Federal appeal dismissed as inadmissible under Art. 108 BGG

6B_631/2009Tribunale federale / Divisione penale10 set 2009Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The defendant challenged his conviction, arguing arbitrary reliance on a third-party statement and inadequate defense by appointed counsel. The Federal Supreme Court held that the complaint contained only inadmissible appellate criticism, that objections to a prior conviction were outside the scope of review, and that the claimed language deficiency of counsel did not show ineffective defense. The court therefore did not enter into the complaint, denied legal aid, and imposed reduced court costs of CHF 500.

Massima Omnilex

Art. 108 BGG; inadmissibility of a federal criminal complaint for insufficient substantiation; review of evidence appreciation only for manifest error or arbitrariness under Art. 97(1) BGG and Art. 9 BV. Mere appellatory criticism does not meet the threshold. Objections directed against a prior conviction fall outside the object of the current proceedings. An alleged language deficit of appointed counsel does not of itself establish inadequate defense; concrete impossibility of communication or deficient representation must be shown. Free legal aid under Art. 64 BGG is refused where the appeal lacks prospects of success; costs may be reduced in view of the appellant’s financial circumstances under Art. 65(2) BGG.

Testo completo

{T 0/2}
6B_631/2009

Urteil vom 10. September 2009
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________, alias Xa.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden, 7001 Chur,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer, mehrfache Fälschung von Ausweisen,

Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden, I. Strafkammer, vom 22. April 2009
(SK1 09 1).

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Der Beschwerdeführer wendet sich dagegen, dass er unter anderem wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz teilweise als Zusatzstrafe zu einem früheren Urteil mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten bestraft wurde.

Die Verurteilung stützt sich auf die Aussagen einer Drittperson (angefochtener Entscheid S. 15-20). Wie vor Vorinstanz macht der Beschwerdeführer auch vor Bundesgericht geltend, die Drittperson habe widersprüchlich ausgesagt (Beschwerde S. 1/2). Seine Rüge wäre indessen nur erfolgreich, wenn er darzulegen vermöchte, dass die Beweiswürdigung der Vorinstanz offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG bzw. willkürlich im Sinne von Art. 9 BV wäre. Willkür liegt nach der Rechtsprechung nur vor, wenn der angefochtene Entscheid im bemängelten Punkt offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 134 I 140 E. 5.4.). Dass diese Voraussetzung erfüllt wäre, ergibt sich aus der Beschwerde, die sich auf unzulässige appellatorische Kritik beschränkt, nicht. Indem der Beschwerdeführer zum Beispiel auf gewisse Widersprüche in den Aussagen der Drittperson hinweist, vermag er nicht darzulegen, dass die Vorinstanz in Willkür im oben umschriebenen Sinn verfallen wäre, als sie trotz dieser Widersprüche, die sie übrigens nicht übersehen hat (angefochtener Entscheid S. 18 lit. c), auf die Aussagen der Drittperson abstellte.

Soweit sich der Beschwerdeführer mit einer früheren Verurteilung befasst (Beschwerde S. 2), ist darauf nicht einzutreten, weil diese frühere Verurteilung nicht Gegenstand des heutigen Verfahrens sein kann.

Schliesslich bemängelt der Beschwerdeführer, dass sein amtlicher Verteidiger die französische Sprache nicht gut beherrsche ("ne maîtrise pas bien le français", Beschwerde S. 2). Daraus ergibt sich indessen noch nicht, dass eine Verständigung zwischen amtlichem Verteidiger und Beschwerdeführer unmöglich gewesen wäre. Dieser hat denn auch selber beantragt, der Rechtsanwalt sei ihm im Berufungsverfahren als amtlicher Verteidiger beizugeben (angefochtener Entscheid S. 12 E. 3a). Unter diesen Umständen lässt sich aus der Behauptung des Beschwerdeführers, sein Anwalt habe das Französische nicht beherrscht, von vornherein nicht herleiten, dass der Beschwerdeführer nicht hinreichend verteidigt gewesen wäre.

Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Der finanziellen Lage des Beschwerdeführers ist durch eine herabgesetzte Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht von Graubünden, I. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 10. September 2009

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre Monn

Parole chiave

inadmissibilityarbitrarinessevidence appreciationappointed counsellegal aidcourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the complaint showed arbitrariness in the assessment of witness evidence and the sentence imposed as a supplementary term

Decisione estratta

No. The arguments amounted only to inadmissible appellate criticism and did not demonstrate manifestly incorrect or arbitrary fact-finding.

Motivazione estratta

A challenge to evidence assessment succeeds only if the appellant shows obvious error or arbitrariness under Art. 97(1) BGG and Art. 9 BV. The complaint did not meet that standard.

Questione giuridica chiave

Whether objections concerning a prior conviction could be examined in this proceeding

Decisione estratta

No. The prior conviction was not part of the subject matter of the present case.

Motivazione estratta

Only the contested judgment could be reviewed in this appeal.

Questione giuridica chiave

Whether alleged poor French proficiency of appointed counsel established inadequate defense

Decisione estratta

No. The allegation did not show that communication with counsel was impossible or that the defense was insufficient.

Motivazione estratta

The appellant himself had requested appointment of the lawyer as official defense counsel, which contradicted the claim of ineffective defense.

Questione giuridica chiave

Whether the federal complaint was admissible under Art. 108 BGG

Decisione estratta

No. The complaint was not entered into in summary procedure.

Motivazione estratta

The court concluded that the appeal was inadmissible and decided it under Art. 108 BGG.

Questione giuridica chiave

Whether the appellant was entitled to free legal aid

Decisione estratta

No. The request was refused because the appeal had no prospect of success.

Motivazione estratta

Under Art. 64 BGG, legal aid is denied where the requested relief is hopeless.

Questione giuridica chiave

Who bears the court costs and in what amount

Decisione estratta

The appellant was ordered to pay reduced court costs of CHF 500.

Motivazione estratta

Costs were imposed on the unsuccessful appellant, with the amount reduced to reflect his financial situation.

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