No entry on criminal complaint due to mootness

UH110048Tribunale superiore2 dic 2011Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

A criminal complainant challenged a prosecutor's refusal to keep her address and personal data secret. During the pendency of the complaint, she waived private-plaintiff status and the investigation against the accused was discontinued. The Obergericht held that the dispute had become moot and that the complainant no longer had a legal interest in having the complaint reviewed. It therefore did not enter into the complaint, imposed no costs, and awarded no compensation. The request for free legal aid in the complaint proceedings became moot as well.

Massima Omnilex

Mootness; lack of current legal interest in criminal complaint proceedings. Where the underlying criminal investigation has been finally discontinued and the complainant has waived private-plaintiff status, a complaint against a procedural order concerning data secrecy loses its предмет and is not entered into. If mootness arises independently of the complainant's conduct, no costs are imposed and no compensation is due; a pending request for legal aid becomes moot as well.

Testo completo

Obergericht des Kantons Zürich III. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: UH110048-O/U/gk

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. K. Balmer, Präsident, lic. iur. W. Meyer und Ersatzoberrichter lic. iur. A. Schärer sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. F. Gisler Monzón

Beschluss vom 2. Dezember 2011

in Sachen

A._____, Beschwerdeführerin

gegen

  1. B._____, 2. Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, Beschwerdegegner

1 verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

betreffend Schutzmassnahmen

Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich - Limmat vom 8. Februar 2011, BAST3/2011/66

Erwägungen: 1. Im Rahmen einer von der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (nachfol- gend: Staatsanwaltschaft) gegen B._____ (nachfolgend: Beschwerdegegner 1) eröffneten Strafuntersuchung wegen fahrlässiger Verursachung einer Feuers- brunst wurde der Geschädigten A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Schreiben der Staatsanwaltschaft vom 19. Januar 2011 das Formular betreffend "Geltendmachung von Zivilansprüchen und Konstituierung als Privatklägerschaft" zugestellt mit der Bitte um Retournierung innert fünf Tagen seit Erhalt (Urk. 3 = Urk. 11). Mit Eingabe vom 31. Januar 2011 ersuchte die Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsbeistandschaft und Erstreckung der Frist zur Einreichung aller Unterlagen im Zusammenhang mit der Konstituierung als Privatklägerschaft. Zudem beantragte sie, es seien ihre neue Wohnadresse und ihre Daten vor allen Prozessbeteiligten geheim zu halten (Urk. 11). 2. Mit Verfügung vom 8. Februar 2011 gewährte die Staatsanwaltschaft der Beschwerdeführerin die von ihr beantragte Fristerstreckung. Den Antrag der Be- schwerdeführerin auf Geheimhaltung ihrer Daten wies die Staatsanwaltschaft hin- gegen ab (Urk. 3 = Urk. 5). 3. Gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 8. Februar 2011 erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 25. Februar 2011 fristgerecht Be- schwerde (Urk. 2). Sie beantragte, soweit in der Sache relevant, es seien ihre Da- ten im Untersuchungsverfahren geheim zu halten, und die Staatsanwaltschaft sei aufzufordern, das dieser am 31. Januar 2011 eingereichte Gesuch um Gewäh- rung der unentgeltlichen Rechtsbeistandschaft gutzuheissen bzw. zu behandeln. Gleichzeitig stellte die Beschwerdeführerin für das Beschwerdeverfahren ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Urk. 3). 4. Mit Verfügung der hiesigen Kammer vom 21. März 2011 wurde der Staatsanwaltschaft sowie dem Beschwerdegegner 1 Frist zur Stellungnahme an- gesetzt und darauf hingewiesen, dass über das Gesuch um Gewährung der un- entgeltlichen Prozessführung für das vorliegende Verfahren separat entschieden

werde (Urk. 8). Die Staatsanwaltschaft reichte ihre Stellungnahme zusammen mit ihren Akten am 31. März 2011 ein (Urk. 10-11). Der Beschwerdegegner 1 verzich- tete mit Eingabe vom 6. April 2011 auf eine Stellungnahme (Urk. 12). 5. Nachdem die Geschädigte am 31. März 2011 auf die Konstituierung als Privatklägerin verzichtet hat (vgl. Urk. 16/2) und die von der Staatsanwaltschaft gegen B._____ wegen fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst eröffnete Strafuntersuchung am 31. Mai 2011 eingestellt wurde (vgl. Urk. 16/4) und von der Rechtskraft der Einstellungsverfügung auszugehen ist (vgl. Prot. S. 3), entfällt der Gegenstand des Beschwerdeverfahrens. Es fehlt an einem rechtlichen Interesse an der Beurteilung der Beschwerde. Auf die Beschwerde ist infolge Gegenstands- losigkeit nicht einzutreten. 6. Da mit der Einstellung des Verfahrens die Gegenstandslosigkeit unab- hängig vom Handeln der Beschwerdeführerin eingetreten ist, sind der Beschwer- deführerin für das vorliegende Verfahren keine Kosten aufzuerlegen. Demnach erweist sich ihr Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das vorliegende Verfahren als gegenstandslos. Mangels massgeblicher Umtriebe sind keine Entschädigungen auszurichten. Es wird beschlossen: 1. Auf die Beschwerde wird zufolge Gegenstandslosigkeit nicht eingetreten. 2. Es werden keine Kosten erhoben. 3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen. 4. Schriftliche Mitteilung an: − die Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde) − den Vertreter des Beschwerdegegners 1, zweifach, (per Gerichtsurkunde) − die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (gegen Empfangsschein) sowie - nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel - unter gleichzeitiger Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 11)

  1. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer- den. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes.

Zürich, 2. Dezember 2011

Obergericht des Kantons Zürich III. Strafkammer

Der Präsident:

lic. iur. K. Balmer Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. F. Gisler Monzón

Parole chiave

mootnesscriminal complaintdata secrecyprivate plaintifflegal interestcostslegal aid

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the complaint against the prosecutor's refusal to keep the complainant's data secret remained admissible after the criminal case was discontinued and private-plaintiff status was waived.

Decisione estratta

The complaint had become moot because the underlying proceedings ended and the complainant no longer had a legal interest in review.

Motivazione estratta

After the waiver of private-plaintiff status and the final discontinuance of the investigation, the subject matter of the complaint disappeared, so there was no longer a protectable interest in deciding it.

Questione giuridica chiave

Whether the request for free legal aid in the complaint proceedings had to be decided.

Decisione estratta

The request became moot as well, because the complaint proceedings were no longer pending and the case was not attributable to the complainant's conduct.

Motivazione estratta

Since mootness arose independently of the complainant's behavior, no costs were imposed; there was therefore no practical need to rule on legal aid.

Questione giuridica chiave

Whether costs and compensation should be awarded in the complaint proceedings.

Decisione estratta

No costs and no compensation were awarded.

Motivazione estratta

Because the proceedings became moot independently of the complainant's conduct and no relevant effort was shown, there was no basis for costs or indemnities.

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