Fine converted into substitute imprisonment upheld

6B_935/2010Tribunal Federal / Divisão Penal16 de nov. de 2010Dismissed

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The Federal Supreme Court dismissed the defendant's appeal against the Thurgau High Court's decision converting a 2009 fine of CHF 450 into five days' substitute imprisonment. It held that the fine itself could not be attacked in the conversion proceedings and that the lower court's findings on the appellant's financial situation and culpable non-payment were not arbitrary. The request for free legal aid was denied as the appeal was hopeless, and court costs of CHF 500 were charged to the appellant.

Sumário Omnilex

Art. 106 Abs. 2 StGB; conversion of a fine into substitute imprisonment; Art. 109 Abs. 3 BGG and scope of federal review. In conversion proceedings, the underlying fine is not again open to challenge; only the enforcement consequences are in issue. The cantonal court's factual findings on the debtor's financial situation and ability to pay are reviewed by the Federal Supreme Court only for arbitrariness or other federal-law violation. Where the debtor, despite available means, fails to make even modest payments, fault within the meaning of Art. 106 Abs. 2 StGB may be affirmed. An application for free legal aid must be refused if the appeal lacks any reasonable prospects of success (consid. 2-3).

Texto completo

{T 0/2}
6B_935/2010

Urteil vom 16. November 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Bundesrichter Mathys,
Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Thurgau, Staubeggstrasse 8, 8510 Frauenfeld,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Umwandlung einer Busse in eine Ersatzfreiheitsstrafe,

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Thurgau vom 22. Juni 2010.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Das Obergericht des Kantons Thurgau wandelte mit Urteil vom 22. Juni 2010 im Berufungsverfahren eine gegen den Beschwerdeführer im Jahre 2009 ausgefällte Busse von Fr 450.-- in eine zu vollziehende Ersatzfreiheitsstrafe von fünf Tagen um.
Der Beschwerdeführer gelangt ans Bundesgericht mit dem Antrag auf "Stundung/Löschung" der Busse. Sinngemäss beantragt er zudem, es sei auf die Umwandlung der Busse zu verzichten.

2.
In Anwendung von Art. 109 Abs. 3 BGG kann auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden.
In E. 1 führt die Vorinstanz zu Recht aus, dass die Busse selber nicht Gegenstand des Umwandlungsverfahrens sein könne (angefochtener Entscheid S. 3). Dass der Beschwerdeführer seinerzeit mental nicht in der Lage gewesen sein will, die Busse anzufechten (Beschwerde S. 1 zu E. 1), vermag daran nichts zu ändern.
In E. 2 legt die Vorinstanz die Rechtslage dar (angefochtener Entscheid S. 3/4). Dass sie dies nicht korrekt getan hätte, behauptet der Beschwerdeführer zu Recht nicht (Beschwerde S. 1/2 zu E. 2).
In E. 3 stellt die Vorinstanz fest, die finanziellen und persönlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers hätten sich seit der Ausfällung der Busse nicht erheblich verschlechtert (angefochtener Entscheid S. 4). Diese tatsächliche Feststellung könnte vor Bundesgericht nur mit Erfolg bemängelt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 97 Abs. BGG bzw. willkürlich im Sinne von Art. 9 BV wäre. Nachdem der Beschwerdeführer die Feststellung der Vorinstanz an der Berufungsverhandlung unbestrittenermassen selber bestätigt hat, und nachdem er vor Bundesgericht angibt, "im Groben ist das so" (Beschwerde S. 3 zu E. 3b), kann von Willkür nicht die Rede sein.
In E. 4 kommt die Vorinstanz mit eingehender Begründung zum Schluss, dass den Beschwerdeführer, indem er seit März 2009 bis zur Berufungsverhandlung überhaupt nichts zur Bussentilgung beigetragen habe, ein Verschulden im Sinne von Art. 106 Abs. 2 StGB treffe (angefochtener Entscheid S. 5). Aus den Ausführungen in der Beschwerde (vgl. S. 3/4 zu E. 4) ist nicht ersichtlich, dass die Feststellungen der Vorinstanz willkürlich sein oder sonst gegen das Recht verstossen könnten. Wenn der Beschwerdeführer jedoch nach der Direktzahlung vieler notwendiger Kosten durch das Sozialamt noch Fr. 781.-- pro Monat zur Verfügung hat, ist die Folgerung der Vorinstanz, dass er monatlich einen geringen Teil der Busse hätte abbezahlen können, nicht zu beanstanden.
Die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 109 BGG abzuweisen.

3.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Der finanziellen Lage des Beschwerdeführers ist bei der Bemessung der Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 16. November 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre C. Monn

Palavras-chave

fine conversionsubstitute imprisonmentfaultarbitrariness reviewlegal aidcourt costs

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Questão jurídica principal

Whether the fine itself could be challenged in the conversion proceedings

Decisão extraída

The fine itself was not the subject of the conversion proceedings.

Fundamentação extraída

The appellate court correctly held that conversion proceedings concern enforcement of the fine, not its underlying validity; the appellant's alleged mental inability to challenge the fine earlier did not change this.

Questão jurídica principal

Whether the conditions for converting the fine into substitute imprisonment were met

Decisão extraída

The finding that the appellant had culpably failed to contribute anything to payment since March 2009 and could have paid a small monthly amount was upheld.

Fundamentação extraída

The factual findings were not shown to be arbitrary or unlawful; the appellant had confirmed the relevant financial situation below, and the record supported the conclusion of fault under Art. 106(2) StGB.

Questão jurídica principal

Whether the appellant was entitled to free legal aid

Decisão extraída

Free legal aid was refused because the appeal had no prospects of success.

Fundamentação extraída

Under the federal legal-aid standard, an application fails where the underlying appeal is hopeless.

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