Criminal compensation claims dismissed as largely inadmissible

6B_1238/2013Tribunale federale / Divisione penale17 feb 2014Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Supreme Court dismissed the appeal against the Zurich High Court’s decision refusing further compensation and satisfaction after the termination of a threat case. It held that claims for personal effort were inadmissible because they had not been raised below, while alleged lost income and damaged items were unproven. The allegations of torture and the requested deletion guarantee were also unsupported. Free legal aid was denied because the appeal had no prospects of success, and court costs of CHF 800 were imposed on the appellant.

Massima Omnilex

Art. 99 Abs. 1, Art. 64, Art. 65 Abs. 2 and Art. 66 Abs. 1 BGG; compensation claims and ancillary requests in federal criminal appeal proceedings: new claims or factual assertions not raised in the cantonal instance are inadmissible. Monetary compensation requires substantiation of the alleged loss; unsupported allegations do not suffice, and belated proof is excluded where the omission lies with the appellant. Requests for satisfaction or other ancillary relief must be legally and factually substantiated. Free legal aid is refused where the appeal is manifestly without prospects of success; costs are then imposed on the unsuccessful party, with moderation according to financial circumstances.

Testo completo

{T 0/2}

6B_1238/2013

Urteil vom 17. Februar 2014

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Mathys, Präsident,
Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari,
Bundesrichter Oberholzer,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8001 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Einstellung eines Strafverfahrens, Entschädigung und Genugtuung,

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, III. Strafkammer, vom 13. November 2013.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.

Die Staatsanwaltschaft See/Oberland stellte am 22. April 2013 ein Verfahren wegen Drohung gegen den Beschwerdeführer ein. Sie nahm die Verfahrenskosten auf die Staatskasse und richtete dem Beschwerdeführer für die Durchführung einer erkennungsdienstlichen Behandlung und die Erstellung eines DNA-Profils eine Genugtuung von Fr. 200.-- aus.

Der Beschwerdeführer verlangte im kantonalen Beschwerdeverfahren unter anderem, es sei ihm eine Entschädigung und Genugtuung in Höhe von Fr. 46'900.-- zuzüglich Zinsen zuzusprechen. Zudem sei die endgültige Löschung der zu Unrecht erhobenen Daten angemessen zu garantieren. Das Obergericht des Kantons Zürich wies die Beschwerde am 13. November 2013 ab.
Der Beschwerdeführer beantragt beim Bundesgericht, es sei ihm eine Entschädigung und Genugtuung in der Höhe von Fr. 57'000.-- zuzüglich Zinsen zuzusprechen. Die endgültige Löschung aller zu Unrecht erhobenen Daten sei angemessen zu garantieren.

2.

In Anwendung von Art. 109 Abs. 3 BGG kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. Beschluss S. 6-9 E. 5a+b).

2.1. Soweit der Beschwerdeführer einen persönlichen Aufwand geltend macht (Beschwerde S. 4), ist den Ausführungen der Vorinstanz nicht zu entnehmen, dass er im kantonalen Beschwerdeverfahren eine entsprechende Entschädigung verlangt hätte (vgl. Beschluss S. 4/5 Ziff. 2). Folglich ist das Vorbringen vor Bundesgericht unzulässig (Art. 99 Abs. 1 BGG).

2.2. In Bezug auf angeblich entgangene Einnahmen stellt die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer habe es unterlassen, entsprechende Belege wie Kontoauszüge, Jahresabschlüsse oder Steuererklärungen vorzulegen (Beschluss S. 7). Was er vorbringt, dringt nicht durch (vgl. Beschwerde S. 4-6, 8-10). Die Säumnis bestreitet er nicht. Er macht geltend, die Behörden handelten widersprüchlich, denn in einem anderen Verfahren wegen Vernachlässigung von Unterhaltspflichten werde davon ausgegangen, dass er ein Einkommen erziele. Feststellungen der Behörden in einem anderen Verfahren vermögen indessen nichts daran zu ändern, dass der Beschwerdeführer vorliegend im kantonalen Verfahren seine behaupteten Einbussen hätte belegen müssen. Soweit er dies vor Bundesgericht nachholen will, ist er nicht mehr zu hören.

