Costs in adhesion claim and appeal proceedings

PKG 2004 16Altro tribunale3 dic 2003Partially Granted

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Sintesi Omnilex

In a criminal appeal concerning an adhesion claim, the court partially altered the cost allocation. It held that investigation expenses linked to a dismissed threat complaint could not be fully charged to the appellant, and it split first-instance costs between the criminal and civil components because the injured party had grossly overclaimed and had caused substantial additional work. The lower court's set-off of out-of-court costs in the first instance was left untouched. Appeal costs were allocated mostly to the appellant, and he was also ordered to pay the respondent Fr. 1,000 in civil-party compensation on appeal.

Massima Omnilex

Art. 130 ff. StPO; adhesion claim costs and cost allocation; Art. 122 ZPO applies by analogy to party costs in the civil point; Art. 160 StPO governs appeal costs. As a rule, costs of an adhesion claim are not imposed on the injured party, but an exception is justified where the claimant substantially overclaims and the handling of the adhesion claim causes considerable expense beyond the ordinary scope of criminal proceedings. In such a case, the costs attributable to the adhesion claim may be allocated according to the respective degree of success and failure (consid. 1). In appellate proceedings, civil-party costs are to be awarded to the successful party under the civil-procedure rules by analogy where no special criminal-procedure rule exists.

Testo completo

PKG 2004

16 –Adhäsionsklage; Kostentragung(Art. 130ff. StPO).Von derRegel, dassdem Adhäsionsklägerkeine Kostenüber-

**bunden werden,ist dannabzuweichen, wenner erheblich überklagtund dieBehandlung derAdhäsionsklage einen erheblichenAufwand verursachthat. DieKostenzuteilung im Rechtsmittelverfahrenrichtet sich****nach Art.**122 ZPO.

Aus den Erwägungen:

1. a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens drängt sich eine neue Auf- teilung der vorinstanzlichen Kosten auf. Einerseits sind die Untersuchungs- gebühren der Staatsanwaltschaft Graubünden von Fr. 1800.– im Umfang von Fr. 1’500.– dem Berufungskläger und im Umfang von Fr. 300.– dem Kan- ton Graubünden aufzuerlegen. Die Vorinstanz hat offensichtlich übersehen, dass die Kosten der Untersuchung, welche im Zusammenhang mit der Straf- anzeige wegen Drohung gegen den Berufungskläger entstanden sind, ihm nicht aufgebürdet werden können. Das Strafverfahren wurde in diesem Punkt eingestellt, wobei die Kosten bei der Prozedur belassen wurden. Die Barauslagen hingegen wurden zu Recht dem Berufungskläger auferlegt.

1. Schliesslich rechtfertigt sich mit Blick auf den Ausgang der Adhä- sionsklage auch die vollständige Auferlegung der erstinstanzlichen Kosten des Gerichtsverfahrens von Fr. 4 200.– auf den Berufungskläger nicht. Zwar trifft es zu, dass die Kosten einer Adhäsionsklage in der Regel nicht dem Ge- schädigten überbunden werden können (Domenig, Die Adhäsionsklage im Bündner Strafprozess, Diss. Zürich 1990, S. 126). Diese Praxis wird damit be- gründet, dass die Behandlung einer Adhäsionsklage in aller Regel nur un- bedeutende Kosten verursacht. Davon kann und soll jedoch dann abgewi- chen werden, wenn der Adhäsionskläger wesentlich mehr geltend macht als er zugesprochen erhält und die Behandlung der Adhäsionsklage einen Auf- wand erfordert, welcher über das sonst in Strafprozessen übliche Mass hin- ausgeht. Vorliegend verhält es sich derart, dass der Geschädigte mit seiner Adhäsionsklage weit überklagt hat. Wie dem vorinstanzlichen Urteil zu ent- nehmen ist, hat er des Weiteren mit seiner Klage auch bei der ersten Instanz einen erheblichen Aufwand verursacht. Es kann angesichts der Ausführun- gen der Vorinstanz auf den Seiten 19 bis 32 des angefochtenen Urteils nicht davon ausgegangen werden, dass die Mitbehandlung der Adhäsionsklage im vorliegenden Strafverfahren nur unbedeutende Kosten mit sich gebracht hat. Vielmehr ist ein erheblicher Teil der erstinstanzlichen Gerichtskosten auf die Geltendmachung eines zivilrechtlichen Anspruchs durch I. zurück- zuführen. Der Kantonsgerichtsausschuss erachtet es als vertretbar und an- gemessen, den von der Vorinstanz für das Strafverfahren aufgewendeten Kostenanteil auf Fr. 2 800.– und jenen für die Behandlung der Adhäsions- klage auf Fr. 1400.– festzusetzen. Es rechtfertigt sich sodann auch, die auf die 92

