No remedy lies against supervisory and bias decisions

OGH 136/2011Li Supreme Court2 ago 2011Dismissed

Estratto da Omnilex

Sintesi Omnilex

The spouses M*** and RB*** filed three linked complaints to the Supreme Court: against a supervisory response by the President of the Land Court concerning Judge Dr. Wilhelm Ungerank, against a supervisory letter of the President of the Obergericht concerning Judge lic. iur. Uwe Oehri, and against a bias ruling concerning members of the Obergericht's 3rd panel in criminal case 14 UR.2011.100. The Supreme Court held that the supervisory complaints were not subject to ordinary remedies and that a supervisory matter may be concluded by letter. It further held that the bias ruling was also unappealable under Art. 60(3) GOG. The recusal motions against the Supreme Court were considered abusive and not examined.

Massima Omnilex

Art. 48, Art. 50 and Art. 60 GOG; unappealability of supervisory and recusal decisions: a supervisory complaint may be disposed of by a letter as a governmental communication; no ordinary remedy lies against the statement that no supervisory measures will be taken. Decisions or communications refusing supervisory action are not subject to ordinary appeal where the statute expressly excludes remedies. Likewise, a ruling rejecting a bias application is unappealable where the governing provision so provides. Manifestly abusive recusal motions based merely on alleged incorrect prior decisions or unsubstantiated accusations do not require substantive adjudication (consid. zu I–III).

Testo completo

OGH 143/ 2011

OGH 142/ 2011

OGH 136/ 2011

Der Fürstliche Oberste Gerichtshof hat durch seinen 1. Senat unter dem Vorsitz des Präsidenten Dr. Gert Delle Karth sowie die OberstrichterIn Prof. Dr. Hubertus Schumacher, Dr. Marie-Theres Frick, Dr. Thomas Hasler und lic. iur. Rolf Sele als weitere Mitglieder des Senates, ferner im Beisein der Schriftführerin Mag. Iris Feuerstein, über die zur gemeinsamen Entscheidung verbundenen Beschwerden der Eheleute M*** und RB***, I. gegen den Beschluss des Präsidenten des F Obergerichtes vom 16.5.2011, JO.2011.13-3, mit dem die Beschwerde der Einschreiter gegen die Erledigung der den Landrichter Dr. Wilhelm Ungerank und das Verfahren 5 CG.2008.41 betreffenden Dienstaufsichtssache durch den Präsidenten des F Landgerichtes als unzulässig zurückgewiesen wurde, sowie II. gegen das Schreiben des Präsidenten des F Obergerichtes vom 10.6.2011 zu JO.2011.11 betreffend eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Oberrichter lic. iur. Uwe Oehri und schliesslich III. gegen den Beschluss des Präsidenten des F Obergerichtes vom 12.5.2011 zu JO.2011.12, mit dem der gegen die für die Erledigung der Strafsache 14 UR.2011.100 zuständigen Mitglieder des 3. Senates des Obergerichtes gerichtete Befangenheitsantrag abgewiesen wurde, in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen:

Zu I. bis III: Die Beschwerden und die darin gestellten Anträge werden z u r ü c k g e w i e s e n .

B e g r ü n d u n g :

Vorweg ist darauf hinzuweisen, dass sich auch die in den gegenständlichen Verfahren gestellten Ablehnungsanträge vom 22.7.2011 gegen den OGH auf den Hinweis verfehlter Vorentscheidungen bzw auf unsubstantiierte Vorwürfe beschränken und sich deshalb als rechtsmissbräuchlich erweisen. Darüber war im Sinne der ständigen Rechtsprechung des StGH und des OGH nicht zu entscheiden.

Zu I.: Der Präsident des Obergerichtes wies in seiner Entscheidung ua darauf hin, dass gemäss Art 48 GOG der Präsident des Landgerichtes für die Dienstaufsicht hinsichtlich der Landrichter zuständig sei und dieser mit seinem Schreiben vom 28.2.2011 zu DA.2010.9 eingehend begründet habe, dass kein Grund für dienstaufsichtsbehördliche Massnahmen gegen den betroffenen Landrichter bestehe.

Der Rechtsmittelbelehrung des Beschlusses ist zu entnehmen, dass gegen diesen gemäss Art 50 Abs 3 GOG kein Rechtsmittel zulässig ist.

