Invalidity pension denied; file remitted for further medical assessment

9C_345/2009Tribunale federale / III divisione di diritto pubblico2 giu 2009Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The claimant, previously on a half invalidity pension, sought an increase to a full pension. The Bern IV office denied the request, and the cantonal court upheld that denial. The Federal Supreme Court found the administrative expert opinion probative and held that, for the period up to the 17 November 2008 decision, the established invalidity degree of 58% could not be disturbed. The appeal was therefore dismissed. However, a later psychiatric report indicated a possible significant deterioration after the administrative proceedings, so the file was remitted to the IV office for further medical and occupational assessment from November 2008 onward. No court costs were charged.

Massima Omnilex

Art. 17 Abs. 1 ATSG; Art. 16 ATSG; Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG; when reviewing a pension revision request, the court is bound by the facts established up to the administrative decision unless they are manifestly incorrect or based on federal-law error. A properly reasoned administrative expert opinion may have full probative value even where the claimant alleges temporary stabilization or self-presentation effects. Subsequent medical reports suggesting a relevant deterioration after the decision date do not justify allowing the appeal on the merits, but may warrant remittal for new clarification of health status and earning capacity for the later period (consid. 2).

Testo completo

9C_345/2009 {T 0/2}

Urteil vom 2. Juni 2009
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter U. Meyer, Präsident,
Bundesrichter Seiler, Bundesrichterin Pfiffner Rauber,
Gerichtsschreiber Traub.

Parteien
W.________,
Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsdienst Integration Handicap,

gegen

IV-Stelle Bern, Chutzenstrasse 10, 3007 Bern,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. März 2009.

