Exclusion of a judge; complaint dismissed

BVerwG 8 B 77/09Bverwg / Division 816 mar 2010Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The Federal Administrative Court rejected the complaint against denial of leave to appeal. It held that the submission did not properly raise a question of fundamental importance, did not show a divergence, and did not establish a hearing violation. It also found no statutory exclusion of the chamber chairman, because participation in another case of the same party does not amount to prior participation in the same matter under § 54(1) VwGO in conjunction with § 41 no. 6 ZPO.

Massima Omnilex

§ 133 Abs. 3 Satz 3, § 132 Abs. 2 Nr. 1–3 VwGO; § 54 Abs. 1 VwGO i.V.m. § 41 Nr. 6 ZPO; requirements for leave to appeal and judicial disqualification. A complaint against refusal of revision must identify a decisive federal question, a specific conflicting abstract legal proposition, or a procedural defect in a substantiated manner. Mere criticism of the correctness of the judgment or of precedent application is insufficient. Fundamental importance presupposes that the asserted legal question will actually arise on the basis of the lower court's factual findings; an omitted factual finding cannot be replaced by conjecture. A hearing complaint succeeds only if decisive submissions were disregarded. Judicial exclusion under § 41 Nr. 6 ZPO requires prior participation in the same case in an earlier instance; participation in a different proceeding involving the same party does not suffice.

Testo completo

BVerwG — 8 B 77/09, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-03-16

Aktenzeichen: 8 B 77/09

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 54 Abs 1 VwGO, § 41 Nr 6 ZPO

Vorinstanz: vorgehend VG Gera, 2. April 2009, Az: 6 K 392/08, Urteil

Spruchkörper: 8. Senat

Titelzeile

Ausschluss eines mitwirkenden Richters

Gründe

1 Die Beschwerde bleibt ohne Erfolg.

2 Sie wendet sich im Stil einer Berufungsbegründung gegen die inhaltliche Richtigkeit des angegriffenen Urteils. Damit erfüllt sie die Darlegungsanforderungen des § 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO nicht. Sie führt keine bestimmte Rechtsfrage des Bundesrechts an, die im allgemeinen Interesse klärungsbedürftig und deren Klärung in dem beabsichtigten Revisionsverfahren zu erwarten ist (§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO). So würde sich die von der Klägerin sinngemäß aufgeworfene Frage, ob die erteilte Grundstücksverkehrsgenehmigung die Prüfung der Sittenwidrig- und Nichtigkeit des Grundstückskaufvertrags ausschließt, in einem Revisionsverfahren nicht stellen. Feststellungen zu einer Sittenwidrigkeit der Veräußerung hat das Verwaltungsgericht nicht getroffen; ebenso wenig hat die Klägerin eine Aufklärungsrüge erhoben. Die Revision kann nicht wegen grundsätzlicher Bedeutung zugelassen werden, wenn die Vorinstanz eine Tatsache nicht festgestellt hat, aus der sich erst die Entscheidungsrelevanz der Rechtsfrage in dem Revisionsverfahren ergeben würde (vgl. Beschluss vom 6. Juni 2006 - BVerwG 6 B 27.06 - Buchholz 310 § 132 Abs. 2 Ziff. 1 VwGO Nr. 35 S. 2). Entsprechendes gilt für die Frage, ob die Grundstücksverkehrsgenehmigung die Prüfung ausschließt, ob es sich bei der "Grundstücksveräußerung" um eine unentgeltliche Eigentumsübertragung gehandelt habe, die nicht unter § 3 Abs. 4 Satz 3 VermG falle. Davon abgesehen stellt sich das Rechtsgeschäft nach dem in den Gerichtsakten befindlichen Vertragstext als entgeltlicher Kaufvertrag dar; eine unterbliebene Zahlung des vereinbarten Kaufpreises macht das Geschäft nicht zu einem unentgeltlichen.

