Post-conviction aggregation excluded by prior sentence bar

BGH 3 StR 161/13Bgh / III camera penale26 giu 2013Partially Granted

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Sintesi Omnilex

The Federal Court of Justice partially allowed the defendant’s revision against a Regional Court judgment that had imposed an aggregate prison sentence of four years and eleven months for multiple burglaries and theft. The lower court had also included a 30-day fine from a Schwarzenbek penalty order. The Court held that this fine could not be included in the aggregate sentence as done below, because the relevant prior judgment in Hamburg-Harburg retained its cession effect for post-conviction aggregation. The aggregate sentence was therefore reduced to four years and ten months. The remainder of the revision was rejected, and the defendant had to bear the costs of his appeal.

Massima Omnilex

§ 55 StGB, § 460 StPO; post-conviction aggregation and cession effect of prior judgments. A later fine may not be incorporated into an aggregate sentence if an earlier judgment already forms a cession point for the offences concerned. The later execution-related completion of the earlier sentence does not eliminate its cession effect where this occurred only after the later penalty order was issued. Post-conviction aggregation under § 460 StPO is excluded only once all sentences eligible for aggregation have been fully served, time-barred, or remitted. Where a lower court wrongly includes a sentence, the revising court may amend the aggregate sentence itself under § 354 Abs. 1 StPO, taking into account the possible prejudicial effect of the unlawful inclusion (consid. 2-3).

Testo completo

BGH — 3 StR 161/13, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2013-06-26

Aktenzeichen: 3 StR 161/13

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 55 StGB, § 460 StPO

Vorinstanz: vorgehend LG Lüneburg, 20. Februar 2013, Az: 22 KLs 18/12

Spruchkörper: 3. Strafsenat

Titelzeile

Nachträgliche Gesamtstrafenbildung; Erledigung einer Strafe

Tenor

  1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Lüneburg vom 20. Februar 2013 im Gesamtstrafenausspruch dahin abgeändert, dass der Angeklagte zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt wird; die Einbeziehung der Strafe aus dem Strafbefehl des Amtsgerichts Schwarzenbek vom 17. September 2012 entfällt.

  2. Die weitergehende Revision wird verworfen.

  3. Der Angeklagte hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen.

Gründe

1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Wohnungseinbruchdiebstahls in sieben Fällen, versuchten Wohnungseinbruchdiebstahls in sechs Fällen und Diebstahls zu der Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und elf Monaten verurteilt. In die Gesamtfreiheitsstrafe einbezogen hat es eine gegen den Angeklagten am 17. September 2012 durch Strafbefehl des Amtsgerichts Schwarzenbek (3 Cs 761 Js 7614/12) verhängte Geldstrafe von 30 Tagessätzen. Die auf die Rüge der Verletzung materiellen Rechts gestützte Revision des Angeklagten hat den aus der Beschlussformel ersichtlichen Teilerfolg; im Übrigen ist sie aus den Gründen der Antragsschrift des Generalbundesanwalts unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.

2 Der Gesamtstrafenausspruch hält rechtlicher Nachprüfung nicht stand, soweit das Landgericht in die Gesamtfreiheitsstrafe auch die Strafe aus dem Strafbefehl des Amtsgerichts Schwarzenbek einbezogen hat. Der Generalbundesanwalt hat hierzu ausgeführt:

"Der Einbeziehung im Wege der nachträglichen Gesamtstrafenbildung gemäß § 55 StGB steht entgegen, dass aus der wegen Diebstahls verhängten Geldstrafe des Amtsgerichts Schwarzenbek und der durch Urteil des Amtsgerichts Hamburg-Harburg vom 16. Dezember 2011 … wegen versuchten Betrugs verhängten Geldstrafe von 60 Tagessätzen gemäß § 460 StPO im Beschlusswege nachträglich eine Gesamtstrafe zu bilden ist, weil der Diebstahl am 11. Dezember 2011 begangen wurde, so dass allein das Urteil des Amtsgerichts Hamburg-Harburg vom 16. Dezember 2011 eine Zäsur bilden kann (vgl. BGHSt 32, 190, 193).

Die Zäsurwirkung des Urteils des Amtsgerichts Hamburg-Harburg vom 16. Dezember 2011 ist auch nicht etwa deshalb entfallen, weil die Vollstreckung der dort verhängten Geldstrafe seit 8. Dezember 2012 infolge Vollzugs der Ersatzfreiheitsstrafe erledigt ist (UA S. 7, 8), denn die Erledigung ist erst nach Erlass des Strafbefehls des Amtsgerichts Schwarzenbek vom 17. September 2012 eingetreten. Damit steht diese Erledigung einer nachträglichen Gesamtstrafenbildung gemäß § 460 StPO aus den vom Amtsgericht Hamburg-Harburg am 16. Dezember 2011 und vom Amtsgericht Schwarzenbek am 17. September 2012 verhängten Geldstrafen nicht entgegen. Ein Nachtragsverfahren nach § 460 StPO ist erst dann ausgeschlossen, wenn sämtliche Strafen, die für eine Gesamtstrafenbildung in Betracht gekommen wären, vollständig vollstreckt, verjährt oder erlassen sind (BGH NStZ-RR 2007, 369 f. m.w.N.)."

3 Dem schließt sich der Senat an. Die Einbeziehung der Strafe aus dem Strafbefehl des Amtsgerichts Schwarzenbek in die hier zu bildende Gesamtstrafe hat deshalb zu entfallen. Gemäß § 354 Abs. 1 StPO setzt der Senat in Übereinstimmung mit dem Antrag des Generalbundesanwalts die vom Landgericht ausgesprochene Gesamtfreiheitsstrafe herab, soweit die Besorgnis strafschärfender Berücksichtigung der fehlerhaft einbezogenen Strafe reichen könnte (§ 54 Abs. 2 Satz 1, Abs. 3 StGB).

4 Der geringfügige Erfolg des Rechtsmittels gibt keinen Anlass, den Angeklagten von den Kosten des Verfahrens und seinen Auslagen teilweise zu entlasten (§ 473 Abs. 4 StPO).

Tolksdorf Pfister Schäfer

Mayer Gericke

Parole chiave

aggregate sentencingcession effectpost-conviction aggregationfinerevisioncosts

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the fine imposed by the Local Court of Schwarzenbek could be included in the later aggregate sentence under post-conviction aggregation rules.

Decisione estratta

The inclusion had to be omitted because the earlier judgment of the Local Court of Hamburg-Harburg remained a cession point; the Schwarzenbek fine could not be aggregated in the way the Regional Court had done.

Motivazione estratta

A later fine can only be included if no earlier cession preventing aggregation exists. The Court agreed with the Federal Public Prosecutor General that a post-conviction aggregate sentence must instead be formed between the Hamburg-Harburg and Schwarzenbek fines under the applicable procedure, and that the later erasure of the Hamburg-Harburg fine through execution did not remove its cession effect.

Questione giuridica chiave

Whether the remainder of the revision should succeed.

Decisione estratta

The remaining complaints were unfounded.

Motivazione estratta

Outside the challenged aggregate-sentence point, the judgment was otherwise not successfully attacked on the merits.

Questione giuridica chiave

Who bears the costs of the appeal.

Decisione estratta

The defendant bears the costs of his remedy.

Motivazione estratta

The appeal achieved only a minor partial success, which did not justify a cost shift.

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