gelten die üblichen Kosten- und Verteilungsregeln nach Art. 95 ff. ZPO.

Redaktionelle Vorbemerkungen:

Anlässlich einer Schlichtungsverhandlung, an welcher der Beschwerdeführer durch den Rechtspraktikanten von Fürsprecher A assistiert wurde (wobei Fürsprecher A ebenfalls an der Verhandlung anwesend war), fällte die Schlichtungsbehörde einen Entscheid und sprach dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von CHF 100.00 zu. In seiner Beschwerde macht der Beschwerdeführer eine unrichtige Rechts­an­wendung in Bezug auf die Fest­setzung der Parteientschädigung geltend.

Auszug aus den Erwägungen:

(...)

III.

(…)

4. Gemäss Art. 113 Abs. 1 ZPO werden in Schlichtungsverfahren keine Parteient­schädigung­en ausgesprochen. Dieser Grundsatz ist nur sachgerecht, wenn das Schlichtungsverfahren mit einer Einigung oder einer Klagebewilligung abgeschlossen wird. Geht die Schlichtungsbehörde über ihre Schlichtungstätigkeit hinaus und fällt einen Entscheid (Art. 212 ZPO), so gelten die üblichen Kosten- und Verteilungsregeln nach Art. 95 ff. (Gasser/Rickli, Schweizerische Zivilprozessordnung, Kurzkommentar, Zürich/St. Gallen 2010, N 1 f. zu Art. 113 ZPO; Sterchi, in: Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band I, Bern 2012, N 3 zu Art. 113 und 114 ZPO).

5. Für die Bemessung und die Zusprechung der Parteientschädigung haben daher im vorliegenden Fall grundsätzlich die normalen Grundsätze von Art. 95 Abs. 3 sowie Art. 104 ff., insbesondere Art. 106 Abs. 1 ZPO und Art. 41 Abs. 2 des Kantonalen Anwaltsgesetzes [KAG; BSG 168.11] zu gelten. Innerhalb des Rahmentarifs bemisst sich die Parteientschädigung nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand und der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (vgl. Art. 41 Abs. 3 KAG). Was über dieses Mass hinaus an Parteientschädigung geltend gemacht wird, soll die Partei grundsätzlich selber tragen (Sterchi, a.a.O., N 14 zu Art. 95 ZPO).

6. Auszugehen ist von den Tarifrahmen gemäss Art. 5 Abs. 1 der Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes [Parteikostenverordnung, PKV; BSG 168.811], wobei die entsprechenden Rahmenbeträge bei vermögensrechtlichen Streitigkeiten praxisgemäss auf den einschlägigen Streitwert annäherungsweise zu interpolieren sind.

(…)

8. Zu beachten ist allerdings, dass der Anwalt zu berücksichtigen hat, dass auch bei beantragtem Entscheid oder Urteilsvorschlag dem Schlichtungsverfahren noch ein vereinfachtes oder ordentliches Verfahren folgen kann. Die Schlichtungsbehörde ist nämlich nicht verpflichtet zu entscheiden; es handelt sich um eine fakultative Befugnis (Alvarez/Peter, in: Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band II, Bern 2012, N 9 zu Art. 212 ZPO). Der Rahmentarif gemäss Art. 5 PKV muss insofern den gebotenen Aufwand des Schlichtungsverfahrens inklusive denjenigen eines nachfolgenden vereinfachten oder ordentlichen Verfahrens abdecken. Die Vorbereitung des Anwaltes im Rahmen des Schlichtungsverfahrens soll sich daher schwergewichtig auf die eigentliche Schlichtung beschränken. Der im Rahmen eines Entscheides im Sinne von Art. 212 ZPO zu entschädigende gebotene Aufwand soll sich daher im Normalfall eher im Rahmen der interpolierten Minima halten.

(...)

Hinweis:

Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig.

Parole chiave

conciliatory proceedingsparty compensationcost allocationconciliation decisiontariff

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether party compensation may be awarded in conciliation proceedings when the conciliation authority issues a decision under Art. 212 CPC.

Decisione estratta

Yes. The no-party-costs rule of Art. 113(1) CPC applies only to cases ending with settlement or authorization to sue; if the conciliation authority renders a decision, the ordinary cost rules apply.

Motivazione estratta

The court held that once the authority goes beyond pure conciliation and decides the matter, the usual allocation rules under Arts. 95 ff. CPC govern instead of the special no-cost principle for conciliation proceedings.

Questione giuridica chiave

How party compensation is to be assessed in a conciliation-decision case.

Decisione estratta

It must be assessed under the ordinary cost provisions, in particular Art. 95(3), Arts. 104 ff. CPC and the cantonal fee rules, with the amount generally kept near the interpolated minimum for the conciliation stage.

Motivazione estratta

The compensable work should primarily cover the conciliation effort itself; counsel must also take into account that a simplified or ordinary procedure may follow, so work beyond the necessary scope remains generally at the party's expense.

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