Subsidiary constitutional complaint dismissed for insufficient reasoning

5D_36/2013Tribunale federale / II divisione civile26 feb 2013Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Supreme Court held that the subsidiary constitutional complaint against the cantonal debt-enforcement ruling was inadmissible. The second appellant lacked standing because the cantonal decision concerned only the first appellant. As to the first appellant, the complaint failed to meet the strict substantiation requirements for constitutional complaints, since it did not engage with the cantonal court's reasoning or specify the constitutional rights allegedly violated. Because the complaint was hopeless, legal aid was refused. Costs of CHF 100 were imposed jointly and severally on the appellants.

Massima Omnilex

Art. 113 ff. BGG; Art. 106 Abs. 2 BGG; Art. 116 BGG; Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. a and b BGG; subsidiary constitutional complaint: standing and substantiation requirements. A subsidiary constitutional complaint is admissible only for a person personally and directly affected by the challenged decision. The complaint must, by reference to the cantonal reasoning, clearly and specifically allege which constitutional rights were violated and in what respect; mere disagreement with the result is insufficient. If these requirements are not met, the Federal Supreme Court will not enter into the matter. Legal aid under Art. 64 BGG is excluded where the complaint is manifestly hopeless. In simplified procedure under Art. 108 BGG, the head of division decides alone.

Testo completo

{T 0/2}
5D_36/2013

Urteil vom 26. Februar 2013
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter von Werdt, Präsident,
Gerichtsschreiber Füllemann.

  1. Verfahrensbeteiligte
    X.________,
  2. Y.________,
    Beschwerdeführer,

gegen

Kanton Graubünden,
vertreten durch die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Definitive Rechtsöffnung,

Verfassungsbeschwerde gegen die Verfügung vom 23. Januar 2013 des Kantonsgerichts von Graubünden (Schuldbetreibungs- und Konkurskammer).

Nach Einsicht
in die Verfassungsbeschwerde gegen die Verfügung vom 23. Januar 2013 des Kantonsgerichts von Graubünden, das auf eine Beschwerde des Beschwerdeführers Nr. 1 gegen die (auf Grund einer rechtskräftigen Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden erfolgte) Erteilung der definitiven Rechtsöffnung an den Beschwerdegegner für Verfahrenskosten von Fr. 515.-- (nebst Zins) nicht eingetreten ist,
in das sinngemässe Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege,

in Erwägung,
dass gegen die in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangene Verfügung des Kantonsgerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe der Beschwerdeführer als solche entgegengenommen worden ist,
dass die Verfassungsbeschwerde zum Vornherein unzulässig ist, soweit sie auch von der Beschwerdeführerin Nr. 2 erhoben wird, weil die angefochtene Verfügung des Kantonsgerichts ausschliesslich gegenüber dem Beschwerdeführer Nr. 1 ergangen und die Beschwerdeführerin Nr. 2 nicht beschwert ist (Art. 76 Abs. 1 lit. b BGG),
dass sodann in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorzubringen und zu begründen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG sowie Art. 116 BGG), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass das Kantonsgericht in der Verfügung vom 23. Januar 2013 erwog, die erstinstanzliche Verfügung sei dem Beschwerdeführer Nr. 1 am 5. Januar 2013 zugestellt worden, die 10-tägige Beschwerdefrist (Art. 321 Abs. 2 ZPO) sei daher am 15. Januar 2013 (Dienstag) abgelaufen, die erst am 19. Januar 2013 bei der Post aufgegebene kantonale Beschwerde erweise sich somit als verspätet, im Übrigen hätte die Beschwerde ohnehin abgewiesen werden müssen, weil die definitive Rechtsöffnung zu Recht erteilt worden sei,
dass der Beschwerdeführer Nr. 1 nicht in nachvollziehbarer Weise auf die entscheidenden kantonsgerichtlichen Erwägungen eingeht,
dass er erst recht nicht anhand dieser Erwägungen nach den gesetzlichen Anforderungen, d.h. klar und detailliert aufzeigt, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch die Verfügung des Kantonsgerichts vom 23. Januar 2013 verletzt sein sollen,
dass somit auf die - offensichtlich unzulässige bzw. keine hinreichende Begründung enthaltende - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art 108 Abs. 1 lit. a und b BGG nicht einzutreten ist,
dass den Beschwerdeführern in Anbetracht der Aussichtslosigkeit der Verfassungsbeschwerde die unentgeltliche Rechtspflege nicht gewährt werden kann (Art. 64 Abs. 1 BGG),
dass die unterliegenden Beschwerdeführer unter Solidarhaft kostenpflichtig werden (Art. 66 Abs. 1 und 5 BGG),
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und der Abteilungspräsident zuständig ist,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das sinngemässe Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 100.-- werden den solidarisch haftenden Beschwerdeführern auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht von Graubünden schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 26. Februar 2013
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: von Werdt

Der Gerichtsschreiber: Füllemann

Parole chiave

debt enforcementdefinitive releaseconstitutional complaintstandingsubstantiationlegal aidcourt costsinadmissibility

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the subsidiary constitutional complaint was admissible for both appellants

Decisione estratta

The complaint was inadmissible insofar as it was brought by the second appellant, who was not affected by the cantonal ruling.

Motivazione estratta

The challenged decision was rendered only against the first appellant; the second appellant lacked standing because she was not personally aggrieved.

Questione giuridica chiave

Whether the complaint met the substantiation requirements for a subsidiary constitutional complaint

Decisione estratta

The complaint was not sufficiently reasoned and therefore could not be entered into.

Motivazione estratta

The appellants did not engage in a comprehensible way with the cantonal court's decisive reasoning and failed to identify, in a clear and detailed manner, which constitutional rights were violated and how.

Questione giuridica chiave

Whether legal aid should be granted

Decisione estratta

Legal aid was denied because the complaint had no prospect of success.

Motivazione estratta

An obviously inadmissible and insufficiently reasoned complaint is manifestly unsuccessful, excluding legal aid.

Questione giuridica chiave

How the court costs should be allocated

Decisione estratta

Court costs of CHF 100 were imposed jointly and severally on the appellants.

Motivazione estratta

The losing appellants bear costs under the Federal Supreme Court Act.

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