No standing to appeal against refusal to open criminal investigation

6B_357/2010Tribunale federale / Divisione penale25 mag 2010Inadmissible

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Sintesi Omnilex

The complainant appealed the refusal to open a criminal investigation against an assistant doctor at the University Hospital Zurich. The Federal Supreme Court held that he lacked standing because any claim for damage would be governed by cantonal public-law liability rules, which exclude direct claims against the employee. The complaint was also inadmissible insofar as it referred to private doctors, because the lower court had not ruled on that conduct and the appellant gave no legal substantiation. No violation of procedural rights was alleged. The court therefore declined to enter into the appeal, refused legal aid, and imposed reduced court costs of CHF 500.

Massima Omnilex

Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG; standing in criminal appeal proceedings requires an effect on civil claims. Where the alleged harm stems from acts of state employees subject to public-law liability, the injured person has no direct civil claim against the employee and thus lacks victim standing. A complaint is inadmissible insofar as it attacks matters not decided by the lower court or is insufficiently reasoned; the Federal Supreme Court enters only on properly substantiated grievances. Legal aid under Art. 64 BGG is denied when the appeal has no prospects of success; costs may be reduced under Art. 65 Abs. 2 BGG.

Testo completo

{T 0/2}
6B_357/2010

Urteil vom 25. Mai 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiber Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8001 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Eröffnung einer Untersuchung gegen Behördenmitglieder und Beamte,

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, vom 16. März 2010.
Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Am 22. November 2007 reichte der Beschwerdeführer unter anderem gegen eine Assistenzärztin des Universitätsspitals Zürich Strafanzeige wegen Körperverletzung ein. Mit dem angefochtenen Entscheid wurde gegen die Ärztin keine Strafuntersuchung eröffnet.

Zur Beschwerde in Strafsachen wäre der Beschwerdeführer als Opfer legitimiert, wenn sich der angefochtene Entscheid auf die Beurteilung seiner Zivilansprüche auswirken könnte (Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG). Nach ständiger Rechtsprechung gilt indessen nicht als in seinen Zivilansprüchen tangiertes Opfer, wer durch Amtshandlungen von staatlichen Funktionären geschädigt wird, die öffentlich-rechtlichen Haftungsvorschriften unterstehen (BGE 128 IV 188 E. 2; 127 IV 189 E. 2b; 125 IV 161 E. 2b). Gemäss § 1 des kantonalen Gesetzes über das Universitätsspital Zürich vom 19. September 2005 (USZG; LS ZH 813.15) ist das Universitätsspital eine Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts. Gemäss § 6 des kantonalen Gesetzes vom 14. September 1969 über die Haftung des Staates und der Gemeinden sowie ihrer Behörden und Beamten (Haftungsgesetz; LS ZH 170.1) haftet der Staat für den Schaden, den ein Beamter in Ausübung amtlicher Verrichtungen einem Dritten widerrechtlich zufügt (Abs. 1). Dem Geschädigten steht kein Anspruch gegen den Beamten zu (Abs. 4). Mangels Zivilansprüchen gegen die seiner Ansicht nach fehlbare Assistenzärztin des Universitätsspitals Zürich ist der Beschwerdeführer nicht gestützt auf Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG zur vorliegenden Beschwerde befugt.

Soweit sich die Beschwerde auf Privatärzte bezieht, ist darauf nicht einzutreten, weil sich die Vorinstanz mit deren Verhalten nicht zu befassen hatte. Im Gegensatz zur Behauptung des Beschwerdeführers (Beschwerde S. 5) hat die Vorinstanz ihren Entscheid in diesem Punkt erläutert und ausgeführt, bei den Privatärzten und Heilpraktikern ohne Anstellungsverhältnis zum Staat obliege der Entscheid über die Untersuchungseröffnung der Staatsanwaltschaft (angefochtener Entscheid S. 3). Inwieweit diese Erwägung gegen das Recht verstossen könnte, wird in der Beschwerde nicht ausgeführt.

Die Verletzung von Rechten, die dem Beschwerdeführer als am Verfahren beteiligte Partei nach dem massgebenden Prozessrecht oder unmittelbar aufgrund der BV oder der EMRK zustehen, wird in der Beschwerde nicht geltend gemacht.
Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Der finanziellen Lage des Beschwerdeführers ist bei der Bemessung der Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 25. Mai 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre Monn

Parole chiave

standingpublic-law liabilityinadmissibilitycriminal complaintlegal aidcourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the complainant had standing under Art. 81(1)(b)(5) BGG to file a criminal complaint appeal

Decisione estratta

No standing existed because any damage allegedly caused by the hospital assistant doctor was subject to public-law liability rules, so the complainant had no civil claims against her.

Motivazione estratta

State liability rules apply to acts by a doctor at a cantonal public-law hospital; under cantonal law the State, not the employee, is liable and the injured person has no claim against the employee.

Questione giuridica chiave

Whether the complaint could be heard insofar as it concerned private doctors

Decisione estratta

No. The lower court had not dealt with private doctors' conduct, and the complaint did not substantiate any legal error on that point.

Motivazione estratta

The challenged decision addressed only the hospital doctor; the appellant failed to explain how the lower court's remarks about private doctors and practitioners without state employment violated the law.

Questione giuridica chiave

Whether any violation of procedural rights cognizable in the criminal appeal was alleged

Decisione estratta

No such violation was asserted.

Motivazione estratta

The appellant did not invoke rights arising from the applicable procedural law, the Federal Constitution, or the ECHR.

Questione giuridica chiave

Whether legal aid should be granted

Decisione estratta

Legal aid was refused because the appeal was hopeless.

Motivazione estratta

Since the appeal was inadmissible for lack of standing and otherwise unsubstantiated, the request lacked prospects of success.

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