Invalidity pension refused: appeal allowed and remanded for further facts

c-2368-2008Tribunale amministrativo federale / 3a divisione23 lug 2008Granted

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Administrative Court allowed the appeal against the IVSTA’s refusal of an invalidity pension. It held that the file had not been sufficiently clarified and, with both parties in agreement, annulled the decision and remanded the matter for further factual investigation and a new administrative ruling. No court costs were charged. The appellant was awarded CHF 1,900 in party compensation to be paid by the respondent authority.

Massima Omnilex

Art. 49 lit. b, Art. 61 Abs. 1, Art. 63 Abs. 2 and Art. 64 VwVG; remand for incomplete fact-finding in social insurance proceedings. Where the legally relevant facts have not been sufficiently established, the appellate court may not decide the merits itself but must annul the challenged decision and remit the matter for further investigation and a new ruling. If the appeal succeeds, no court costs are levied; the prevailing party is entitled to reasonable party compensation, the amount of which may be fixed ex officio where no cost note is filed and the effort is modest.

Testo completo

BVGer C-2368/2008

Entscheiddatum: 23.07.2008Publikationsdatum: 07.08.2008

Abteilung III

C-2368/2008

{T 0/2}

Urteil vom 23. Juli 2008

Besetzung

Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), Richter Michael Peterli, Richterin Madeleine Hirsig,

Gerichtsschreiberin Sabine Uhlmann.

Parteien

X._______,

vertreten durch Fürsprecher Dr. iur. Andreas Edelmann, Bahnhofstrasse 1, Postfach 31, 5330 Zurzach,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,

avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,

Vorinstanz.

Gegenstand

Invalidenrente, Verfügung vom 12. März 2008.

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die Eidgenössische Invalidenversicherungs-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA mit Verfügung vom 12. März 2008 das Gesuch von X._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) vom 15. September 2005, bei der IV-Stelle Aargau eingegangen am 20.September 2005, um Zusprechung einer Invalidenrente wegen Fehlens einer anspruchsbegründenden Invalidität abgewiesen hat,

dass die Beschwerdeführerin, vertreten durch Fürsprecher Andreas Edelmann, gegen diese Verfügung am 11. April 2008 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhoben und beantragt hat, die Verfügung vom 12. März 2008 sei aufzuheben und ihr sei ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% eventuell von 60% anzuerkennen,

dass die Vorinstanz mit Vernehmlassung vom 12. Juni 2008 gestützt auf die undatierte Stellungnahme der IV-Stelle des Kantons Aargau beantragt hat, die Beschwerde sei gutzuheissen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, und die Sache sei im Sinn der erwähnten Stellungnahme an die Verwaltung zurückzuweisen,

dass die IV-Stelle des Kantons Aargau sinngemäss ausgeführt hat, auf Grund der Beschwerdevorbringen müsse der Sachverhalt nochmals überprüft werden, deshalb seien weitere Abklärungen notwendig,

dass sich die Beschwerdeführerin in ihrer Replik vom 25. Juni 2008 mit dem Antrag der Vorinstanz ausdrücklich einverstanden erklärt hat,

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 172.32) in Verbindung mit Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) beurteilt, sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt,

dass die IVSTA eine Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d VGG ist, und vorliegend keine Ausnahme von der Zuständigkeit auszumachen ist,

dass das Bundesverwaltungsgericht somit zur Behandlung der Beschwerde zuständig ist,

dass die Beschwerdeführerin im Sinn von Art. 48 Abs. 1 VwVG und Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist, und dass die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht worden ist, so dass darauf einzutreten ist,

dass gemäss Art. 49 Bst. b VwVG die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden kann,

dass damit nach übereinstimmender Auffassung der Parteien, der sich das Bundesverwaltungsgericht anschliessen kann, feststeht, dass die angefochtene Verfügung vom 12. März 2008 auf einer mangelhaften Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts beruht,

dass demnach dem Antrag der Vorinstanz und der Beschwerdeführerin auf Gutheissung der Beschwerde und Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung des Sachverhalts stattzugeben ist (Art. 61 Abs. 1 VwVG),

