Il diritto di visita del patrigno non può dipendere dal desiderio del minore

NX000004Tribunale superiore / II camera civile12 mag 2000Diritto di famigliaConfermato

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

L’Obergericht ha esaminato se i contatti di un minore di 11 anni con il patrigno potessero essere lasciati alla scelta del minore. Sebbene il minore vivesse con la madre, avesse instaurato un rapporto con il patrigno e stesse sviluppando anche un rapporto con il padre biologico, il tribunale ha ritenuto che subordinare le visite alla volontà del minore lo avrebbe esposto a un grave conflitto di lealtà. Le lettere e l’audizione del minore hanno mostrato che era sottoposto a pressioni per compiacere gli adulti, anziché prendere una decisione veramente libera. Il tribunale ha quindi preferito la soluzione del Bezirksrat e confermato la regolamentazione del diritto di visita senza subordinarla al desiderio del minore.

Massima Omnilex

Art. 274a, 275 CC; diritto di visita di un patrigno; desiderio del minore quale condizione per i contatti. Di regola, le visite non possono essere subordinate al fatto che un minore di undici anni dichiari di desiderarle, qualora la situazione familiare e il conflitto tra i genitori generino un conflitto di lealtà e il minore sia così gravato di una responsabilità che spetta agli adulti (consid. 3). L’audizione personale del minore e le sue dichiarazioni scritte devono essere valutate alla luce dell’influenza del genitore affidatario e della capacità del minore di formarsi autonomamente la propria volontà; una libertà di scelta solo apparente non è sufficiente. In tali circostanze, una regolamentazione fissa e vincolante del diritto di visita tutela meglio il bene del minore rispetto a una regolamentazione lasciata alla sua decisione spontanea.

Testo completo

Art. 274a, 275 ZGB. Besuchsrecht des (Stief-)Vaters. Es ist unzweckmässig und dem Kindeswohl nicht zuträglich, Besuche eines elfjährigen Kindes bei sei- nem Stiefvater, der mit seiner Mutter zerstritten ist, davon abhängig zu machen, ob es im Einzelfall gehen will oder nicht.

Das elfjährige Kind lebt bei seiner Mutter. Mit dem leiblichen Vater bestand nie eine Familiengemeinschaft, doch hat sich in letzter Zeit ein regelmässi- ger und unproblematischer Kontakt ergeben. Der Stiefvater, den das Kind während mehrerer Jahre als Lebenspartner seiner Mutter und damit als seinen "Papa" erlebte und den es nach eigener Angabe "gern hat", bean- sprucht ein Besuchsrecht. Alle Instanzen anerkennen das grundsätzlich.

Aus den Erwägungen des Obergerichts:

Die wesentlichste Differenz zwischen Vormundschaftsbehörde und Bezirks- rat besteht in der (Un-)Verbindlichkeit der Anordnung; die Vormundschaftsbehör- de macht Besuche Sonias abhängig davon "ob sie es selber will", und die Kläge- rin (die Mutter) erachtet das als richtig. Wenn damit der Situation Rechnung ge- tragen werden sollte, dass Sonia sozusagen "zwei Väter" hat, und dass ihr der Kontakt zum leiblichen Vater, Rudolf P, jedenfalls nicht erschwert werden sollte, hat das zunächst etwas für sich. Besuche vom Willen des Kindes abhängig zu machen, ist aber grundsätzlich sehr problematisch (BK-Hegnauer, N. 119 zu ZGB 273 und BGE 100 II 82). Das Kind wird in einen Loyalitätskonflikt gestürzt, der gravierende Folgen haben kann. Letztlich schieben die Erwachsenen (Eltern und Behörden) damit ihre Verantwortung auf das Kind ab. Im vorliegenden Fall ist das nicht anders zu beurteilen. Stiefvater und Mutter hatten und haben ernsthafte Dif- ferenzen untereinander. Ob Sonia ihren Stiefvater besuchen will oder nicht, kann also auch eine Komponente der (II-)Loyalität gegenüber der Mutter haben. Die beiden "Väter" hatten bislang wenig Kontakt und auch keinen Streit. Rudolf P hat sich aber im Verfahren gegen ein Besuchsrecht des Stiefvaters, Martin S, ge- wandt. Das ist selbstverständlich sein Recht. Aber auch hier könnte Sonia in den Konflikt geraten, dem einen oder anderen ihrer "Väter" ihre Zuneigung dadurch zeigen zu wollen, dass sie Martin S besuchte oder eben nicht. Der Brief, den So- nia dem Gericht geschrieben hat, bestätigt diese Beurteilung: "ich wil nicht zu Martin weil ich angst habe das er mich fragt warum das ich das letzte mal nicht da war (...) Ich habe meine Mutter sehr gern (...) Als das

