Peace judge lacked subject-matter jurisdiction over criminal/administrative matter

RU110032Tribunale superiore26 set 2011Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

A. appealed against the Zurich peace judge’s refusal to enter on his claim concerning an ‘amtsausstand’/demand relating to employee B. of the city’s social welfare authority. The Obergericht held that, even though the appeal could be understood as seeking annulment and a merits examination, it was unfounded. The peace judge had correctly declined jurisdiction because the matter concerned a criminal investigation and/or an administrative procedure, not a civil case. The appeal was dismissed, the second-instance fee was set at CHF 300, and no party compensation was awarded.

Massima Omnilex

Art. 320 f. ZPO, Art. 404 f. ZPO; appellate review of a non-entry order for lack of subject-matter jurisdiction: the appeal court examines only alleged errors sufficiently substantiated under the rüge principle. A peace judge is not competent for matters arising from criminal investigative proceedings or administrative proceedings; where the challenged complaint pertains to such proceedings, non-entry is correct. A mere reference to an inapplicable provision does not vitiate the outcome if jurisdiction is absent for other reasons.

Testo completo

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: RU110032-O/U.doc

Mitwirkend: Oberrichter Dr. R. Klopfer, Vorsitzender, Oberrichterin Dr. M. Schaffitz und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. E. Ferreño Urteil vom 26. September 2011

in Sachen

A._____ Kläger und Beschwerdeführer

gegen

Stadt V._____ Beklagte und Beschwerdegegnerin

betreffend Forderung/Amtsausstand

Beschwerde gegen eine Verfügung des Friedensrichteramtes V._____ vom 10. August 2011 (GV.2011.00100 / SB.2011.00096)

Erwägungen: 1. a) Mit Verfügung vom 10. August 2011 trat das Friedensrichteramt der Stadt V._____ auf die Klage des Klägers und Beschwerdeführers (fortan: Kläger) betreffend "Forderung / Amtsausstand" des Mitarbeiters B._____ der Sozialhilfe- behörde V._____ mangels Zuständigkeit des Friedensrichters nicht ein (Urk. 2). b) Hiergegen erhob der Kläger mit Eingabe vom 19. August 2011, einge- gangen am 23. August 2011, fristgerecht Beschwerde (Urk. 6). 2. Für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren kommt die am 1. Januar 2011 in Kraft getretene eidgenössische Zivilprozessordnung zur Anwendung (Art. 404 f. ZPO). 3. a) Der Kläger ist zunächst darauf hinzuweisen, dass die Beschwerde- schrift konkrete Rechtsbegehren zu enthalten hat, aus denen eindeutig hervor- geht, in welchem Umfang der vorinstanzliche Entscheid angefochten wird. Vorlie- gend vermag die Beschwerdeschrift diesen formellen Anforderungen noch zu ge- nügen, lässt sich doch aus der Formulierung "Ich halte an der Forderung weiter fest" (Urk. 6) ableiten, dass der Kläger mit seiner Beschwerde die Aufhebung der Verfügung vom 10. August 2011 und das Eintreten des Friedensrichters auf seine Klage anstrebt. b) Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und offen- sichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). Im Beschwerdeverfahren gilt das Rügeprinzip (Sutter-Somm/Ha- senböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, N 15 zu Art. 321), d.h. die Beschwerde führende Partei hat im Einzelnen darzule- gen, an welchen Mängeln der angefochtene Entscheid ihrer Ansicht nach leidet. Vorliegend macht der Kläger einzig geltend, dass kein gerichtliches Verfahren lau- fe und es fraglich sei, was Art. 361 ZPO damit zu tun habe (Urk. 6). c) Der Friedensrichter erwog, aus den Erläuterungen im Schlichtungsbe- gehren müsse von einem bereits laufenden Verfahren ausgegangen werden. Der Kritik des Klägers, es laufe kein gerichtliches Verfahren (Urk. 6), ist zwar zuzu-

stimmen, jedoch übersieht er, dass der Friedensrichter nicht von einem gerichtli- chen Zivilverfahren, sondern von einem strafrechtlichen Untersuchungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft und von einem allfälligen Verwaltungsverfahren aus- ging (vgl. Urk. 7 S. 1 mit Verweis auf Urk. 8 S. 2). Der Kläger ist in diesem Zu- sammenhang darauf aufmerksam zu machen, dass für Angelegenheiten in einem strafrechtlichen Untersuchungsverfahren sowie in einem Verwaltungsverfahren der Friedensrichter nicht zuständig ist. Der in der angefochtenen Verfügung auf- geführte Art. 361 ZPO ist vorliegend nicht einschlägig. Dies ist jedoch nicht von Belang, da der Friedensrichter der Stadt V._____ zu Recht auf die Klage des Klä- gers zufolge fehlender sachlicher Zuständigkeit nicht eingetreten ist. d) Resümierend erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Es kann da- her sowohl auf die Einholung einer Beschwerdeantwort der Beklagten als auch auf die Einholung einer Vernehmlassung des Friedensrichters verzichtet werden (Art. 322 ZPO, Art. 324 ZPO). Die Beschwerde ist damit vollumfänglich abzuwei- sen. 4. a) Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemäss dem Kläger aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). b) Der Beklagten und Beschwerdegegnerin ist mangels relevanter Um- triebe keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 95 Abs. 3 ZPO). Es wird erkannt: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 300.– festgesetzt. 3. Die Kosten für das Beschwerdeverfahren werden dem Kläger auferlegt 4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge- sprochen.

  1. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage von Urk. 6 in Kopie, sowie an das Friedensrichteramt Stadt V._____, je gegen Empfangsschein. Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an die Vorinstanz zurück. 6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 26. September 2011

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Der Präsident:

Dr. R. Klopfer Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. E. Ferreño

versandt am: mc

Parole chiave

subject-matter jurisdictionnon-entryappealrüge principlepeace judgecriminal investigationadministrative procedurecourt costsparty compensation

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the peace judge had subject-matter jurisdiction over the claim concerning a criminal investigation and/or administrative proceeding.

Decisione estratta

The peace judge was not competent; the non-entry order was correct because such matters do not fall within the peace judge’s jurisdiction.

Motivazione estratta

Although the appellant was right that no civil court case was pending, the peace judge had relied on a criminal investigation before the public prosecutor and a possible administrative procedure. For such matters, the peace judge lacks jurisdiction; the reference to Art. 361 ZPO was irrelevant.

Questione giuridica chiave

Whether the appeal met the formal and substantive requirements for appellate review.

Decisione estratta

The appeal was formally sufficient, but it was substantively unfounded because it did not show any error in the challenged order beyond disputing the existence of a civil proceeding.

Motivazione estratta

The court noted the appeal contained enough to infer the request to annul the order and require the peace judge to proceed, but under the rüge principle the appellant did not demonstrate a legal or factual error justifying reversal.

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