2.3. In Bezug auf angeblich zerstörte persönliche Gegenstände führt die Vorinstanz aus, der Beschwerdeführer habe sich bei der Polizei einer Fotografie widersetzt, weshalb die behaupteten Beschädigungen nicht mehr nachweisbar seien (Beschluss S. 8). Inwieweit ein solcher Nachweis heute noch geführt werden könnte, sagt der Beschwerdeführer nicht (vgl. Beschwerde S. 6/7, 10-12). Die Annahme, das Angebot der Polizei, Fotos zu machen, lege für sich allein schon einen Schaden von Fr. 10'000.-- nahe, ist abwegig. Dasselbe gilt für die Behauptung, dass die Aufnahme eines Talismans "zu dessen vollkommenen Vernichtung geführt" hätte (Beschwerde S. 11 oben).

2.4. Zur angeblichen Folter hat sich die Vorinstanz nicht geäussert. Indessen beschränken sich die Ausführungen des Beschwerdeführers ohnehin auf Vorwürfe, deren Glaubhaftigkeit er nicht darzutun vermag (vgl. Beschwerde S. 7, 12/13).

2.5. Inwieweit für die erkennungsdienstlichen Massnahmen eine Genugtuung von Fr. 20'000.-- angemessen sein soll, ist nicht ersichtlich (vgl. Beschwerde S. 7/8, 12/13).

2.6. Den Ausführungen des Beschwerdeführers zu der von ihm beantragten Löschungsgarantie ist nicht zu entnehmen, aus welcher gesetzlichen Bestimmung er diese Forderung herleiten will (vgl. Beschwerde S. 13/14).

3.

Die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 109 BGG abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang sind die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehen aussichtslos erschienen. Der finanziellen Lage des Beschwerdeführers ist bei der Bemessung der Gerichtskosten Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.

Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.

Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 17. Februar 2014

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Mathys

Der Gerichtsschreiber: Monn

Parole chiave

criminal proceedingscompensationsatisfactioninadmissibilityprooflost incomelegal aidcourt costsdata deletion

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the claim for compensation for personal effort was admissible before the Federal Court

Decisione estratta

The argument was inadmissible because no such compensation had been requested in the cantonal proceedings.

Motivazione estratta

New claims or arguments not raised below cannot be introduced for the first time before the Federal Court.

Questione giuridica chiave

Whether alleged lost income justified compensation

Decisione estratta

No compensation was awarded for lost income because the appellant failed to substantiate the alleged losses with evidence.

Motivazione estratta

He did not provide supporting documents such as bank statements, annual accounts, or tax returns, and could not cure that omission at federal level.

Questione giuridica chiave

Whether damaged personal items supported a compensation claim

Decisione estratta

The claim was rejected because the alleged damage was not proven.

Motivazione estratta

The appellant resisted police photography, and his explanations did not show how the damage could still be established or why the alleged amount was plausible.

Questione giuridica chiave

Whether allegations of torture justified further relief

Decisione estratta

No relief was granted; the assertions were unsubstantiated.

Motivazione estratta

The submissions consisted only of allegations whose credibility was not shown.

Questione giuridica chiave

Whether additional satisfaction for identification measures was warranted

Decisione estratta

No additional satisfaction was awarded beyond what had already been granted.

Motivazione estratta

The appellant failed to explain why the already paid CHF 200 would be insufficient or why CHF 20,000 would be appropriate.

Questione giuridica chiave

Whether a guarantee of deletion of unlawfully collected data had to be ordered

Decisione estratta

The request was rejected because no legal basis for such a guarantee was shown.

Motivazione estratta

The appellant did not identify any statutory provision supporting the requested deletion guarantee.

Questione giuridica chiave

Whether legal aid should be granted

Decisione estratta

Legal aid was denied because the complaint lacked prospects of success.

Motivazione estratta

The request was frivolous or hopeless within the meaning of the Federal Supreme Court Act.

Questione giuridica chiave

Who bears the court costs

Decisione estratta

The appellant was ordered to pay the court costs, reduced in view of his financial situation.

Motivazione estratta

Costs follow the outcome of the proceedings, with allowance for limited means.

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