letzte Mal meine kleine Schwester (...) von Martin zurück kam, sie wuste ge- nau das ich nicht woltte da sagte sie mir dass Martin gesagt hat er würde mich nicht fragen (...) Ich wil nicht zu ihm nicht das ich ihn nicht gern habe." Eindrücklicher kann der Konflikt des Kindes, es den Erwachsenen recht zu machen und sie beide seiner Zuneigung zu versichern, nicht ausgedrückt werden. Die persönliche Anhörung von Sonia ergab keine anderen Gesichtspunkte. Na- mentlich wurde deutlich, dass sie wohl (verständlicherweise) möglichst frei sein möchte, am Wochenende das zu tun, was ihr gerade am besten behagt, dass sie aber anderseits durchaus keine Abneigung gegen "Martin" zeigt und nicht unter der Vorstellung von Besuchen bei ihm leidet, sondern unter dem Streit der Mutter mit dem Stiefvater (...). Die Klägerin beteuert, sie beeinflusse das Kind nicht, und sie wolle ihm nur das Recht zur eigenen Entscheidung zugestehen. Abgesehen davon, dass zur Betätigung des eigenen Willens die Fähigkeit zur Willensbildung gehört, die sich bei Kindern eben erst entwickeln muss, kann diese Darstellung der Klägerin nicht überzeugen. Es mag ja sein, dass Sonia den Brief an das Ge- richt wirklich ohne Auftrag der Mutter schrieb. Immerhin war sie aber eben über den pendenten Prozess vor Obergericht informiert - und zwar durch ihre Mutter (...). Eine solche Information neutral zu vermitteln, ist fast nicht möglich, wenn die Informierende selber Partei ist. Bezeichnenderweise gesteht denn die Klägerin auch zu, dass sie es war, die dem Kind als Variante die "Freiwilligkeit" der Besu- che vorlegte, und sie sagte nach eigener Darstellung: "Lueg, Martin will, dass du einmal pro Monat bei ihm vorbeigehen musst" (..., Hervorhebung beigefügt). Ge- rade diese offenen und verdeckten (vielleicht bisweilen gar unbewussten) Beein- flussungen des Kindeswürden bei einer Lösung, welche Besuche vom Willen des Kindes abhängig machte, auf fatale Weisegefördert. Es ist darum der Lösung des Bezirksrates der Vorzug zu geben und das Be- suchsrecht nicht vom Willen Sonias abhängig zu machen.

Obergericht, II. Zivilkammer Urteil vom 12. Mai 2000 Geschäfts-Nr. NX000004/U

Parole chiave

visitation rightsstepfatherchild welfareloyalty conflictparental conflictfree willfamily relationships

No. Making visits depend on the child’s spontaneous wish is unsuitable and contrary to the child’s welfare, because it creates a loyalty conflict and shifts adult responsibility onto the child.

The court held that the child was placed between the mother, the stepfather, and the natural father. The mother’s influence made neutral choice difficult, and the child’s statements showed pressure to please the adults rather than a free decision.

Yes. The Bezirksrat’s arrangement was preferable because it avoided manipulating the child through a supposedly free choice that was not genuinely free.

A child can only exercise will if it can form it independently; here, the child’s loyalty conflicts and parental communication made that impossible in practice.

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