Constitutional complaint inadmissible after non-appealable remand

5P.19/2002Tribunal Federal / Divisão Civil II3 de mai. de 2002Inadmissible

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The Federal Supreme Court declined to hear a constitutional complaint against a cantonal remand judgment in a divorce case. It held that the prerequisite for dispensing with the requirement of irreparable harm under Art. 87(2) OG was absent because the remand decision was not appealable under Art. 50 OG. The complainant therefore could not establish admissibility. The court ordered the complainant to pay the court fee of CHF 2,000 and did not award party costs, since no response had been invited from the respondent.

Sumário Omnilex

Art. 87 Abs. 2 OG; Art. 50 OG; Zulässigkeit der staatsrechtlichen Beschwerde gegen einen Rückweisungsentscheid. Die Ausnahme von der Voraussetzung des nicht wieder gutzumachenden Nachteils setzt voraus, dass der angefochtene Rückweisungsentscheid mit Berufung nach Art. 50 OG anfechtbar wäre. Fehlt es daran, bleibt es beim Grundsatz, dass die staatsrechtliche Beschwerde nur bei drohendem irreparablen Nachteil zulässig ist. Ein bloss kantonal abschliessender Rückweisungsentscheid erfüllt diese Voraussetzung nicht. Kostenfolgen gemäss Art. 156 Abs. 1 OG; bei unterbliebener Vernehmlassung keine Parteientschädigung.

Texto completo

[AZA 0/2]
5P.19/2002/zga

II. Z I V I L A B T E I L U N G ********************************

  1. Mai 2002

Es wirken mit: Bundesrichter Bianchi, Präsident der
II. Zivilabteilung, Bundesrichter Raselli, Bundesrichterin
Escher und Gerichtsschreiber Schett.

In Sachen
X.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Bruno Kaufmann, Lausannegasse 18, Postfach 84, 1702 Freiburg,

gegen
Y.________, Beschwerdegegnerin, gesetzlich vertreten durch Nelly Keller, Amtsvormündin, Praz-Rond, 1785 Grissach, diese vertreten durch Rechtsanwalt Patrik Gruber, Boulevard de Pérolles 26, Postfach 396, 1701 Freiburg, Kantonsgericht Freiburg, I. Appellationshof,

betreffend
Ehescheidung,
wird festgestellt und in Erwägung gezogen:

1.- Mit Urteil des Zivilgerichts des Seebezirks vom 18. Juni 1999 wurde die Ehe von X.________, geboren 1946, und Y.________, geboren 1943, geschieden. X.________ wurde gestützt auf Art. 152 aZGB zu einem monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 980.-- bis Juli 2011 und alsdann zu einem solchen von Fr. 350.-- verpflichtet. Das Verfahren betreffend die güterrechtliche Auseinandersetzung wurde abgetrennt.
Der Antrag von Y.________, ihrem Freizügigkeitskonto Fr. 109'000.-- aus dem Guthaben der beruflichen Vorsorge von X.________ gutzuschreiben, wurde abgewiesen.

Die von Y.________ gegen dieses Urteil eingereichte Berufung wurde vom Kantonsgericht Freiburg am 8. November 2001 teilweise gutgeheissen. Der Unterhaltsbeitrag wurde gestützt auf Art. 125 ZGB auf Fr. 2'300.-- festgelegt und die Sache an das Zivilgericht des Seebezirks zum Entscheid über die Austrittsleistung der beruflichen Vorsorge von X.________ zurückgewiesen. Im Berufungsverfahren gab das Kantonsgericht Y.________ Gelegenheit, allfällige neue Rechtsbegehren und damit verbunden Beweisanträge zu stellen, die sich durch das Inkrafttreten des neuen Scheidungsrechts ergeben können. Y.________ machte davon Gebrauch und X.________ nahm dazu Stellung.

X.________ verlangt mit staatsrechtlicher Beschwerde die Aufhebung des Urteils des Kantonsgerichts. Es sind keine Vernehmlassungen eingeholt worden.

Auf die von X.________ in gleicher Sache erhobene Berufung ist das Bundesgericht mit Entscheid vom heutigen Tage nicht eingetreten (5C. 12/2002).

2.- Das Bundesgericht ist auf die Berufung nicht eingetreten, weil das Urteil des Kantonsgerichts, womit die Sache an das Zivilgericht Seebezirk zurückgewiesen worden war, nicht berufungsfähig im Sinne von Art. 50 OG ist. Nur wenn die Berufung gemäss Art. 50 OG zulässig ist, kann das Bundesgericht auf den nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 87 Abs. 2 OG bei der Prüfung der staatsrechtlichen Beschwerde verzichten (Walter Kälin, Das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, 2. Aufl. 1994, S. 337 Ziff. 2.2, S. 337; BGE 117 II 351 E. 2b). Da vorliegend diese Ausnahme nicht gegeben ist, kann auf die staatsrechtliche Beschwerde nicht eingetreten werden.

3.-Bei einem solchen Ausgang des Verfahrens trägt der Beschwerdeführer die Kosten (Art. 156 Abs. 1 OG). Da von der Beschwerdegegnerin keine Antwort eingeholt worden ist, entfällt eine Parteientschädigung.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.- Auf die staatsrechtliche Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.- Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.- Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht Freiburg, I. Appellationshof, schriftlich mitgeteilt.

_____________
Lausanne, 3. Mai 2002

Im Namen der II. Zivilabteilung
des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS
Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

Palavras-chave

constitutional complaintadmissibilityirreparable harmremand decisiondivorcecostsoccupational pension

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Questão jurídica principal

Whether the constitutional complaint against the cantonal remand judgment was admissible despite the lack of irreparable harm.

Decisão extraída

The complaint was inadmissible because the challenged remand judgment was not appealable by federal appeal under Art. 50 OG, so the exception allowing waiver of irreparable harm under Art. 87(2) OG did not apply.

Fundamentação extraída

The court held that the extraordinary admissibility rule for constitutional complaints only applies when a federal appeal is available under Art. 50 OG against the remand decision. Since this was not the case, the complaint could not be entered into.

Questão jurídica principal

Allocation of court costs for the inadmissible constitutional complaint

Decisão extraída

The complainant had to bear the court fee; no party compensation was awarded because no response was requested from the respondent.

Fundamentação extraída

Costs follow the outcome of the proceedings under Art. 156(1) OG.

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