Federal appeal inadmissible for insufficient reasoning

1B_358/2012Tribunal Federal / Divisão de Direito Público I19 de jun. de 2012Inadmissible

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Resumo Omnilex

A.________ and three liquidated companies challenged a cantonal criminal non-entry decision before the Federal Supreme Court. The court held that their filing failed to satisfy the minimum reasoning requirement under Art. 42(2) BGG: it contained only general criticism and broad legal references, but no concrete explanation of how the cantonal decision violated federal law. The complaint was therefore inadmissible in simplified proceedings. The complainants were ordered to pay CHF 500 in court costs.

Sumário Omnilex

Art. 42(2) BGG; requirements for the reasoning of a federal appeal in criminal matters; a complaint is inadmissible when it does not, in a minimally intelligible manner, address the reasons of the challenged decision and show which federal-law norms were violated. General criticism of authorities and unspecific invocations of numerous provisions do not suffice. If the deficiency is manifest, the Federal Supreme Court may decide in simplified proceedings under Art. 108(1)(b) BGG; costs follow the outcome under Art. 66 BGG.

Texto completo

{T 0/2}
1B_358/2012

Urteil vom 19. Juni 2012
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Fonjallaz, Präsident,
Gerichtsschreiber Bopp.

Verfahrensbeteiligte

  1. A.________,
  2. B.________ AG in Liquidation,
  3. C.________ AG in Liquidation, c/o B.________ AG,
  4. D.________ AG in Liquidation, c/o B.________ AG,
    Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft Luzern, Abteilung 1, Eichwilstrasse 2, 6011 Kriens,

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Luzern, Postfach 3439, 6002 Luzern.

Gegenstand
Strafverfahren; Nichtanhandnahme,

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts
des Kantons Luzern, 2. Abteilung, vom 26. März 2012.

Erwägungen:

1.
Am 12. September/10. November 2011 reichte A.________ bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern eine gegen eine Vielzahl von Personen, Gemeinwesen bzw. Behörden gerichtete Strafanzeige ein.

Mit Verfügung vom 21. November 2011 nahm die Staatsanwaltschaft Luzern die Sache nicht anhand.

Auf eine von A.________ hiergegen erhobene Beschwerde trat die 2. Abteilung des Obergerichts des Kantons Luzern mit Beschluss vom 26. März 2012 nicht ein, da sie die Beschwerde als den massgebenden gesetzlichen Formerfordernissen nicht genügend erachtete.

2.
Gegen den Beschluss vom 26. März 2012 führen A.________ und seine in Liquidation befindlichen Gesellschaften mit Eingabe vom 11. Juni (Postaufgabe: 13. Juni) 2012 der Sache nach Beschwerde in Strafsachen ans Bundesgericht. Zur Hauptsache beantragen sie, der Nichteintretensentscheid vom 26. März 2012 sei aufzuheben.

Das Bundesgericht hat davon abgesehen, Vernehmlassungen einzuholen.

3.
Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Beschwerdebegründung - unabhängig von der Art des nach BGG offen stehenden Rechtsmittels - in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (s. auch Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 136 I 49 E. 1.4.1 S. 53 und 65 E. 1.3.1 S. 68 mit Hinweisen). Die Bestimmungen von Art. 95 ff. BGG nennen die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe.

Die Beschwerdeführer üben wie in früheren Verfahren ganz allgemein Kritik an einer Vielzahl namentlich eidgenössischer und kantonaler Justizbehörden sowie an verschiedenen politischen Behörden bzw. Institutionen und Privatpersonen, die in irgendeinem Bezug zu sie betreffenden früheren Verfahren stehen. Sodann berufen sie sich auch nur ganz allgemein auf eine Vielzahl von Rechtsbestimmungen, deren Verletzung sie den genannten Behörden bzw. Privaten zur Last legen. Dabei legen sie indes - soweit ihre Eingabe überhaupt verständlich ist und den prozessualen Anstandsregeln zu genügen vermag (s. Art. 33 und Art. 42 Abs. 6 BGG) - nicht ansatzweise dar, inwiefern der angefochtene obergerichtliche Nichteintretensentscheid Recht im Sinne von Art. 42 Abs. 2 BGG verletzen soll.

Demgemäss ist bereits mangels einer genügenden Begründung im Sinne von Art. 42 Abs. 2 BGG auf die Beschwerde nicht einzutreten. Entsprechend erübrigt es sich, die weiteren Eintretensvoraussetzungen zu erörtern.

Der Begründungsmangel ist offensichtlich, weshalb über die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG entschieden werden kann.

4.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die bundesgerichtlichen Kosten den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 66 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden den Beschwerdeführern auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Beschwerdeführern, der Staatsanwaltschaft Luzern, Abteilung 1, sowie der Oberstaatsanwaltschaft und dem Obergericht des Kantons Luzern, 2. Abteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 19. Juni 2012

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Fonjallaz

Der Gerichtsschreiber: Bopp

Palavras-chave

inadmissibilityreasoning requirementcriminal complaintnon-entrysimplified procedurecourt costs

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the federal complaint met the reasoning requirements of Art. 42(2) BGG

Decisão extraída

The complaint did not explain, even in a minimally comprehensible way, why the cantonal non-entry decision violated federal law.

Fundamentação extraída

The submissions contained only general criticism of many authorities and private persons and broad references to numerous legal provisions, but no concrete legal argument against the challenged decision. The deficiency was obvious, so the court could decide in simplified procedure.

Questão jurídica principal

Allocation of federal court costs

Decisão extraída

Costs were charged to the complainants because they failed in the proceedings.

Fundamentação extraída

Under the losing-party rule, the costs follow the outcome of the case.

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