Non-entry for lack of standing in attempted coercion complaint

6B_1100/2013Tribunal Federal / Divisão Penal2 de dez. de 2013Inadmissible

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Resumo Omnilex

The Federal Supreme Court did not enter into the criminal complaint alleging attempted coercion. It held that the private complainant failed to meet the strict standing requirements under Art. 81 BGG because she did not explain any possible effect of the non-entry decision on civil claims, and no such claims were apparent from the record. The complaint was therefore inadmissible under Art. 108 BGG. Court costs of CHF 800 were charged to the appellant, and no compensation was awarded to the respondent company.

Sumário Omnilex

Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG; standing of a private complainant in criminal proceedings against a non-entry or discontinuance decision: the complainant must, in principle, show that the challenged decision may affect civil claims. Even where the strict pleading burden is relaxed because the criminal proceedings were not opened or were terminated, the appellant must still state before the Federal Supreme Court, in a concrete manner, which civil claim is concerned and how it may be affected. Absent such substantiation, the complaint is not admissible under Art. 108 BGG (cf. consid. 2).

Texto completo

{T 0/2}

6B_1100/2013

Urteil vom 2. Dezember 2013

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Einzelrichter,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8001 Zürich,
2. Y.________ AG,
Beschwerdegegnerinnen.

Gegenstand
Nichtanhandnahme (versuchte Nötigung),

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, III. Strafkammer, vom 8. November 2013.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1.

Die Beschwerdeführerin schloss mit der Beschwerdegegnerin 2 einen schriftlichen Arbeitsvertrag, der eine Probezeit von einem Monat vorsah. Kurz vor deren Ablauf wurde sie durch die Beschwerdegegnerin 2 gebeten, sich mit einer Probezeitverlängerung einverstanden zu erklären. Da die Beschwerdeführerin in diesem Vorgehen eine rechtswidrige Beeinträchtigung ihrer Handlungsfreiheit erblickte, reichte sie Strafanzeige wegen versuchter Nötigung ein. Die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl nahm die Untersuchung am 3. September 2013 nicht an die Hand. Eine dagegen gerichtete Beschwerde wies das Obergericht des Kantons Zürich am 8. November 2013 ab.

Die Beschwerdeführerin wendet sich ans Bundesgericht und beantragt, es sei der Beschluss vom 8. November 2013 aufzuheben und festzustellen, dass der Tatbestand der versuchten Nötigung durch die Beschwerdegegnerin 2 erfüllt ist. Gestützt darauf sei das Obergericht anzuweisen, einen neuen Beschluss zu erlassen, der die Staatsanwaltschaft dazu verpflichte, die Untersuchung wegen versuchter Nötigung zu eröffnen und beim Gericht Anklage zu erheben.

2.

Die Privatklägerin ist zur Beschwerde legitimiert, wenn sich der angefochtene Entscheid auf die Beurteilung ihrer Zivilansprüche auswirken kann (Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG). Dies verlangt grundsätzlich von ihr, dass sie adhäsionsweise Zivilforderungen geltend gemacht hat. Auf dieses Erfordernis kann bei Nichtanhandnahme oder Einstellung des Strafverfahrens verzichtet werden. Indessen ist erforderlich, dass die Privatklägerin im Verfahren vor Bundesgericht darlegt, aus welchen Gründen sich der angefochtene Entscheid inwiefern auf welche Zivilforderung auswirken kann, Das Bundesgericht stellt insoweit strenge Anforderungen (BGE 127 IV 185 E. 1a; Urteil 1B_695/2012 vom 14. Februar 2013 E. 1.2).

Dem angefochtenen Entscheid ist nicht zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin im kantonalen Verfahren eine Zivilforderung gestellt hätte. Vor Bundesgericht äussert sie sich zur Frage ihrer Legitimation bzw. zu allfälligen Zivilansprüchen nicht (vgl. insbesondere Beschwerde S. 2: "Formelles"). Da sie ihrer Begründungspflicht nicht nachkommt, ist auf die Beschwerde im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

3.

Die Gerichtskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Der Beschwerdegegnerin 2 ist keine Entschädigung auszurichten, weil sie vor Bundesgericht keine Umtriebe hatte.

Demnach erkennt der Einzelrichter:

1.

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.

Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.

Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 2. Dezember 2013

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Einzelrichter: Schneider

Der Gerichtsschreiber: Monn

Palavras-chave

standingcivil claimsnon-entryattempted coercionprivate complainantcourt costs

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the complainant had standing to challenge the non-entry decision before the Federal Supreme Court

Decisão extraída

Standing required showing possible impact on civil claims; she did not explain any such claim, so the complaint could not be heard.

Fundamentação extraída

A private complainant must generally show the contested decision may affect civil claims. For non-entry or discontinuance decisions, the strict justification requirement remains. No civil claim was asserted below, and none was explained before the Federal Supreme Court.

Questão jurídica principal

Costs of the federal proceedings

Decisão extraída

Court costs were imposed on the complainant; no compensation was awarded to the respondent company.

Fundamentação extraída

As the complaint was not entered into, the costs follow the losing party. The company had no compensable expense before the Federal Supreme Court.

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