Direct action for moral damages discontinued after settlement

2E_1/2009Tribunale federale / II divisione di diritto pubblico23 mar 2011Withdrawn

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

Dr. Christoph Blocher brought a direct federal claim against the Swiss Confederation seeking CHF 10,000 in moral damages under the Liability Act. After the Federal Supreme Court scheduled preparatory proceedings, the parties concluded a settlement in which the Confederation denied any intent to implicate Blocher in a conspiracy and Blocher withdrew the action. No revocation of the settlement was filed within the agreed deadline, so the court held the agreement final, struck the case from the roll, and ordered no costs or party compensation.

Massima Omnilex

Art. 32 Abs. 2 BGG, Art. 71 BGG i.V.m. Art. 5 Abs. 2 BZP; settlement in direct proceedings before the Federal Supreme Court and withdrawal of action. Where the parties conclude a settlement subject to a revocation period and no timely revocation is filed, the agreement becomes final and the proceedings are discontinued ex officio. In deciding discontinuance, the court also rules on costs and party compensation; it will normally give effect to a valid cost agreement between the parties unless there are reasons to depart from it.

Testo completo

{T 1/2}
2E_1/2009

Verfügung vom 23. März 2011
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Gerichtsschreiber Hugi Yar.

Verfahrensbeteiligte
Dr. Christoph Blocher,
Kläger,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Walter Hagger,

gegen

Schweizerische Eidgenossenschaft,
Beklagte,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Andreas Meili.

Gegenstand
Genugtuungsforderung nach Verantwortlichkeitsgesetz (Art. 6 Abs. 2 VG),

Direktprozess nach Art. 120 BGG.

Erwägungen:

1.
1.1 Am 26. Juni 2006 beauftragte die Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats (GPK-N) ihre Subkommission EJPD/BK, verschiedene Untersuchungsberichte zur Bundesanwaltschaft und den übrigen Strafverfolgungsbehörden des Bundes zu behandeln und bei Bedarf weitere Abklärungen vorzunehmen. Am 5. Juli 2006 gab Bundesanwalt Roschacher seinen Rücktritt auf Ende 2006 bekannt.

1.2 Am Abend des 5. Septembers 2007 veröffentlichte die GPK-N ihren Bericht. An der entsprechenden Medienveranstaltung nahmen deren Präsident, der damalige Nationalrat Jean-Paul Glasson, und die Präsidentin der Subkommission EJPD/BK, Nationalrätin Lucrezia Meier-Schatz, auch auf "neue Erkenntnisse" bzw. Papiere Bezug, die in Deutschland beim Bankier Oskar Holenweger sichergestellt und von der Bundesanwaltschaft an das parlamentarische Aufsichtsgremium weiter geleitet worden waren. Gestützt auf diese Grundlagen stelle sich die Frage, "ob es einen gezielten Plan für die Schwächung und Absetzung der Bundesanwaltschaft gab, an welchem politische Exponenten oder Behörden mitgearbeitet" hätten.

1.3 Am 4. September 2008 beantragte Altbundesrat Blocher dem Bundesrat, ihm im Zusammenhang mit der Medienveranstaltung vom 5. September 2007 eine Genugtuungssumme von Fr. 10'000.-- auszurichten, zahlbar an das Liberale Institut in Zürich. An der Orientierung sei beim Durchschnittshörer der Eindruck erweckt worden, er sei in ein Komplott zur Absetzung des damaligen Bundesanwalts Roschacher verwickelt gewesen. Der Bundesrat lehnte dies am 12. November 2008 ab, worauf Altbundesrat Blocher am 15. Mai 2009 beim Bundesgericht Klage gegen die Eidgenossenschaft erhob und beantragte, diese zu einer Genugtuungsleistung von Fr. 10'000.-- zu verpflichten (Art. 120 Abs. 1 lit. c BGG).

1.4 Das Bundesgericht hat in der Folge Einsicht in verschiedene Unterlagen genommen und die Vorbereitungsverhandlung auf den 8. März 2011, 9.30 Uhr, angesetzt. Es bot den Parteien an, in deren Rahmen unter Mitwirkung einer Gerichtsdelegation auch nach einer vergleichsweisen Lösung des Rechtsstreits zu suchen.

1.5 Die Parteien einigten sich dabei auf folgende Regelung:
"1. Die Schweizerische Eidgenossenschaft erklärt, dass es den Vertretern der GPK-N, der Subkommission EJPD/BK und der Bundesanwaltschaft nie darum ging, den damaligen Bundesrat Dr. Christoph Blocher im Zusammenhang mit der erfolgten Medieninformation der GPK-N vom 5. September 2007 über die sogenannten Holenweger-Dokumente (Flipcharts/H-Plan) eines Komplotts zur Destabilisierung der Bundesanwaltschaft zu bezichtigen. Sollte ein anderer Eindruck in der Öffentlichkeit entstanden sein, würde die Schweizerische Eidgenossenschaft dies bedauern. Gestützt auf diese Erklärung zieht Herr Dr. Blocher seine Klage zurück.
2. Der Instruktionsrichter informiert die Öffentlichkeit über den Abschluss des Verfahrens und zitiert dabei die Ziffer 1 des vorliegenden Vergleichs wörtlich.
3. Die Parteien vereinbaren, die Parteikosten wettzuschlagen und die Gerichtskosten hälftig zu tragen.
4. Die vorliegende Abrede erwächst definitiv in Rechtskraft, wenn die Zustimmung nicht bis zum 21. März 2011 mit eingeschriebener Post von der einen oder anderen Partei widerrufen wird.
·Lausanne, den 8. März 2011
Für den Kläger: Für die Beklagte:
sig. sig.
(RA Dr. Hagger) (RA Dr. Meili)
Für das Bundesgericht:
sig.
(BR Zünd, Präsident der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung)

2.
Dem Bundesgericht ist keine Widerrufserklärung zugegangen. Damit ist die vorstehende Abrede in Rechtskraft erwachsen. Das Verfahren ist dementsprechend vom Instruktionsrichter abzuschreiben (vgl. Art. 32 Abs. 2 BGG). Gleichzeitig entscheidet er über die Kosten und die Parteientschädigungen (vgl. Art. 71 BGG i.V.m. Art. 5 Abs. 2 BZP). Es rechtfertigt sich, für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die Parteien haben vereinbart, ihre Kosten wettzuschlagen. Es besteht kein Grund, diesbezüglich anders zu entscheiden.
Demnach verfügt der Instruktionsrichter:

1.
Das Verfahren 2E_1/2009 wird abgeschrieben.

2.
Es werden keine Kosten erhoben und keine Parteientschädigungen zugesprochen.

3.
Diese Verfügung wird den Verfahrensbeteiligten schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 23. März 2011

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zünd Hugi Yar

Parole chiave

moral damagessettlementwithdrawal of claimdiscontinuancecourt costsparty compensationdirect actionfinality

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the direct action for moral damages should be discontinued after the parties' settlement and the claimant's withdrawal of the claim.

Decisione estratta

The settlement became final because no revocation notice was received; the proceedings were therefore discontinued.

Motivazione estratta

The parties concluded a settlement under which Blocher would withdraw his claim. Since no timely revocation arrived, the agreement entered into force and the judge had to strike the case off the docket.

Questione giuridica chiave

How court costs and party compensation should be allocated after the settlement.

Decisione estratta

No court costs were charged and no party compensation was awarded, in line with the parties' agreement.

Motivazione estratta

The parties agreed to set off their party costs and to bear the court costs equally. The court saw no reason to depart from that arrangement and therefore ordered no costs or compensation.

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