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Adhäsionsklage zurückzuführenden Gerichtskosten entsprechend Art. 122 Abs. 1 ZPO den beiden Parteien entsprechend ihrem Verhältnis des Obsie- gens und Unterliegens aufzuerlegen. Von der Regel der ausgangsgemässen Verteilung der Kosten darf nur in Ausnahmefällen abgewichen werden; bei der Kostenzuteilung ist somit in der Regel auf das formelle Obsiegen und Unterliegen abzustellen. Ausnahmen zu dieser Regel ergeben sich aus aus- drücklichen Gesetzesbestimmungen oder diese werden durch die Recht- sprechung ausgebildet. So kann insbesondere beim Scheidungsverfahren (vgl. PKG 1988 Nr. 14), bei Notwegrechtsprozessen (vgl. PKG 1991 Nr. 10) wie auch bei Erbteilungsklagen (vgl. Art. 85 Abs. 4 EGzZGB) von dieser Re- gel abgewichen werden (vgl. PKG 1997 Nr. 14). Bei Forderungsprozessen kann etwa dann von dieser Regel abgewichen werden, wenn eine Forderung nach richterlichem Ermessen festzusetzen ist, nicht erheblich überklagt wird und überdies in einem solchen Fall ein wesentliches Interesse zur Prozess- führung ausgewiesen ist oder wenn die Leitscheinforderung in den Rechts- schriften reduziert wird und sich in der Folge das gesamte Verfahren inklu- sive Beweisverfahren nur noch auf den reduzierten Betrag beschränkt. Wo aber eine Forderung klar bezifferbar ist, kann von der Regel der ausgangs- gemässen Verteilung der Kosten nicht abgewichen werden. Nachdem I. mit seiner Adhäsionsklage nur im Rahmen von Fr. 16 861.10 anstelle der einge- klagten Fr. 99 600.– durchgedrungen ist, sind die auf das Adhäsionsverfahren zurückzuführenden Kosten von Fr. 1400.– zu einem Fünftel dem Berufungs- kläger und zu vier Fünfteln I. aufzuerlegen. Die auf das Strafverfahren ent- fallenden Kosten der Vorinstanz von Fr. 2 800.– gehen demgegenüber zu La- sten von A. X.

1. Die von der Vorinstanz verfügte Wettschlagung der ausseramt- lichen Kosten für das erstinstanzliche Verfahren im Zivilpunkt ist demge- genüber nicht zu beanstanden (vgl. dazu sinngemäss PKG 1990 Nr. 38).

1. a) Nachdem die Berufung in den Punkten der Strafzumessung und der Kostenauferlegung teilweise gutgeheissen wurde, sind die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3 000.– zu drei Vierteln zu Lasten von A. X. und zu einem Viertel zu Lasten des Kantons Graubünden aufzuerlegen (Art. 160 StPO). Die Kosten der Ergänzung der Strafuntersuchung von Fr. 1150.– sind dem Berufungskläger aufzuerlegen, weil die Ergänzung mit Bezug auf die teilweise Gutheissung der Berufung ohne Einfluss geblieben ist. b) Bezüglich der Parteikosten im Zivilpunkt ist festzuhalten, dass in Ermangelung einer besonderen strafprozessualen Regelung der Parteikos- ten die Bestimmungen der Zivilprozessordnung analog anzuwenden sind (Domenig, a.a.O., S. 128, sowie PKG 1990 Nr. 38). Danach wird auch im Berufungsverfahren der Unterliegende verpflichtet, dem Obsiegenden alle durch den Rechtsstreit verursachten, notwendigen Kosten zu ersetzen (Art. 122 Abs. 2 ZPO). Vorliegend ist der Berufungskläger in der Zivilforderung

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im Berufungsverfahren vollständig unterlegen, weshalb er zu verpflichten ist, I. eine ausseramtliche Entschädigung von Fr. 1000.– zu bezahlen.

SB 03 12Urteil vom 3. Dezember 2003

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Parole chiave

adhesion claimcost allocationoverclaimingappeal costsparty compensationcriminal procedurecivil point

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether investigation costs connected to a threat complaint dismissed against the appellant could be charged to him.

Decisione estratta

Only Fr. 1,500 of the Fr. 1,800 investigation fees were chargeable to the appellant; Fr. 300 were borne by the Canton of Graubünden.

Motivazione estratta

Costs stemming from the dismissed threat complaint could not be imposed on the appellant, whereas the remaining outlays were properly charged to him.

Questione giuridica chiave

How first-instance court costs had to be allocated in light of the partially successful adhesion claim.

Decisione estratta

The first-instance court costs of Fr. 4,200 were split into Fr. 2,800 for the criminal proceedings and Fr. 1,400 for the adhesion claim; the adhesion-related costs were charged one-fifth to the appellant and four-fifths to I., while the criminal-proceedings costs were borne by the appellant.

Motivazione estratta

The usual rule that adhesion-claim costs are not imposed on the injured party may be departed from when the claimant grossly overclaims and causes substantial work. Here the adhesion claim was far in excess of the amount awarded and generated considerable expense.

Questione giuridica chiave

Whether the lower court's set-off of out-of-court costs in the civil point of the first instance should be disturbed.

Decisione estratta

The set-off of the party costs in the civil point was upheld.

Motivazione estratta

The court found no reason to disturb the lower court's treatment of the out-of-court costs.

Questione giuridica chiave

How appeal costs and costs of supplemental investigation had to be allocated.

Decisione estratta

Appeal costs of Fr. 3,000 were allocated three-quarters to the appellant and one-quarter to the Canton of Graubünden; supplemental investigation costs of Fr. 1,150 were imposed on the appellant.

Motivazione estratta

Because the appeal was only partially successful on sentencing and costs, the appeal costs were split accordingly. The supplemental investigation was unaffected by the partial success and therefore charged to the appellant.

Questione giuridica chiave

Whether the appellant had to pay an out-of-court civil-party compensation on appeal.

Decisione estratta

The appellant had to pay I. Fr. 1,000 as out-of-court compensation for the appeal proceedings.

Motivazione estratta

In the absence of a special criminal-procedure rule, civil-procedure rules on party costs apply by analogy; since the appellant lost the civil claim entirely on appeal, he had to reimburse the necessary costs of the successful party.

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