Recusal request against UBI president dismissed

2C_836/2010Tribunal Federal / Divisão de Direito Público II25 de mar. de 2011Dismissed

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The Federal Supreme Court dismissed the appeal against the UBI interlocutory decision rejecting the recusal of its president, Roger Blum. It held that the alleged bias grounds had already been fully assessed in earlier case law and added nothing new. A newly raised complaint based on an interview statement was inadmissible as a new allegation. The court also noted that the radio-and-television supervisory procedure under review does not fall within Article 6 ECHR. The appellant was ordered to pay CHF 1,000 in court costs, and no party compensation was awarded.

Sumário Omnilex

Art. 99 BGG; Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG; recusal and new allegations in federal summary proceedings: where the asserted grounds for bias have already been examined in binding case law and the complaint contains no substantively new elements, the appeal is manifestly unfounded and may be decided in simplified procedure. Facts raised for the first time before the Federal Supreme Court are inadmissible as nova if they were not part of the proceedings below. In radio and television supervisory proceedings, Article 6 ECHR is in principle not applicable; the review concerns lawful audience formation, not scientific verification of competing theses (consid. 2).

Texto completo

{T 0/2}
2C_836/2010

Urteil vom 25. März 2011
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Karlen, präsidierendes Mitglied,
Bundesrichter Seiler,
Bundesrichterin Aubry Girardin,
Gerichtsschreiber Hugi Yar.

Verfahrensbeteiligte
X.________, c/o Herr Dr. R. Bloch,
Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft, SRG SSR idée suisse.

Gegenstand
Ausstandsbegehren,

Beschwerde gegen den Zwischenentscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen vom 27. Mai 2010.
Erwägungen:

1.
X.________ ist gegen verschiedene Sendungen der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) im Zusammenhang mit - nach seiner Ansicht nach qualitativ ungenügenden - Meinungsumfragen an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) gelangt. Er verlangte dabei jeweils den Ausstand von deren Präsidenten Roger Blum. Mit Zwischenentscheid vom 27. Mai 2010 lehnte die UBI das entsprechende Gesuch ab: Es bestehe weder aufgrund der punktuellen beruflichen Kontakte von Roger Blum mit Claude Longchamp noch aufgrund seiner Stellungnahme in einem früheren Verfahren der objektiv begründete Anschein einer Befangenheit. X.________ beantragt vor Bundesgericht, den Entscheid der UBI aufzuheben. Sowohl die SRG wie die UBI schliessen auf Abweisung der Beschwerde.

2.
Die Eingabe erweist sich, soweit sie überhaupt sachbezogen motiviert ist (vgl. Art. 42 BGG), als offensichtlich unbegründet und kann im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG erledigt werden: Das Bundesgericht hat die vom Beschwerdeführer behaupteten Befangenheitsgründe bereits in BGE 135 II 430 ff. umfassend geprüft (dort E. 3.3); den entsprechenden Ausführungen ist nichts beizufügen. Bundesgerichtliche Urteile werden mit ihrer Ausfällung rechtskräftig. Der Beschwerdeführer macht keine Revisionsgründe geltend, solche sind auch nicht ersichtlich (Art. 121 ff. BGG). Sein Hinweis auf Art. 6 EMRK ändert hieran nichts: Das rundfunkrechtliche Aufsichtsverfahren fällt nicht in den Anwendungsbereich dieser Bestimmung (vgl. BGE 122 II 471 E. 2b; offen gelassen in: BGE 2C_844/2009 vom 22. November 2010 E. 3.2.2). Zwar hat der Präsident der UBI im Rahmen eines Interviews zu deren Aktivitäten und den Motiven der jeweiligen Beschwerdeführer erklärt, dass es Leute gebe, die ein "Hobby" haben, wie zum Beispiel "einer der immer wieder kommt wegen Meinungsumfragen im Fernsehen". Die entsprechende Äusserung wird erstmals vor Bundesgericht beanstandet und bildete vor der UBI nicht Verfahrensgegenstand; es handelt sich dabei um ein unzulässiges Novum (Art. 99 BGG), auf das nicht weiter einzugehen ist. Immerhin kann darauf hingewiesen werden, dass die entsprechende Aussage in einem Gespräch zum 25. Jubiläum des Bestehens der Beschwerdeinstanz erfolgte und sachlich gehalten war, auch wenn der Beschwerdeführer seine Kritik an den praktizierten Umfragetechniken nicht als hobbymässig, sondern als wissenschaftlich motiviert verstanden wissen will. Er verkennt, dass es im rundfunkrechtlichen Aufsichtsverfahren darum geht, die sachgerechte Meinungsbildung des Zuschauers sicherzustellen und nicht die wissenschaftliche Richtigkeit der einen oder anderen These klären zu lassen. Für alles Weitere wird auf die zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid und in den Vernehmlassungen der SRG und der Vorinstanz verwiesen (vgl. Art. 109 Abs. 3 BGG).

3.
Dem Verfahrensausgang entsprechend wird der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Es sind keine Parteientschädigungen geschuldet (Art. 68 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 25. März 2011
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Karlen Hugi Yar

Palavras-chave

recusalbiasnew allegationssimplified procedureradio broadcasting supervisioncourt costsparty compensation

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Questão jurídica principal

Whether the UBI president had to be recused for apparent bias

Decisão extraída

No objectively justified appearance of bias was shown.

Fundamentação extraída

The alleged grounds had already been examined in earlier Federal Supreme Court case law; the new objections added nothing. The complaint procedure did not aim to resolve scientific correctness, only audience formation.

Questão jurídica principal

Whether the interview remark about a complainant was a permissible ground raised for the first time before the Federal Supreme Court

Decisão extraída

The point was an inadmissible new allegation and could not be considered.

Fundamentação extraída

It had not been raised before the UBI and was therefore a prohibited nova under Art. 99 BGG.

Questão jurídica principal

Allocation of court costs

Decisão extraída

The losing appellant had to bear the court fee.

Fundamentação extraída

Costs follow the outcome of the proceedings.

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