Auf diesen Rechtsmittelausschluss wurden die Einschreiter schon wiederholt hingewiesen, sodass sich nähere Ausführungen zu ihrer nunmehrigen - unzulässigen - Beschwerde erübrigen.

Zu II.: Mit Schreiben vom 10.6.2011 nahm der Präsident des Obergerichtes zu der den Oberrichter und Senatsvorsitzenden lic. iur. Uwe Oehri betreffenden Dienstaufsichtsbeschwerde ausführlich Stellung und teilte den Einschreitern mit, dass er keine Veranlassung sehe, dienstaufsichtsbehördliche Massnahmen zu ergreifen.

Dagegen richtet sich die mit E-Mail vom 19.6.2011 erhobene Beschwerde der Eheleute B*** an den OGH. Die Beschwerdeführer meinen, dass das "einfache Schreiben" vom 10.6.2011 formell und materiell rechtswidrig und im Gesetz nicht vorgesehen sei. Der OG-Präsident habe den Rechtsschutz verweigert.

Zum gerügten "Formmangel" ist darauf hinzuweisen, dass die Erledigung einer Dienstaufsichtsbeschwerde keinen formellen Beschluss des Dienstaufsichtsorgans erfordert und auch mit einem als behördliche Verlautbarung anzusehenden Schreiben erfolgen kann (vgl Urteil des StGH vom 22.10.2010 zu StGH 2009/156).

Im Übrigen ist den Beschwerdeführern aus einer Vielzahl von Vorentscheidungen bekannt, dass gemäss Art 50 GOG gegen Verfügungen, Anordnungen und auch die Mitteilung, dass keine Veranlassung für dienstaufsichtsbehördliche Massnahmen bestehe, kein ordentliches Rechtsmittel zulässig ist.

Weitere Ausführungen zur Beschwerde erübrigen sich damit.

Zu III.: Der hier angefochtene Beschluss des Präsidenten des Obergerichtes wurde mit dem zutreffenden Hinweis versehen, dass dagegen gemäss Art 60 Abs 3 GOG kein Rechtsmittel zulässig ist. Auch von diesem Rechtsmittelausschluss haben die Einschreiter aus einer Vielzahl von Vorentscheidungen Kenntnis. Die dennoch an den OGH gerichtete Beschwerde ist deshalb, ohne auf deren Inhalt einzugehen, zurückzuweisen. Für die sinngemäss und eventualiter beantragte Überweisung der gegenständlichen Beschwerde an den StGH fehlt eine gesetzliche Grundlage.

Es war sohin wie aus dem Spruch ersichtlich zu entscheiden.

Vaduz, am 2. August 2011Fürstlicher Oberster Gerichtshof, 1. Senat

Parole chiave

inadmissibilitysupervisory complaintbias motionno ordinary remedyabusive recusalcourt administration

Estratto da Omnilex

Questione giuridica chiave

Whether the complaint against the president of the appellate court's refusal to act in judicial supervision over a land judge was admissible.

Decisione estratta

The complaint was inadmissible because supervisory matters under Art. 48 and Art. 50(3) GOG admit no ordinary remedy.

Motivazione estratta

The Landgericht president was competent for supervision over land judges; the prior supervisory response had already explained that no measures were warranted, and the law excludes a remedy against such decisions.

Questione giuridica chiave

Whether the complaint against the president of the appellate court's letter declining supervisory measures against an appellate judge was admissible.

Decisione estratta

The complaint was inadmissible because a supervisory matter may be decided by a letter, and no ordinary remedy lies against the communication that no measures will be taken.

Motivazione estratta

A formal decision is not required for the disposal of a supervisory complaint. Under Art. 50 GOG, no ordinary remedy exists against such verifications; the applicants had already been told this repeatedly.

Questione giuridica chiave

Whether the complaint against the president of the appellate court's rejection of a bias request against members of the appellate criminal panel was admissible.

Decisione estratta

The complaint was inadmissible because Art. 60(3) GOG excludes a remedy against that ruling.

Motivazione estratta

The challenged order expressly indicated the absence of a remedy, and the applicants were aware of this from earlier decisions; there was also no legal basis to transfer the complaint to the Constitutional Court.

Questione giuridica chiave

Whether the recusal motions filed against the Supreme Court were to be decided.

Decisione estratta

The motions were not decided because they were abusive, relying only on alleged wrong prior decisions or unsubstantiated accusations.

Motivazione estratta

The court considered the recusal motions rechtsmissbräuchlich and therefore not requiring a merits decision under settled practice.

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