Appeal inadmissible for insufficient reasoning in detention release case

1B_255/2009Tribunal Federal / Divisão de Direito Público I15 de set. de 2009Inadmissible

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X.________ appealed to the Federal Supreme Court against the Aargau High Court's refusal to grant his release from pre-trial detention. The Court held that the appeal failed to meet the strict reasoning requirements applicable to constitutional complaints against cantonal-law decisions. Because the appellant did not address the cantonal reasons or demonstrate any constitutional violation, the Court did not enter into the appeal. It waived court costs.

Sumário Omnilex

Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; requirement of substantiated reasoning for constitutional complaints against cantonal decisions: where a decision is based on cantonal law, the Federal Supreme Court examines only clearly and specifically pleaded constitutional violations. A mere repetition of one's own view or a failure to engage with the lower court's reasoning is insufficient. The court does not apply the law ex officio in respect of fundamental-rights complaints; the appellant bears a qualified duty of substantiation. If this requirement is manifestly not met, the appeal is dismissed in summary proceedings as inadmissible (consid. 4).

Texto completo

{T 0/2}
1B_255/2009

Urteil vom 15. September 2009
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Féraud, Präsident,
Gerichtsschreiber Pfäffli.

Parteien
X.________, Beschwerdeführer,

gegen

Bezirksamt Rheinfelden, Kirchplatz 2, Postfach,
4310 Rheinfelden.

Gegenstand
Haftentlassungsgesuch,

Beschwerde gegen die Verfügung vom 13. August 2009
des Obergerichts des Kantons Aargau,
Präsidium der Beschwerdekammer.
Erwägungen:

1.
Das Bezirksamt Rheinfelden führt gegen X.________ eine Strafuntersuchung wegen mehrfachen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen Hausfriedensbruchs, Widerhandlung gegen das Transportgesetz und Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz. X.________ befindet sich seit dem 3. Juli 2009 in Untersuchungshaft, welche zunächst im Kanton Basel-Stadt und seit dem 31. Juli 2009 im Kanton Aargau vollzogen wird.

2.
Mit Eingabe vom 7. August 2009 stellte X.________ ein Haftentlassungsgesuch. Das Präsidium der Beschwerdekammer des Obergerichts des Kantons Aargau wies das Haftentlassungsgesuch mit Verfügung vom 13. August 2009 ab. Es bejahte den dringenden Tatverdacht sowie das Vorliegen des besonderen Haftgrundes der Fortsetzungsgefahr. Dem vorbestraften Angeschuldigten würden u.a. mehrere Einbruchdiebstähle in der Zeit vom 8. Juli 2008 bis 3. Juli 2009 vorgeworfen. Obwohl er sich in der Zeit 16. November 2008 bis 18. November 2008, vom 27. Dezember 2008 bis 9. Januar 2009 und vom 12. Mai 2009 bis 20. Mai 2009 jeweils in Untersuchungshaft befand, habe er danach jeweils ungehindert weiter delinquiert. Die Fortsetzungsgefahr sei bereits mehrfach verwirklicht worden, weshalb von sehr hoher Rückfallgefahr auszugehen sei.

3.
X.________ führt mit Eingabe vom 9. September 2009 Beschwerde in Strafsachen gegen die Verfügung des Präsidiums der Beschwerdekammer des Obergerichts des Kantons Aargau vom 13. August 2009. Das Bundesgericht verzichtet auf die Einholung von Vernehmlassungen.

4.
Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Begründung einer Beschwerde in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Art. 95 ff. BGG nennt die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe.
Ist ein, wie hier, in Anwendung kantonalen Rechts ergangener Entscheid angefochten, bildet die Verletzung blossen kantonalen Rechts keinen selbständigen Beschwerdegrund. Vielmehr hat der Beschwerdeführer darzulegen, inwiefern der beanstandete Entscheid gegen verfassungsmässige Rechte, wie etwa das Willkürverbot oder den Anspruch auf persönliche Freiheit, verstossen soll. Hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten gilt der in Art. 106 Abs. 1 BGG verankerte Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht; insofern besteht eine qualifizierte Rügepflicht (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 134 I 313 E. 2 S. 315; 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254). Es obliegt dem Beschwerdeführer namentlich darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid gegen die gerügten Grundrechte verstossen soll. Das Bundesgericht prüft nur klar und detailliert erhobene und, soweit möglich, belegte Rügen.
Der Beschwerdeführer setzt sich mit den Ausführungen des Präsidiums der Beschwerdekammer, die zur Abweisung seines Haftentlassungsgesuchs führten, nicht auseinander und legt nicht dar, inwiefern das Präsidium in verfassungswidriger Weise sein Haftentlassungsgesuch abgewiesen haben sollte. Da die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Ausführungen keine hinreichende Auseinandersetzung mit den Entscheidgründen der angefochtenen Verfügung darstellen, ist mangels einer genügenden Begründung im Sinne von Art. 42 Abs. 2 BGG auf die Beschwerde nicht einzutreten. Der Begründungsmangel ist offensichtlich, weshalb über die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG entschieden werden kann.

5.
Auf eine Kostenauflage kann verzichtet werden (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Bezirksamt Rheinfelden und dem Obergericht des Kantons Aargau, Präsidium der Beschwerdekammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 15. September 2009
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Féraud Pfäffli

Palavras-chave

pre-trial detentionadmissibilitysubstantiation dutyconstitutional complaintsummary procedurecourt costs

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Questão jurídica principal

Whether the criminal appeal against the refusal of detention release was sufficiently reasoned under Art. 42(2) and Art. 106(2) BGG.

Decisão extraída

The appeal did not engage with the cantonal court's reasons and did not show any constitutional violation; it was therefore not sufficiently reasoned.

Fundamentação extraída

For appeals against decisions based on cantonal law, the appellant must specifically allege and substantiate violations of constitutional rights. The submissions contained no adequate discussion of the challenged decision.

Questão jurídica principal

Whether court costs should be charged despite inadmissibility.

Decisão extraída

No costs were imposed.

Fundamentação extraída

The court exercised discretion to waive costs under Art. 66(1) BGG.

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