3 Auch benennt die Beschwerde keinen inhaltlich bestimmten, die angefochtene Entscheidung tragenden Rechtssatz, mit dem die Vorinstanz einem in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtshöfe des Bundes oder des Bundesverfassungsgerichts aufgestellten ebensolchen Rechtssatz in Anwendung derselben Rechtsvorschrift widersprochen hat (§ 132 Abs. 2 Nr. 2 VwGO). Allein die Rüge, das Verwaltungsgericht habe Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts oder des Bundesverfassungsgerichts fehlerhaft angewendet, reicht zur Darlegung einer Divergenz nicht aus.

4 Soweit die Beschwerde meint, das Verwaltungsgericht habe sich mit dem Vortrag der Klägerin nicht auseinander gesetzt, und darin die Geltendmachung eines Verfahrensfehlers im Sinne des § 132 Abs. 2 Nr. 3 VwGO in Form der Gehörsrüge (Art. 103 Abs. 1 GG, § 108 Abs. 2 VwGO) gesehen werden sollte, verkennt sie, dass sich das Gericht nur insoweit mit dem Vortrag der Klägerin auseinandersetzen musste, als er entscheidungserheblich war. Nach den Ausführungen des angegriffenen Urteils war das hinsichtlich der Einwände der Klägerin gegen die Wirksamkeit des Kaufvertrages vom 14. April 1992 sowie hinsichtlich der Rechtmäßigkeit der GVO-Genehmigung nicht der Fall, weil es auf diese Ausführungen nicht ankam, nachdem die Verbindlichkeit der GVO-Genehmigung rechtskräftig festgestellt ist. Welchen entscheidungsrelevanten Vortrag der Klägerin die Vorinstanz darüber hinaus nicht beachtet haben soll, legt die Beschwerde nicht dar.

5 Die Rüge, der Vorsitzende der erkennenden Kammer habe auch an dem von der Entscheidung in Bezug genommenen Urteil des Thüringer Oberverwaltungsgerichts mitgewirkt, bezeichnet keinen Verfahrensfehler. Ein Richter ist gem. § 54 Abs. 1 VwGO i.V.m. § 41 Nr. 6 ZPO kraft Gesetzes von der Mitwirkung ausgeschlossen, wenn er in derselben Sache in einem früheren Rechtszug mitgewirkt hat. Allein die Beteiligung an einem anderen Verfahren derselben Partei führt nicht zum Ausschluss des Richters.

Parole chiave

judge exclusionleave to appealfundamental importancedivergenceright to be heardadministrative procedure

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the complaint met the requirements for leave to appeal based on fundamental importance.

Decisione estratta

No. The complaint attacked only the correctness of the judgment and did not identify a concrete federal legal question that would be decisive in the intended revision.

Motivazione estratta

A revision cannot be admitted on a question whose relevance depends on facts not found by the lower court; here the alleged effects of a land-transfer permit on validity or gratuitousness were not established, and the contract text indicated an onerous sale.

Questione giuridica chiave

Whether a divergence from higher-court case law was sufficiently substantiated.

Decisione estratta

No. The complaint did not identify a decisive legal proposition of the lower court that conflicted with a corresponding proposition of the Federal Administrative Court, the Joint Senate, or the Federal Constitutional Court.

Motivazione estratta

A mere assertion of misapplication of precedent does not satisfy the divergence requirement.

Questione giuridica chiave

Whether the lower court violated the right to be heard by not addressing the appellant's submissions.

Decisione estratta

No. The court had to engage only with decisive submissions; the ignored points were not outcome-relevant because the binding effect of the land-transfer permit had already been finally established.

Motivazione estratta

No specific decisive submission omitted from consideration was shown.

Questione giuridica chiave

Whether the chairman of the chamber was excluded from judicial office because he had participated in the Thuringian Higher Administrative Court judgment referenced by the lower court.

Decisione estratta

No. Prior participation in a different proceeding involving the same party does not trigger exclusion; exclusion arises only where the judge previously participated in the same case in an earlier instance.

Motivazione estratta

Section 54(1) VwGO in conjunction with Section 41 no. 6 ZPO requires prior participation in the same matter.

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