Non-entry for failure to pay advance costs in mutual legal assistance appeal

BB.2007.61Tribunale penale federale / Camera dei ricorsi11 feb 2008Inadmissible

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

A. appealed a mutual legal assistance measure ordered by the Federal Public Prosecutor's Office. After being required twice to pay an advance on costs and being warned of non-entry, he failed to pay within the extended deadline. His later submission was not treated as a withdrawal. The Federal Criminal Court therefore did not enter into the appeal, imposed court costs of CHF 300 on him, and ordered payment of CHF 600 plus VAT to his appointed counsel, with reimbursement owed by the appellant.

Massima Omnilex

Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 62 Abs. 3 Satz 3 BGG; Nichtleistung des Kostenvorschusses im Beschwerdeverfahren: Wird der verlangte Kostenvorschuss trotz Fristansetzung und ausdrücklicher Androhung nicht rechtzeitig geleistet, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Ein Schreiben, das lediglich die Verfahrensfortsetzung als verunmöglicht bezeichnet und um Kostenfolgen ersucht, stellt keinen klaren Rückzug der Beschwerde dar. Bei Nichteintreten fallen die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer zur Last; die Entschädigung der amtlichen Verteidigung wird nach den einschlägigen Gebührenreglementen festgesetzt und ist vom kostenpflichtigen Beschwerdeführer zu ersetzen.

Testo completo

Entscheid vom 11. Februar 2008 I. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, Tito Ponti und Alex Staub, Gerichtsschreiber Stefan Graf

Parteien

A., vertreten durch Rechtsanwalt Robert Vogel,

Beschwerdeführer

gegen

BUNDESANWALTSCHAFT,

Beschwerdegegnerin

Gegenstand Aktives Rechtshilfeersuchen (Art. 105 bis Abs. 2 BStP)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BB.2007.61

  • 2 -

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • die Bundesanwaltschaft am 22. Oktober 2007, nach Abschluss der u. a. ge- gen den Beschwerdeführer geführten Voruntersuchung wegen des Verdachts der Beteiligung an bzw. der Unterstützung einer kriminellen Organisation (Art. 260 ter StGB) und der qualifizierten Geldwäscherei (Art. 305 bis Ziff. 2 StGB), das italienische Justizministerium rechtshilfeweise um Zustellung ver- schiedener Einvernahmeprotokolle ersuchte (act. 1.1);

  • der Beschwerdeführer hiergegen am 29. Oktober 2007 bei der I. Beschwer- dekammer Beschwerde erhob (act. 1);

  • der Beschwerdeführer am 30. Oktober 2007 eingeladen wurde, bis 9. No- vember 2007 einen Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- zu leisten (act. 3);

  • der Beschwerdeführer hierauf am 8. November 2007 ein Gesuch um Gewäh- rung der unentgeltlichen Rechtspflege stellte (act. 5), welches die I. Be- schwerdekammer mit Entscheid vom 11. Januar 2008 abwies (act. 6);

  • dem Beschwerdeführer mit erwähntem Entscheid bis 25. Januar 2008 erneut Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 1'500.-- gesetzt wurde;

  • der Beschwerdeführer dieser Aufforderung nicht nachkam und deshalb am

  1. Januar 2008 erneut eingeladen wurde, bis 8. Februar 2008 einen Kosten- vorschuss von Fr. 1'500.-- zu leisten, andernfalls auf seine Eingabe nicht ein- getreten werde (act. 7);
  • der Beschwerdeführer auch innerhalb der ihm anberaumten Nachfrist keinen Kostenvorschuss geleistet hat, jedoch in einer Eingabe vom 8. Februar 2008 mitteilte, dass ihm der Entscheid vom 11. Januar 2008 die Fortsetzung des eingeleiteten Verfahrens völlig verunmögliche, so dass ihm bloss das Ersu- chen übrig bleibe, ihm für die Abschreibung des Verfahrens wenigstens keine Kosten aufzuerlegen (act. 9);

  • sich diesem Schreiben nicht ausdrücklich entnehmen lässt, dass die Be- schwerde zurückgezogen werde;

  • demzufolge auf die Beschwerde infolge Nichtleistung des Kostenvorschusses androhungsgemäss und in Anwendung von Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 62 Abs. 3 Satz 3 BGG nicht eingetreten wird;

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  • bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer die gerichtlichen Kosten zu tragen hat (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 66 Abs. 1 BGG), wobei die Gerichtsgebühr für das vorliegende Beschwerdeverfahren sowie für die Nebenverfahren betreffend unentgeltliche Rechtspflege und aufschiebende Wirkung auf Fr. 300.-- festgesetzt wird (Art. 245 Abs. 2 BStP und Art. 3 des Reglements vom 11. Februar 2004 über die Gerichtsgebühren vor dem Bun- desstrafgericht, SR 173.711.32);

  • der Beschwerdeführer im Strafverfahren seit dem 31. August 2004 durch Rechtsanwalt Robert Vogel amtlich verteidigt wird (act. 5.1 S. 16);

  • die im Ermittlungsverfahren bzw. in der Voruntersuchung bestellte amtliche Verteidigung gemäss Praxis der I. Beschwerdekammer in dem Sinne über- nommen wird, als die I. Beschwerdekammer die Entschädigung der amtli- chen Verteidigung garantiert (vgl. Weisung 06/2007 der I. Beschwerdekam- mer vom 19. November 2007);

  • die Entschädigung des amtlichen Verteidigers für das vorliegende Verfahren auf Fr. 600.-- (zzgl. 7,6 % MwSt.) festgesetzt wird (Art. 38 Abs. 1 BStP und Art. 3 des Reglements vom 26. September 2006 über die Entschädigungen in Verfahren vor dem Bundesstrafgericht, SR 173.711.31);

  • der Beschwerdeführer infolge seines Unterliegens im Beschwerdeverfahren für diese Kosten dem Bundesstrafgericht gegenüber rückerstattungspflichtig wird;

  • 4 -

und erkennt:

  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

  3. Die Bundesstrafgerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das vorliegende Verfahren eine Entschädigung von Fr. 600.-- (zzgl. 7,6 % MwSt.) zu bezahlen. Dieser Betrag ist der Bundesstrafgerichtskasse durch den Beschwerdeführer zurückzuerstatten.

Bellinzona, 13. Februar 2008

Im Namen der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • Rechtsanwalt Robert Vogel
  • Bundesanwaltschaft

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

Parole chiave

mutual legal assistanceadvance on costsnon-entryappeal withdrawalcourt costsappointed counselreimbursementinadmissibility

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the appeal had to be entered into despite non-payment of the advance on costs and the later filing

Decisione estratta

No. Because the advance on costs was not paid within the extended deadline and the submission did not clearly withdraw the appeal, the chamber could not enter into the appeal.

Motivazione estratta

The appellant ignored the warned deadline under Art. 245(1) BStP in conjunction with Art. 62(3) sentence 3 BGG; the later letter did not amount to an express withdrawal.

Questione giuridica chiave

Allocation of court costs after non-entry

Decisione estratta

The appellant had to bear the judicial costs, fixed at CHF 300.

Motivazione estratta

As the unsuccessful party, the appellant was charged the costs under the applicable cost provisions.

Questione giuridica chiave

Compensation of appointed defense counsel and reimbursement duty

Decisione estratta

The official defense counsel was awarded CHF 600 plus 7.6% VAT for the proceedings, payable by the court fund, and the appellant must reimburse that amount.

Motivazione estratta

The chamber applied its practice on appointed defense and fixed the compensation for the present proceedings accordingly; due to the appellant's loss, reimbursement follows.

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