Lack of standing and insufficient reasoning lead to non-entry

6B_650/2009Tribunale federale / Divisione penale10 set 2009Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Supreme Court did not enter into the criminal complaint against the refusal to open an investigation for fraud, breach of bank secrecy, embezzlement, and suppression of evidence. It held that the complainant, as merely an injured person and not a private prosecutor or victim, lacked standing to seek review on the merits. Any procedural-rights complaints were either not properly raised or not sufficiently substantiated. The appellant was ordered to pay CHF 800 in court costs.

Massima Omnilex

Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 und 5 BGG, Art. 106 Abs. 2 BGG, Art. 108 BGG; standing of an injured person and substantiation of procedural-rights grievances in criminal matters. An injured person who is neither private prosecutor nor victim is not entitled to challenge the refusal to open criminal proceedings on the merits; only procedural rights may be invoked, and only as formal-denial-of-justice complaints. Such grievances must be specifically pleaded and reasoned; vague allegations or criticism directed at the merits are inadmissible. Where standing is lacking and the complaint is insufficiently substantiated, non-entry is ordered in summary procedure. Costs follow the outcome pursuant to Art. 66 Abs. 1 BGG.

Testo completo

{T 0/2}
6B_650/2009

Urteil vom 10. September 2009
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden, 7001 Chur,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Nichteröffnung einer Strafuntersuchung (Betrug, Verletzung des Bankgeheimnisses etc.),

Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonsgerichts von Graubünden, Beschwerdekammer, vom 27. August 2008 (BK 08 34).

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Die Beschwerde richtet sich dagegen, dass die Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden es ablehnte, eine Strafuntersuchung wegen Betrugs, Verletzung des Bankgeheimnisses, Unterschlagung und Beweismittelbeseitigung zu eröffnen, und im angefochtenen Entscheid eine dagegen gerichtete kantonale Beschwerde abgewiesen wurde, soweit darauf einzutreten war. Da die Beschwerdeführerin indessen nicht Privatstrafklägerin im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG und auch nicht Opfer im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 OHG ist, ist sie als Geschädigte zur vorliegenden Beschwerde grundsätzlich nicht legitimiert (BGE 133 IV 228).

Als Geschädigte, die nicht Privatstrafklägerin und nicht Opfer ist, kann die Beschwerdeführerin nur die Verletzung von Verfahrensrechten geltend machen, deren Missachtung eine formelle Rechtsverweigerung darstellt. Zulässig sind dabei Rügen, die formeller Natur sind und die von der Prüfung der Sache selber getrennt werden können. Denn auf eine solche Prüfung in der Sache haben nicht Legitimierte keinen Anspruch (BGE 119 Ib 305 E. 3 mit Hinweisen).

Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung der Rechtsgleichheit im Sinne von Art. 8 BV, des Schutzes vor Willkür und der Wahrung von Treu und Glauben im Sinne von Art. 9 BV, des Schutzes der Privatsphäre im Sinne von Art. 13, 14, 16 und 17 BV, der Eigentumsgarantie im Sinne von Art. 26 BV sowie allgemeiner Verfahrensgarantien im Sinne von Art. 29-31 BV (Beschwerde S. 1). Soweit die Rügen keine Verfahrensrechte betreffen (z.B. das Vorbringen, die Eigentumsgarantie sei verletzt), oder soweit sie eine Prüfung der Sache selber verlangen (z.B. die Ausführungen zu den tatsächlichen Vorkommnissen), ist darauf von vornherein nicht einzutreten. Aber auch auf diejenigen Rügen, die Verfahrensrechte betreffen, kann nicht eingetreten werden. Insoweit obliegt der Beschwerdeführerin eine qualifizierte Pflicht, ihre Rügen zu begründen (Art. 106 Abs. 2 BGG). Das Bundesgericht prüft eine solche Rüge nur insofern, als sie in der Beschwerde präzise vorgebracht und begründet worden ist (BGE 133 II 249 E. 1.4.2; 133 III 439 E. 3.2; 133 IV 286 E. 1.4). Diesen Anforderungen genügt die vorliegende Beschwerde nicht. So wird zum Beispiel vorgebracht, "das Prinzip 'eine Lüge erfordert die nächste zu ihrer Vertuschung' gilt offenbar auch bei Gericht im Hinblick auf rechtswidrige Verfahren" (Beschwerde S. 2). Derartige unsubstanziierte Vorwürfe und Behauptungen sind in einem Verfahren vor Bundesgericht unzulässig.

Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht von Graubünden, Beschwerdekammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 10. September 2009

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre Monn

Parole chiave

standingnon-entrycriminal complaintprocedural rightssubstantiationcourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the complainant had standing to challenge the refusal to open a criminal investigation

Decisione estratta

As a merely injured person who was neither private prosecutor nor victim, the complainant lacked standing to seek review on the merits.

Motivazione estratta

Under Art. 81 BGG only private prosecutors or victims have full standing; an injured person without that status may invoke only procedural rights amounting to a formal denial of justice.

Questione giuridica chiave

Whether the constitutional and procedural complaints were sufficiently reasoned to permit review

Decisione estratta

The complaint did not meet the heightened substantiation requirement for procedural-rights claims.

Motivazione estratta

The alleged violations were either not procedural in nature or were argued only in an unsubstantiated way; Art. 106(2) BGG requires precise and reasoned presentation, which was absent.

Questione giuridica chiave

Whether the appeal should be entered into under the summary procedure

Decisione estratta

The appeal could not be entered into and was disposed of without substantive review.

Motivazione estratta

Because standing was lacking and the complaint was insufficiently reasoned, non-entry was appropriate under the summary admissibility procedure.

Questione giuridica chiave

Court costs

Decisione estratta

Court costs of CHF 800 were imposed on the appellant.

Motivazione estratta

The unsuccessful appellant bears the federal court costs.

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