Sentencing must consider effects on future professional life

SK 2007 473Tribunal Superior / Câmara Penal20 de out. de 2008Modified

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Resumo Omnilex

The Bern appellate criminal chamber partly allowed the accused's appeal. It acquitted him of one forgery count, while otherwise leaving the fraud conviction intact. Because of the acquittal and the overall sentencing assessment, the court reduced the unconditional prison sentence from 14 to 12 months. In doing so, it stressed that sentencing may take account of the effects of the sanction on the offender's future professional life, including the fact that electronic monitoring might remain available as a possible execution modality.

Sumário Omnilex

Art. 47 StGB; sentencing assessment and collateral consequences: within the fault-appropriate sentence, the court may take into account the impact of the sanction on the offender's future professional life (Folgeberücksichtigung). Such consequences do not replace the culpability-based assessment, but may justify moderation of the sanction where they concretely affect the offender's prospects. The appellate court need not examine in detail whether all conditions for a particular mode of execution, such as electronic monitoring, are met; it is sufficient that such a possibility exists in principle (consid. 2.4).

Texto completo

SK-Nr. 2007/473

Urteil der 1. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern,

unter Mitwirkung von Oberrichter Zihlmann (Präsident i.V.), Obergerichtssuppleantin Bratschi und Oberrichterin Schnell sowie Kammerschreiber Feigenwinter

vom 17. April 2008

in der Strafsache gegen

A.

Angeschuldigter/Appellant

wegen Betrugs und Versuchs dazu sowie Urkundenfälschung

Generalprokuratur des Kantons Bern, Hochschulstrasse 17, Postfach 7475, 3012 Bern

Staatsanwaltschaft/Appellantin

B.

Privatklägerin

Regeste

Bei der Strafzumessung sind innerhalb der verschuldensangemessenen Strafe auch die Auswirkungen der Sanktion auf das künftige Berufsleben des Täters zu berücksichtigen (Folgeberücksichtigung).

Redaktionelle Vorbemerkungen:

Der Angeschuldigte wurde vorinstanzlich wegen Betrugs und mehrfach begangener Urkundenfälschung zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten Dauer verurteilt. Vor oberer Instanz erfolgte in einem der Anklagepunkte neu ein Freispruch, das Strafmass wurde um 2 Monate reduziert.

Auszug aus den Erwägungen:

(...)

III. Strafzumessung

(…)

2.4 Strafzumessung i.e. Sinn

Die Vorinstanz erachtete ein Strafmass von 14 Monaten Freiheitsstrafe als dem Gesamtsverschulden des Angeschuldigten angemessen. Berücksichtigt man den Umstand, dass die Strafzumessungsfaktoren abgesehen von der verminderten Schuldfähigkeit allesamt strafschärfend bzw. straferhöhend ins Gewicht fallen und insbesondere den zahlreichen zum Teil einschlägigen Vorstrafen eine stark straferhöhende Wirkung attestiert werden muss, erscheint die von der Vorinstanz ausgesprochene Strafe für die Summe der von ihr beurteilen Delikte auch in Anbetracht der verminderten Schuldfähigkeit, für welche vorliegend eine Reduktion der Strafe um rund ein Drittel gerechtfertigt erscheint, grundsätzlich als nicht zu hoch bemessen. Jedenfalls kann mit Blick auf die zurückhaltende Praxis der Strafkammer in Strafzumessungsfragen nicht gesagt werden, dass dieses Strafmass als unangemessen hoch erschiene, wesentliche Zumessungsfaktoren unberücksichtigt geblieben oder falsch gewichtet worden wären oder die Strafzumessung im Widerspruch zu vergleichbaren kantonalen Entscheiden stünde. Zufolge des vor oberer Instanz neu erfolgten Freispruchs wegen Urkundenfälschung im Überweisungspunkt Ziff. II. 2.1 ist dieses Strafmasses jedoch zu reduzieren, wobei der Kammer eine Freiheitsstrafe von 12 Monaten als dem Verschulden des Angeschuldigten gerechtfertigt erscheint. Eine Reduktion auf dieses Strafmass ist auch unter dem Aspekt der bei der Strafzumessung Rechnung zu tragenden Folgeberücksichtigung angezeigt, steht dem Angeschuldigten doch grundsätzlich die Möglichkeit offen, beim zuständigen Regierungsstatthalter ein Gesuch um Verbüssung der Strafe in Form des Electronic-Monitoring (EM) zu stellen (vgl. Art. 2 Abs. 1 lit. a EM-Verordnung). Dabei ist es nicht Aufgabe der Kammer, im Einzelnen das Vorliegen der weiteren gesetzlichen und tatsächlichen Voraussetzungen für den EM-Vollzug zu prüfen.

(…)

1

Palavras-chave

sentencingcollateral consequenceselectronic monitoringforgeryfraudappealacquittalsentence reduction

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Questão jurídica principal

Whether the sentence had to be reduced after the acquittal on one forgery count and in light of the accused's future professional prospects.

Decisão extraída

Yes. The appellate court reduced the sentence to 12 months and held that the collateral impact on the accused's future professional life could be considered as a sentencing consequence.

Fundamentação extraída

Although the lower court's assessment of fault was broadly appropriate, the new acquittal required a reduction. The court also considered that the accused could still apply for electronic monitoring, so the sentence reduction was compatible with sentencing fairness and collateral-consequence consideration.

Questão jurídica principal

Whether the conviction for forgery in count II.2.1 should be upheld.

Decisão extraída

No. The accused was acquitted on that count on appeal.

Fundamentação extraída

The excerpt states that there was a new acquittal in one indictment point concerning forgery, which formed the basis for reducing the sentence.

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