Guardianship for senile weakness despite proper asset management

BGE 39 II 169Raccolta ufficiale del Tribunale federale (DTF) / Volume II14 feb 1913Confirmed

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Sintesi Omnilex

Jakob Bodmer challenged an Aargau judgment ordering guardianship on the basis of senile mental weakness. He argued that he still administered his assets properly and needed no personal care, or at most a curator under Art. 395 ZGB. The Federal Court held that the decisive point under Art. 369 ZGB was not prior asset management but whether the person would in future be able to manage affairs and resist manipulation. Relying on the lower courts’ factual findings, it found the conditions for guardianship satisfied and dismissed the complaint.

Massima Omnilex

Art. 369 ZGB; guardianship for mental weakness may be ordered even if the person has hitherto managed assets properly; the decisive criterion is the future ability to conduct one’s affairs and to resist self-interested third-party influence. Past orderly management does not preclude interdiction where senile weakness, especially age-related cerebral deterioration, renders independent protection necessary (consid. 2). A remittal is unnecessary where the findings sufficiently establish lasting mental weakness and the need for protection.

Testo completo

  1. Arteil der II. Zivilabteilung vom 24. April 1913 in Sachen Bodmer gegen Zosingen. Entmündigung wegen Geistesschwäche (Art. 369 ZGB). Die bisher richtige Verwaltung des Vermögens schliesst nicht aus, dass der Altersschwache zu seinem Schutze eines Vormundes bedarf. Das Bundesgericht hat, da sich ergibt: A. Gestützt auf ein Begehren der Söhne des Beschwerde führers stellte der Gemeinderat von Zofingen am 5. November 1912 beim Bezirksgericht Zofingen gemäß 62 des aargauischen Einführungsgesetzes zum ZGB das Gesuch, es sei Jakob Bodmer, geb. 1. Februar 1838 zu bevormunden, weil er infolge Geistes schwäche seine Angelegenheiten nicht mehr zu besorgen vermöge. Der Beschwerdeführer bestritt dieses Begehren. Er stellte zwar nicht AS 39 II 1913

in Abrede, daß er geistesschwach sei, allein er machte geltend, daß er sein Vermögen richtig verwalte, so daß dasselbe nicht gefährdet sei, und daß er auch keiner Fürsorge für seine Person bedürfe. B. Durch Urteil vom 13. November 1912 hat das Be zirksgericht von Zofingen, gestützt auf ein Gutachten des Bezirks arztes vom 9. November 1912 und auf persönliche Einvernahme des Beschwerdeführers das Bevormundungsbegehren gutgeheißen. C. Gegen diesen Entscheid rekurrierte der Beschwerdeführer an das Obergericht des Kantons Aargau, welches den Rekurs am 14. Februar 1913 abwies. D. Gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau hat der Beschwerdeführer rechtzeitig die zivilrechtliche Beschwerde au das Bundesgericht eingereicht, mit dem Antrage, es sei in Aufhe bung des vorinstanzlichen Entscheides das Entmündigungsbegehren abzuweisen; eventuell sei die Bestellung eines Beirates im Sinne des Art. 395 ZGB anzuordnen; in Erwägung: Nach den für das Bundesgericht verbindlichen tatsächlichen Fest stellungen der Vorinstanz leidet der Beschwerdeführer an dauernder Geistesschwäche infolge Altersveränderungen im Gehirn. Obgleich sich der angefochtene Entscheid über den Grad dieser Geistesschwäche nicht direkt ausspricht, so ist doch die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz nicht angezeigt, weil insbesondere aus den Ausfüh rungen des Bezirksgerichts, welches den Beklagten persönlich ein vernommen hat, hervorgeht, daß sich bei dem 75jährigen Beschwerde führer die Gebrechen des Alters in besonderem Maße geltend machen. Die Voraussetzungen des Art. 369 ZGB sind daher gegeben. Wenn auch der Beschwerdeführer bisher weder für seine Person noch für seine Vermögensverwaltung eines Beistandes bedurfte, so ist für die Entmündigung einzig bestimmend, ob er auch in Zu kunft im Stande sein werde, seine Angelegenheiten selbst zu be sorgen und den Beeinflussungen selbstsüchtiger Dritter zu wider stehen, was nach den Akten zu bezweifeln ist; erkannt: Die Beschwerde wird abgewiesen und das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 14. Februar 1913 bestätigt.

Parole chiave

guardianshipmental weaknesssenile dementiafuture abilityasset managementthird-party influenceelderly protection

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether Jakob Bodmer met the conditions for interdiction due to mental weakness under Art. 369 ZGB.

Decisione estratta

Yes. The court held that his permanent mental weakness caused by age-related brain changes justified guardianship.

Motivazione estratta

The Federal Court was bound by the factual findings of the lower courts and accepted that the applicant suffered from lasting senile mental weakness. For interdiction, it was decisive not whether he had previously managed his affairs adequately, but whether he would be able in the future to manage them and resist undue influence from selfish third parties; this was doubtful.

Questione giuridica chiave

Whether proper past management of assets excluded guardianship or justified appointing only a curator under Art. 395 ZGB.

Decisione estratta

No. Proper prior asset management did not exclude the need for a guardian, and the alternative request for a curator was rejected.

Motivazione estratta

Even if the appellant had not previously needed assistance, the legal test focused on future ability to conduct affairs and protect himself, not merely on past conduct. The record supported the need for protective guardianship rather than a lesser measure.

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