Non-admission: prison costs do not create special hardship

BVerfG 2 BvR 1548/13Bverfg / 2. Senat 3. Kammer14 ago 2013Inadmissible

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Sintesi Omnilex

The Federal Constitutional Court refused to admit a constitutional complaint against a prison cost order made under Section 121(2) sentence 2 StVollzG. It acknowledged that the lower court may have overlooked aspects relevant to the assessment of the merits and costs, but held that this did not matter for admission. The decisive point was that the complaint involved only a minor financial burden, based on a dispute value of EUR 200, and did not create a particularly severe disadvantage. The Court therefore denied admission and gave no further reasons.

Massima Omnilex

§ 93a Abs. 2 lit. a, b BVerfGG; § 121 Abs. 2 Satz 2 StVollzG; costs order in prison proceedings and special disadvantage: A constitutional complaint directed only against a cost decision is admissible in principle, but admission requires either fundamental importance or a particularly serious disadvantage. A merely minor cost burden will normally not suffice. Even if the lower court may have failed to consider a relevant legal position or the consequences of mootness, such an omission carries less weight in a pure costs decision than in a decision directly affecting the underlying substantive right. A particularly severe rights violation may exceptionally justify admission despite negligible material burden, but only where the infringement is especially grave (consid. 3–4).

Testo completo

BVerfG — 2 BvR 1548/13, Nichtannahmebeschluss

Entscheidungsdatum: 2013-08-14

Aktenzeichen: 2 BvR 1548/13

Dokumenttyp: Nichtannahmebeschluss

Normen: § 93c Abs 2 Buchst b BVerfGG, § 18 StVollzG, § 121 Abs 2 S 2 StVollzG

Vorinstanz: vorgehend LG Freiburg (Breisgau), 5. Juli 2013, Az: 13 StVK 288/13, Beschluss

Spruchkörper: 2. Senat 3. Kammer

Titelzeile

Nichtannahmebeschluss: Haftbedingungen im Strafvollzug - hier: Kostenentscheidung einer Strafvollstreckungskammer - Kostenbelastung begründet keinen besonders schweren Nachteil iSd § 93a Abs 2 Buchst b BVerfGG - Gewicht des verfahrensgegenständlichen Grundrechtsverstoßes bei bloßer Kostenentscheidung weniger schwerwiegend

Gründe

1 Die Verfassungsbeschwerde betrifft eine nach § 121 Abs. 2 Satz 2 StVollzG ergangene Entscheidung über die Kosten eines Rechtsstreits.

2 1. Die Voraussetzungen, unter denen eine Verfassungsbeschwerde zur Entscheidung anzunehmen ist (§ 93a Abs. 2 BVerfGG), liegen nicht vor.

3 a) Die Strafvollstreckungskammer hat allerdings bei ihrer Beurteilung der Erfolgsaussichten des Eilantrages, bezüglich dessen Erledigung eingetreten war, nicht erwogen, dass der Beschwerdeführer unabhängig von einer konkreten Infektionsgefahr in einem Anspruch darauf verletzt gewesen sein könnte, nicht ekelerregenden Haftbedingungen ausgesetzt zu werden (vgl. BVerfGK 17, 420 <426>). Auch hat sie bei ihrer Kostenentscheidung nicht berücksichtigt, dass die Erledigung des Rechtsschutzziels durch eine Maßnahme der Justizvollzugsanstalt eingetreten war, die dem Begehren des Beschwerdeführers entsprach (zur Bedeutung solcher Umstände für die Kostenentscheidung nach Erledigung s. OLG Dresden, Beschluss vom 8. Oktober 1999 - 2 Ws 537/99 -, juris; vgl. auch BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 11. Februar 2009 - 1 BvR 1644/07 -, juris).

4 b) Ob die Kostenentscheidung, die zulässiger Gegenstand einer Verfassungsbeschwerde sein kann (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 19. Dezember 2012 - 2 BvR 166/11 -, NStZ-RR 2013, S. 120 <122>), deshalb Grundrechte des Beschwerdeführers verletzt, bedarf keiner Entscheidung. Denn dem Beschwerdeführer entsteht durch die Nichtannahme der Verfassungsbeschwerde, der keine grundsätzliche Bedeutung zukommt (§ 93a Abs. 2 Buchstabe a BVerfGG), jedenfalls kein besonders schwerer Nachteil (§ 93a Abs. 2 Buchstabe b BVerfGG). Der Beschwerdeführer ist angesichts der geringfügigen Kostenbelastung, die aus dem festgesetzten Gegenstandswert von 200 Euro resultiert, und unter Berücksichtigung des Gewichts, das er selbst ausweislich der außerordentlich zahlreichen von ihm geführten fachgerichtlichen Verfahren dem Risiko einer Belastung mit Verfahrenskosten zumisst, durch die Kostenentscheidung der Strafvollstreckungskammer nicht erheblich beschwert. Ein Nachteil, dessentwegen eine Verfassungsbeschwerde zur Entscheidung anzunehmen ist, kann zwar trotz Geringfügigkeit oder völligen Fehlens einer materiellen Belastung deshalb anzunehmen sein, weil ein besonders krasser Grundrechtsverstoß vorliegt (vgl. BVerfGE 90, 22 <25>; BVerfGK 18, 209 <210>; BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 14. Juni 2011 - 2 BvR 431/09 -, juris). Ein solcher Fall liegt hier jedoch nicht vor. Das Übersehen oder Übergehen einer Rechtsposition hat im Rahmen einer bloßen Kostenentscheidung nach § 121 Abs. 2 Satz 2 StVollzG nicht dasselbe Gewicht wie im Zusammenhang einer Entscheidung, die die betreffende Rechtsposition - wie etwa den Anspruch des Gefangenen, nicht ekelerregenden Haftbedingungen ausgesetzt zu werden - unmittelbar berührt.

5 2. Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

6 Diese Entscheidung ist unanfechtbar.

Parole chiave

constitutional complaintadmissibilityspecial hardshipcosts decisionprison lawmootnessminor burden

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the constitutional complaint should be admitted under Section 93a BVerfGG despite the challenged costs order.

Decisione estratta

Admission was refused because the complaint raised no question of fundamental importance and caused no particularly severe disadvantage.

Motivazione estratta

The Court held that the low costs based on a dispute value of EUR 200 did not constitute a significant burden. The complainant's own extensive litigation behavior showed that the cost risk was not especially serious for him.

Questione giuridica chiave

Whether the costs order itself was constitutionally objectionable after the underlying request had become moot.

Decisione estratta

The Court left this open, because even an assumed rights violation would not justify admission.

Motivazione estratta

A possible failure to consider the complainant's position was not as serious in a mere costs decision as it would be in a merits decision directly affecting that position.

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