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu erheben sind (Art. 63 Abs. 2 VwVG),

dass der obsiegenden Beschwerdeführerin zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zuzusprechen ist (Art. 64 VwVG in Verbindung mit Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),

dass der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin keine Kostennote eingereicht hat,

dass sich der Rechtsvertreter nicht mit einem komplexen Sachverhalt zu befassen hatte, und es sich bezüglich der zeitlichen Inanspruchnahme um einen Fall mit unterdurchschnittlichem Aufwand handelt, da die Vorinstanz bereits in ihrer Vernehmlassung Gutheissung der Beschwerde und Rückweisung zu erneuter Beurteilung beantragt hat,

dass im vorliegenden Verfahren aufgrund der Akten ein zeitlicher Aufwand von zirka acht Stunden bei einem Stundenansatz von Fr. 220.-- (exkl. Mehrwertsteuer) sowie ein Ersatz für Auslagen Fr. 100.-- als angemessen erscheint,

dass vorliegend keine Mehrwertsteuer geschuldet ist (vgl. Art. 5 Bst. b des Bundesgesetzes vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer [Mehrwertsteuergesetz, MWSTG, SR 641.20] in Verbindung mit Art. 14 Abs. 3 Bst. c MWSTG und Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE, vgl. auch SVR 2003, IV Nr. 32 E. 6.4 in fine),

dass der Beschwerdeführerin in Berücksichtigung dieser Umstände gemäss Art. 64 Abs. 2 VwVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 1 und 2 VGKE eine Parteientschädigung von aufgerundet Fr. 1'900.-- (inkl. Auslagen) zu Lasten der Vorinstanz zuzusprechen ist.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

Die Beschwerde wird gutgeheissen, und die angefochtene Verfügung vom 12. März 2008 wird aufgehoben.

Die Sache wird zur weiteren Abklärung des Sachverhalts und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zurückgewiesen.

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

Der Beschwerdeführerin wird eine Parteientschädigung von Fr. 1'900.-- (inkl. Auslagen) zu Lasten der Vorinstanz zugesprochen.

Dieses Urteil geht an:

  • die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)

  • die Vorinstanz (Ref-Nr._______)

  • das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Franziska Schneider Sabine Uhlmann

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand:

Parole chiave

invalidity pensionremandincomplete fact-findingparty compensationcourt costssocial insurance appeal

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the appeal against the IVSTA decision was admissible and the Federal Administrative Court had jurisdiction.

Decisione estratta

The court had jurisdiction and the appeal was admissible; the claimant was entitled to appeal and the filing was timely and proper.

Motivazione estratta

The challenged decision fell within the court’s statutory review competence, no exception to jurisdiction applied, and the claimant had standing under the procedural and social insurance provisions.

Questione giuridica chiave

Whether the refusal of the invalidity pension had to be set aside because the facts were insufficiently established.

Decisione estratta

Yes. The challenged decision rested on an incomplete determination of the legally relevant facts and had to be annulled.

Motivazione estratta

The parties agreed, and the court accepted, that the evidentiary basis was deficient and further factual investigation was required.

Questione giuridica chiave

What procedural consequence should follow from the incomplete fact-finding.

Decisione estratta

The case had to be remitted to the administration for additional clarification and a new decision.

Motivazione estratta

Under the applicable procedural rule, remittal is appropriate where the file does not allow a final merits ruling.

Questione giuridica chiave

Whether procedural costs should be charged.

Decisione estratta

No procedural costs were levied.

Motivazione estratta

Because the appeal was successful, no court costs were to be imposed.

Questione giuridica chiave

Whether the appellant was entitled to party compensation and in what amount.

Decisione estratta

The appellant received party compensation of CHF 1,900 including expenses, payable by the respondent authority.

Motivazione estratta

As the prevailing party, the claimant was entitled to reasonable compensation; the court fixed the amount ex officio given the limited effort and absence of a cost note.

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