In Erwägung,
dass die 1953 geborene W.________ von Juli 1992 bis August 1995 eine ganze und danach eine halbe Invalidenrente (bei einem Invaliditätsgrad von 58 Prozent) bezog,
dass die IV-Stelle des Kantons Bern das Gesuch der W.________ um Erhöhung der Leistung namentlich gestützt auf ein interdisziplinäres Gutachten des X._________ vom 4. Februar/3. Juli 2008 ablehnte (Verfügung vom 17. November 2008),
dass das Verwaltungsgericht des Kantons Bern die dagegen eingereichte Beschwerde mit Entscheid vom 4. März 2009 abwies,
dass W.________ Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten führen lässt mit dem Antrag, der angefochtene Entscheid und die strittige Verfügung seien aufzuheben und es sei ihr mit Wirkung ab November 2006 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen,
dass sie zugleich ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung einreicht,
dass die Vorinstanz die Bestimmungen und Grundsätze über den Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 IVG [in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung] und Art. 28 Abs. 2 IVG [in der seit 1. Januar 2008 in Kraft stehenden Fassung]), die Bemessung des Invaliditätsgrades nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG), über die Rentenrevision (Art. 17 Abs. 1 ATSG; BGE 133 V 108) sowie zum Beweiswert ärztlicher Berichte und Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) zutreffend wiedergegeben hat, so dass darauf verwiesen werden kann,
dass das kantonale Gericht in Würdigung der medizinischen Unterlagen, insbesondere des Administrativgutachtens vom 4. Februar/3. Juli 2008, welchem voller Beweiswert zukommt, dargelegt hat, die Versicherte sei in einer leidensangepassten Tätigkeit mit einer Leistungseinbusse von 50 Prozent vollzeitlich arbeitsfähig und der Invaliditätsgrad betrage - wiewohl sich der psychische Gesundheitszustand seit einer früheren psychiatrischen Begutachtung durch Dr. H.________ im Juni 2004 erheblich verschlechtert habe - im Ergebnis weiterhin 58 Prozent,
dass die Beschwerdeführerin, soweit sie sich auf den für die richterliche Beurteilung praxisgemäss (BGE 130 V 138 E. 2.1 S. 140) massgebenden Zeitraum bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung (17. November 2008) bezieht, nichts vorbringt, was die im Rahmen der geltenden Überprüfungsbefugnis für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (Art. 105 Abs. 1 BGG) betreffend die Entwicklung des invalidisierenden Gesundheitsschadens und dessen funktionelle Auswirkungen als offensichtlich unrichtig oder auf einer Verletzung von Bundesrecht (Art. 97 in Verbindung mit Art. 95 lit. a BGG) beruhend erscheinen lassen könnte (vgl. dazu BGE 132 V 393),
dass zum einen das Vorbringen, die Ergebnisse der Administrativbegutachtung (Untersuchungszeitpunkt: 27. September 2007) taugten nicht als Entscheidungsgrundlage, weil sie unter dem Eindruck der (bloss vorübergehend) stabilisierenden Wirkung einer kurze Zeit zuvor stattgefundenen längerdauernden Hospitalisierung (von Mai bis Juli 2007) zustandegekommen seien, nicht stichhaltig ist, geht aus der ergänzenden Stellungnahme des X._________ vom 3. Juli 2008 doch hervor, dass die Sachverständigen die vorangegangene Behandlung in ihre Überlegungen miteinbezogen hatten,
dass zum andern nicht davon ausgegangen werden kann, die Gutachter hätten sich durch gleichsam dissimulierende Äusserungen der sich selbst nicht für arbeitsunfähig haltenden Versicherten täuschen lassen,
dass die Beschwerde an sich offensichtlich unbegründet ist, weshalb sie im Verfahren nach Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG erledigt wird,
dass jedoch im ausführlichen Bericht der behandelnden Psychiaterin Dr. Z.________ vom 20. April 2009 ein Zustandsbild (im Rahmen der auch für die Gutachter massgebenden Diagnosen einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus mit rezidivierender depressiver Störung, dissoziativer Störung und Alkoholabhängigkeit sowie eines chronischen lumbovertebralen und lumbospondylogenen Schmerzsyndroms) geschildert wird, mit welchem die ernstzunehmende Möglichkeit einer nach Abschluss des Verwaltungsverfahrens eingetretenen erheblichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes verbunden ist,
dass diese fachärztlichen Angaben es rechtfertigen, die Sache zu weiteren Abklärungen des Gesundheitszustandes sowie der Arbeitsfähigkeit in der - nicht mehr Gegenstand dieses Prozesses bildenden - Zeit ab November 2008 und zur anschliessenden Überprüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente an die Verwaltung zu überweisen,
dass umständehalber auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet wird (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG), das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung mithin gegenstandslos ist,

erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

4.
Die Akten werden an die IV-Stelle des Kantons Bern überwiesen, damit sie im Sinne der Erwägungen verfahre.

Luzern, 2. Juni 2009

Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Meyer Traub

Parole chiave

invalidity insurancepension revisionmedical expert reportprobative valuework capacitypsychiatric deteriorationremittalcourt costs

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the refusal to increase the invalidity pension was unlawful on the existing record

Decisione estratta

The appeal was unfounded as to the period up to the administrative decision; the canton’s assessment of a 58% invalidity degree remained binding.

Motivazione estratta

The Federal Supreme Court found no manifestly incorrect factual findings or federal-law error in the appraisal of the medical evidence, especially the administrative expert report, which had full probative value.

Questione giuridica chiave

Whether the matter had to be sent back for further medical investigation after the administrative decision

Decisione estratta

The file had to be remitted to the administration for further clarification of the health status and work capacity from November 2008 onward.

Motivazione estratta

A detailed treating-psychiatrist report from April 2009 suggested a serious possibility of a relevant deterioration after completion of the administrative proceedings, justifying renewed assessment.

Questione giuridica chiave

Whether court costs had to be charged and whether free legal aid remained at issue

Decisione estratta

No court costs were charged, so the request for free legal aid became moot.

Motivazione estratta

The circumstances justified waiving costs under the Federal Supreme Court Act.

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