Expropriation appeal deemed timely despite telegraphic filing

BGE 1 I 480Coletânea oficial do Tribunal Federal (BGE) / Volume I4 de nov. de 1875Dismissed

Abrir fonte

Extraído pela Omnilex

Resumo Omnilex

Franz Steiner challenged an expropriation valuation decision by sending a telegram to the Federal Court and filed his written reasons later. The respondent argued the appeal was time-barred under Article 35 of the Federal Expropriation Act because the written reasoning arrived after the 30-day period. The Federal Court held that Article 35 requires only a timely declaration of appeal and does not impose formal requirements on the notice itself. A telegraphic declaration is sufficient, and the objection of lateness was rejected.

Sumário Omnilex

Art. 35 des Bundesgesetzes über die Abtretung von Privatrechten; Fristwahrung durch einfache Rekurserklärung. Die Norm ordnet lediglich die 30-tägige Beschwerdefrist gegen den Entscheid der Schatzungskommission an, ohne Formvorschriften für die Rekursschrift aufzustellen. Zur Wahrung des Rechtsmittels genügt daher eine einfache Erklärung, dass Rekurs erhoben werde; unerheblich ist, ob diese telegraphisch oder schriftlich erfolgt. Entscheidend ist allein, dass der Wille zur Anfechtung innert Frist beim Bundesgericht kundgetan wird. Die spätere Begründung vermag die rechtzeitige Erhebung nicht zu beeinflussen (E. 1-3).

Texto completo

BGE 1 I 480 - Franz Steiner

Abruf und Rang:

RTF-Version (Seiten, Linien), Druckversion (Seiten)

Rang: 0% (656)

Zitiert durch:

Zitiert selbst:

BGE 1 I 100 - Ausländische Eheschliessung

Sachverhalt

A.

B.

C.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

Erwägung 1

  1. Der Art. 35 des Bundesgesetzes über die Abtretung von Pri ...

Erwägung 2

  1. Unter diesen Umständen muß die einfache Erklär ...

Erwägung 3

  1. Hienach erscheint der Rekurs des Franz Steiner nicht als versp ...

Demnach hat das Bundesgericht erkannt:

Bearbeitung, zuletzt am 15.03.2020, durch: Géraldine Danuser, A. Tschentscher

  1. Urtheil vom 4. November 1875 in Sachen Franz Steiner.

Sachverhalt

A.

Franz Steiner richtete am 17. Juni d.Js. folgende Depesche an das Bundesgerichtspräsidium: 1

"Unterzeichneter führt bei Ihrer Stelle, gemäß Bundesgesetz, Beschwerde gegen den Entscheid der Schatzungs-Kommission der Zürichsee-Bahn vom 21. Mai abhin, betreffs Expropriation von Boden ab seinem Heimwesen Ziegelbrücke. Nähere Begründung wird nächstens eintreffen." 2

B.

Da die Rekursbegründung erst am 22. Juni d.J. beim Bundesgerichte einlangte, der Entscheid der Schatzungskommission dem Expropriaten aber am 21. Mai d.J. mitgetheilt worden war, so verlangte die Rekursbeklagte, gestützt auf Art. 35 des Bundesgesetzes über die Abtretung von Privatrechten, daß die Beschwerde als verspätet ausgeschlossen werde. 3

C.

Beide Parteien erklärten sich damit einverstanden, daß die Frage der Präklusion ohne Parteiverhandlungen vom Bundesgerichte durch bloßen Beschluß entschieden werde. 4

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

Erwägung 1

  1. Der Art. 35 des Bundesgesetzes über die Abtretung von Privatrechten vom 1. Mai 1850 statuirt lediglich das Recht der Betheiligten, binnen dreißig Tagen, vom Tage der erhaltenen Mittheilung des Entscheides der Schatzungskommission an gerechnet, über denselben beim Bundesgerichte Beschwerde zu führen, ohne die Erforderniße der Rekursschrift zu bestimmen. 5

Erwägung 2

  1. Unter diesen Umständen muß die einfache Erklärung, daß der Rekurs gegen den Schatzungsbefund ergriffen werde, zur Wahrung des Rechtsmittels als genügend erachtet werden und erscheint es auch unerheblich, ob dieselbe mittelst telegraphischer Depesche oder mittelst schriftlicher Eingabe beim Bundesgerichte geschehe. 6

Erwägung 3

  1. Hienach erscheint der Rekurs des Franz Steiner nicht als verspätet und mag nur noch bemerkt werden, daß schon das frühere Bundesgericht den Art. 35 des citirten Bundesgesetzes in gleicher Weise ausgelegt hat. (Vergl. Ullmer, staatsrechtliche Praxis, Bd. I, Nr. 141.) 7

Demnach hat das Bundesgericht erkannt:

Die von der Rekursbeklagten dem Rekurse des Franz Steiner entgegenstellte Einrede der Verspätung ist als unbegründet zurückgewiesen. 8

1994-2020 Das Fallrecht (DFR).

Palavras-chave

expropriationappeal deadlineform of appealtelegraphtimeliness objection

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether a bare telegraphic statement of appeal against an expropriation valuation decision is sufficient to preserve the remedy within the 30-day period.

Decisão extraída

Yes. Article 35 only requires that the appeal be filed within 30 days after notification; it does not prescribe the form of the appeal statement, so a simple declaration by telegram or writing is sufficient.

Fundamentação extraída

The statute governs only the time limit and the right to complain, not the formal requirements of the notice of appeal. Therefore the minimal telegraphic declaration preserves the appeal right.

Continue sua pesquisa no ChatGPT ou Claude

Conecte o Omnilex para pesquisar o corpus jurídico pelo seu assistente de IA.