Non-entry on constitutional complaint in debt enforcement

5D_155/2010Tribunal Federal / Divisão Civil II10 de dez. de 2010Dismissed

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The Federal Supreme Court treated the filing as a subsidiary constitutional complaint because the dispute value was not reached and no exception applied. It held that the appellant did not meet the strict reasoning requirements: she failed to address the decisive considerations of the cantonal judgment confirming definitive debt enforcement based on a final tax assessment, and instead merely repeated objections to the tax claim and invoked the subsistence minimum. The Court therefore did not enter into the complaint, refused free legal aid as hopeless, and ordered court costs of CHF 300 against the appellant.

Sumário Omnilex

Art. 113 ff., 116, 117 and 108 Abs. 1 lit. b BGG; subsidiäre Verfassungsbeschwerde: the appellant must, with reference to the decisive reasoning of the cantonal decision, clearly and specifically show which constitutional rights were violated and how. General criticism, repetition of earlier arguments, or merely asserting an incorrect assessment of the merits is insufficient; otherwise the Federal Supreme Court will not enter into the complaint. Claims concerning the subsistence minimum are not to be examined in the debt-enforcement appeal against definitive opening, but, where relevant, in the enforcement stage, in particular the attachment procedure (Art. 93 SchKG). Free legal aid is refused where the complaint has no prospects of success.

Texto completo

{T 0/2}
5D_155/2010

Urteil vom 10. Dezember 2010
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Kanton Bern, Einwohnergemeinde Bern und deren Kirchgemeinde,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Definitive Rechtsöffnung,

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 30. November 2010 des Obergerichts des Kantons Bern (Appellationshof, 2. Zivilkammer).

Nach Einsicht
in die Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 30. November 2010 des Obergerichts des Kantons Bern, das eine Nichtigkeitsklage der Beschwerdeführerin gegen die erstinstanzliche Erteilung der definitiven Rechtsöffnung an die Beschwerdegegner für Fr. 2'025.35 (nebst Verzugszins) abgewiesen hat,
in das (sinngemässe) Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege,

in Erwägung,
dass gegen den in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangenen Entscheid des Obergerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe der Beschwerdeführerin als solche entgegengenommen worden ist,
dass in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorzubringen und zu begründen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG sowie Art. 116 BGG), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass das Obergericht im Entscheid vom 30. November 2010 erwog, die Betreibungsforderung (Kantons- und Gemeindesteuern 2008) beruhe auf einer rechtskräftigen Steuerveranlagungsverfügung vom 3. Dezember 2009 und damit auf einem Rechtsöffnungstitel im Sinne von Art. 80 SchKG, die inhaltliche Richtigkeit des (nicht nichtigen) Rechtsöffnungstitels dürfe vom Rechtsöffnungsrichter nicht überprüft werden, die Beschwerdeführerin erhebe keine Einwendungen nach Art. 81 Abs. 1 SchKG, die Erteilung der definitiven Rechtsöffnung an die Beschwerdegegner sei daher nicht mit einem Nichtigkeitsgrund behaftet,
dass die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe an das Bundesgericht nicht in nachvollziehbarer Weise auf die entscheidenden obergerichtlichen Erwägungen eingeht,
dass sie erst recht nicht nach den gesetzlichen Anforderungen anhand dieser Erwägungen aufzeigt, inwiefern der Entscheid des Obergerichts vom 30. November 2010 verfassungswidrig sein soll,
dass es insbesondere nicht genügt, auch vor Bundesgericht die materielle Richtigkeit der Steuerforderung zu bestreiten und eine Verletzung des Existenzminimums zu behaupten, zumal diese Frage nicht Gegenstand des kantonalen Rechtsöffnungsverfahrens bildete und auch nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sein kann,
dass die Einhaltung des Existenzminimums vielmehr Gegenstand des Pfändungsverfahrens sein wird (Art. 93 SchKG),
dass somit auf die - offensichtlich keine hinreichende Begründung enthaltende - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht einzutreten ist,
dass der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege in Anbetracht der Aussichtslosigkeit der Verfassungsbeschwerde nicht gewährt werden kann (Art. 64 Abs. 1 BGG),
dass die unterliegende Beschwerdeführerin kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und die Abteilungspräsidentin zuständig ist,

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das (sinngemässe) Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 300.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 10. Dezember 2010
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Hohl Füllemann

Palavras-chave

debt enforcementdefinitive legal openingsubsidiary constitutional complaintreasoned appealfree legal aidcourt costssubsistence minimum

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Questão jurídica principal

Whether the subsidiary constitutional complaint was sufficiently reasoned to be admissible.

Decisão extraída

No. The filing did not engage with the decisive cantonal reasoning and did not show a constitutional violation with the required specificity.

Fundamentação extraída

In a subsidiary constitutional complaint, constitutional rights must be invoked and substantiated in a targeted way against the reasoning of the challenged decision. Mere renewed attacks on the tax debt and assertions about the subsistence minimum were insufficient, especially because the latter was not part of the debt-enforcement issue.

Questão jurídica principal

Whether the request for free legal aid should be granted.

Decisão extraída

No. The complaint had no prospect of success.

Fundamentação extraída

Because the constitutional complaint was manifestly insufficiently reasoned and therefore hopeless, free legal aid had to be refused.

Questão jurídica principal

Who bears the costs of the federal proceedings.

Decisão extraída

The appellant must pay the court costs.

Fundamentação extraída

As the losing party, the appellant is liable for costs under the Federal Supreme Court Act.

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