Non-entry for insufficient standing in criminal appeal

6B_567/2013Tribunal Federal / Divisão Penal4 de fev. de 2014Inadmissible

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X. appealed to the Federal Supreme Court against the Lucerne cantonal court's dismissal of his complaint against the discontinuance of proceedings for attempted serious bodily harm. The Court held that he lacked sufficient standing because he failed to explain concretely how the discontinuance could affect his civil claims, especially given the still-pending proceedings for simple bodily harm. The Court therefore did not enter on the appeal, charged him with court costs, and awarded compensation to Y.

Sumário Omnilex

Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG; standing of the private complainant in criminal matters where proceedings are discontinued or not entered into: the complainant must, even absent adhäsionsweise assertion, specify before the Federal Supreme Court which civil claims are affected and in what respect by the challenged decision. General references to damages, recovery costs or satisfaction are insufficient; strict substantiation is required (consid. 2). Where this burden is not met, the appeal is inadmissible. Court costs follow Art. 66 Abs. 1 BGG, and party compensation is awarded under Art. 68 Abs. 1 BGG.

Texto completo

{T 0/2}

6B_567/2013

Urteil vom 4. Februar 2014

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Einzelrichter,
Gerichtsschreiberin Kratz-Ulmer.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Philipp Vonarburg,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Luzern, Postfach 3439, 6002 Luzern,Beschwerdegegnerin,
2. Y.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Josef Steiner,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Einstellungsverfügung (versuchte schwere Körperverletzung),

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Luzern, 2. Abteilung, vom 6. Mai 2013.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1.

X.________ zeigte Y.________ am 29. März 2012 wegen versuchter schwerer, allenfalls einfacher Körperverletzung an. Die Staatsanwaltschaft Sursee stellte das Verfahren am 20. November 2012 wegen versuchter schwerer Körperverletzung ein. Am 21. November 2012 erliess sie einen Strafbefehl wegen einfacher Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand. Dagegen erhob Y.________ Einsprache, die hängig ist.
Das Obergericht des Kantons Luzern wies die Beschwerde von X.________ gegen die Einstellungsverfügung am 6. Mai 2013 ab.
X.________ führt Beschwerde in Strafsachen und beantragt, das Urteil sei aufzuheben und die Sache an die Staatsanwaltschaft zur weiteren Untersuchung und Anklageerhebung zurückzuweisen.
Das Obergericht und die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Luzern beantragen die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Y.________ stellt den Antrag, die Beschwerde sei abzuweisen. X.________ hat repliziert.

2.

Der Privatkläger ist zur Beschwerde legitimiert, wenn sich der angefochtene Entscheid auf die Beurteilung seiner Zivilansprüche auswirken kann (Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG). Dies verlangt grundsätzlich von ihm, dass er adhäsionsweise Zivilforderungen geltend gemacht hat. Auf dieses Erfordernis kann bei Nichtanhandnahme oder Einstellung des Strafverfahrens verzichtet werden. Indessen ist erforderlich, dass der Privatkläger im Verfahren vor Bundesgericht darlegt, aus welchen Gründen sich der angefochtene Entscheid inwiefern auf welche Zivilforderung auswirken kann. Das Bundesgericht stellt insoweit strenge Anforderungen (BGE 127 IV 185 E. 1a).
Der Beschwerdeführer führt zwar aus, dass er Behandlungs- und Genesungskosten sowie Genugtuungsansprüche gegen den Beschwerdegegner geltend gemacht hat (Beschwerde S. 3). Dass und inwiefern seine Zivilansprüche im Verfahren wegen versuchter schwerer Körperverletzung grösser sein sollten als im Verfahren der einfachen Körperverletzung, welches noch hängig ist, legt er nicht dar. Damit kommt er seiner Begründungspflicht nicht nach, weshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten ist.
3.

Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Er hat den Beschwerdegegner für das bundesgerichtliche Verfahren zu entschädigen (Art. 68 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Einzelrichter:

1.

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.

Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.

Der Beschwerdeführer hat den Beschwerdegegner für das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 1'000.-- zu entschädigen.

4.

Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Luzern, 2. Abteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 4. Februar 2014

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Einzelrichter: Schneider

Die Gerichtsschreiberin: Kratz-Ulmer

Palavras-chave

standingprivate complainantcivil claimsinadmissibilitynon-entrycourt costsparty compensation

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the complainant had standing to appeal based on possible civil claims under Art. 81 BGG.

Decisão extraída

Standing was not sufficiently substantiated because the appellant did not explain how the challenged discontinuance could affect specific civil claims differently from the still-pending simple assault proceedings.

Fundamentação extraída

A private complainant must show in detail how the decision may influence which civil claim; general reference to treatment, recovery, and satisfaction claims was not enough.

Questão jurídica principal

Allocation of court costs and party compensation before the Federal Supreme Court.

Decisão extraída

The appellant was ordered to bear court costs and to pay compensation to the respondent.

Fundamentação extraída

As the appeal was not entered into, the losing appellant bears the costs and must compensate the opposing party.

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