Il fermo di polizia e il collocamento in cella richiedono una base legale e devono essere proporzionati

AK.2006.163Altro tribunale26 set 2006Diritto penale

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

Il tribunale spiega che le misure coercitive di polizia incidono su diritti tutelati dalla Costituzione e richiedono pertanto una chiara base legale e il rispetto del principio di proporzionalità. Prima dell’apertura di un’istruzione, la polizia agisce in virtù della legge sulla polizia; successivamente, esegue le direttive del pubblico ministero e non dispone di poteri coercitivi autonomi, salvo nei casi urgenti. Nella situazione concreta, condurre il sospettato al posto di polizia non era di per sé censurabile, ma la polizia avrebbe dovuto informare immediatamente il giudice istruttore. L’interrogatorio contro la volontà del sospettato e, in particolare, il suo collocamento in cella senza autorizzazione giudiziaria erano in linea di principio illeciti, in assenza di urgenza o di altri motivi importanti.

Massima Omnilex

Art. 5 ff. StP, Art. 6 Abs. 2 und 3 StP, Art. 110 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 StP; le misure coercitive di polizia richiedono una base legale espressa e devono essere proporzionate. Dopo l’apertura dell’istruzione, la polizia è tenuta a eseguire le direttive del pubblico ministero e non dispone di poteri coercitivi autonomi, salvo in situazioni urgenti definite in modo restrittivo. Una privazione temporanea della libertà in una cella senza ordine giudiziario è ammissibile solo in via eccezionale, in presenza di urgenza o di altri motivi importanti e se la misura è proporzionata al reato sospettato; per i reati minori perseguibili a querela, di norma tale condizione non sarà soddisfatta.

Testo completo

Aus den Erwägungen:

2.2 Die Anwendung von Zwangsmitteln durch die Strafverfolgungsbehörden – als solche gilt auch die Polizei (vgl. den ersten Titel des Strafprozessgesetzes, Art. 5ff.) – führt immer zu einer Beeinträchtigung verfassungsmässig geschützter Rechte. Deshalb sind Zwangsmittel nur aufgrund einer ausdrücklichen gesetzlichen Grundlage und unter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit anzuordnen und zu vollziehen. Sie dürfen nur von den durch das Gesetz ermächtigten Personen angeordnet werden (vgl. WALTER LOCHER, Die Zusammenarbeit zwischen Untersuchungsrichter und Polizei im st. gallischen Strafprozess, Dissertation 1982, S. 74). Zwangsmassnahmen ordnen im Regelfall an der Untersuchungsrichter, der Staatsanwalt und der Haftrichter im Untersuchungs- und Gerichtsverfahren bis ein vollstreckbarer Entscheid vorliegt (Art. 110 Abs. 1 lit. a StP), wobei mit dem Vollzug im Regelfall die Polizei beauftragt wird (Art. 110 Abs. 3 StP). Selbständige Zwangsmittel stehen der Polizei nur im Rahmen ihrer gesetzlichen Befugnisse in der Regel bei Gefahr in Verzug zur Verfügung (vgl. Art. 6 Abs. 2 und 3 StP). Es ist ihr insbesondere – unter Vorbehalt der Einbringung bei Gefahr in Verzug gemäss Art. 114 StP, der Feststellung der Personalien nach Art. 28 Abs. 2 PG und des Gewahrsams im Sinne von Art. 40 PG – verwehrt, eine Person gegen ihren Willen auf den Polizeiposten zu holen, um sie dort zu befragen (vgl. GVP 1982 Nr. 50).

Die selbständige Tätigkeit der Polizei richtet sich vor der Eröffnung der Strafuntersuchung nach den Vorschriften des Polizeigesetzes (Art. 6 Abs. 2 StP). Nach der Eröffnung der Strafuntersuchung führt die Polizei die Anordnungen der Staatsanwaltschaft aus (Art. 6 Abs. 3, 1. Satz StP), wobei sie in fachlicher Hinsicht der Weisungsbefugnis der Staatsanwaltschaft untersteht (Art. 5 Abs. 2 StP). … Erweist sich die Anordnung von Zwangsmassnahmen als erforderlich, sind diese im Regelfall (zwingend) durch den Untersuchungsrichter bzw. durch den Staatsanwalt zu verfügen (Art. 110 Abs. 1 lit. a StP), so dass der Polizei von vornherein keine selbständigen Befugnisse mehr zustehen.

2.3 Nachdem gegen den Anzeiger eine Strafanzeige wegen Verdachts des Exhibitionismus vorlag, ist – auch wenn er sich bei seiner Anhaltung personell ordnungsgemäss ausgewiesen hatte – zumindest aus zeitlichen Gründen seine Überführung auf den Polizeiposten grundsätzlich nicht zu beanstanden. Die Polizeibeamten wären aber verpflichtet gewesen, umgehend den Untersuchungsrichter zu benachrichtigen und bei ihm die Anweisungen über das weitere Vorgehen einzuholen. Eine zwischenzeitliche Anhörung des Festgenommenen durch die Polizei ist mit seinem Einverständnis möglich, nicht jedoch gegen seinen Willen. Eine, auch nur vorübergehende, Unterbringung in einer Zelle ohne entsprechende Anordnung des Untersuchungsrichters ist grundsätzlich nicht zulässig. Von dieser Regel kann nur abgewichen werden bei Gefahr in Verzug oder bei Vorliegen von anderen wichtigen Gründen. Eine – wenn auch nur sehr kurz dauernde – Unterbringung in einer Zelle muss aber immer auch in Bezug auf den in Frage kommenden Straftatbestand als verhältnismässig erscheinen. Dies ist bei Verdacht der Widerhandlung einzig gegen ein Antragsdelikt im Regelfall nicht gerechtfertigt. Der vom Anzeiger geltend gemachte Straftatbestand des Exhibitionismus sieht eine Strafandrohung von (lediglich) maximal sechs Monaten Gefängnis vor (vgl. Art. 194 StGB).

Parole chiave

coercive measurespolice powersproportionalitycell detentioncriminal procedure

Police may only do so within their statutory powers and, after the opening of the investigation, must follow the prosecutor's instructions; they may not independently compel questioning against the person's will.

Coercive measures require an express legal basis and proportionality. After the investigation is opened, the police execute prosecutorial orders and have no independent coercive power except in narrowly defined urgent situations.

Such placement is generally impermissible without an order, unless there is urgency or another important reason and the measure remains proportionate to the suspected offense.

Even a brief cell placement interferes with constitutional rights and needs a legal basis and proportionality. For a mere complaint offense with a comparatively mild maximum penalty, cell detention is ordinarily not justified.

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