Venue challenge dismissed; first prosecution in Basel-Landschaft prevails

BG.2015.4Tribunal Penal Federal / Câmara de Recursos28 de abr. de 2015Dismissed

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A challenged the transfer of a criminal case from the Basel-Stadt public prosecutor to the Basel-Landschaft public prosecutor. He argued that the Basel-Stadt authorities should continue the investigation, relying mainly on his residence in Basel-Stadt. The Federal Criminal Court’s Complaint Chamber held that Basel-Landschaft was the competent venue because investigative steps had first been taken there and both offenses carried the same penalty. No compelling reason justified a departure from the statutory venue. The complaint was dismissed and court costs of CHF 400 were imposed on A.

Sumário Omnilex

Art. 34 Abs. 1 und Art. 40 Abs. 3 StPO; Gerichtsstand bei mehreren Straftaten an verschiedenen Orten; Vorrang des Ortes der zuerst vorgenommenen Verfolgungshandlungen bei gleicher Strafdrohung. Ein Abweichen vom gesetzlichen Gerichtsstand setzt den Schwerpunkt der deliktischen Tätigkeit, besondere persönliche Verhältnisse oder andere triftige Gründe voraus; blosse Wohnsitznähe genügt nicht. Kostenfolge bei Abweisung der Beschwerde nach Art. 428 Abs. 1 StPO.

Texto completo

Beschluss vom 28. April 2015 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Emanuel Hochstrasser und Patrick Robert-Nicoud, Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja

Parteien A., Beschwerdeführer

gegen

  1. KANTON BASEL-LANDSCHAFT,

  2. KANTON BASEL-STADT, Beschwerdegegner

Gegenstand Anfechtung des Gerichtsstands (Art. 41 Abs. 2 StPO)

B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l

Ges c häft s n um m er: B G .20 15 .4

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Die Beschwerdekammer hält fest, dass:

  • die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Landschaft gestützt auf eine Übernahmeverfügung vom 31. Juli 2013 ein Strafverfahren gegen A. wegen einfacher Körperverletzung führt (Verfahrensakten, Lasche "Nebenakten");

  • die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt A. der Fälschung von Aus- weisen verdächtigt und gegen ihn diesbezüglich seit dem 9. Dezember 2014 ein Strafverfahren führt (Verfahrensakten, Lasche "zur Person");

  • die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt am 15. Dezember 2014 an die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Landschaft gelangte und diese um Verfahrensübernahme betreffend A. ersuchte (Verfahrensakten, Lasche "Nebenakten");

  • die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Landschaft diesem Ersuchen mit Übernahmeverfügung vom 6. Januar 2015 nachkam (act. 1.1);

  • dagegen A. mit Beschwerde vom 12. Januar 2015 und mit Ergänzung vom

  1. Januar 2015 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts ge- langte und beantragt, das Strafverfahren gegen ihn wegen Fälschung von Ausweisen sei durch die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt wei- terzuführen (act. 1, 2 und 3);
  • die Beschwerdegegner in ihren Beschwerdeantworten vom 26. Januar und
  1. Februar 2015 jeweils die Abweisung der Beschwerde beantragen (act. 5 und 7);
  • sich der Beschwerdeführer innert Frist nicht weiter vernehmen liess, was den Beschwerdegegnern mit Schreiben vom 24. Februar 2015 zur Kenntnis ge- bracht wurde (act. 9).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:

  • sich die Parteien gegen die von den beteiligten Staatsanwaltschaften ge- troffene Entscheidung über den Gerichtsstand (Art. 39 Abs. 2 StPO) innert 10 Tagen bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts beschweren können (Art. 41 Abs. 2 Satz 1 StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG);

  • gemäss Art. 34 Abs. 1 StPO für die Verfolgung und Beurteilung sämtlicher Taten die Behörden des Ortes zuständig sind, an dem die mit der schwer-

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sten Strafe bedrohte Tat begangen worden ist, wenn eine beschuldigte Per- son mehrere Straftaten an verschiedenen Orten verübt hat; bei gleicher Strafdrohung die Behörden des Ortes zuständig sind, an dem zuerst Ver- folgungshandlungen vorgenommen worden sind;

  • den Verfahrensakten zu entnehmen ist, dass im Kanton Basel-Landschaft zuerst Verfolgungshandlungen erfolgten; angesichts der gleichen Strafdro- hung sich die verfügte Übernahme des im Kanton Basel-Stadt geführten Strafverfahrens durch die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft demnach zu Recht auf Art. 34 Abs. 1 StPO stützt;

  • die Beschwerdekammer einen anderen als den in den Artikeln 31 – 37 StPO vorgesehenen Gerichtsstand festlegen kann, wenn der Schwerpunkt der de- liktischen Tätigkeit oder die persönlichen Verhältnisse der beschuldigten Person es erfordern oder andere triftige Gründe vorliegen (Art. 40 Abs. 3 StPO);

  • der Wohnsitz des Beschwerdeführers im Kanton Basel-Stadt keinen triftigen Grund darstellt, der ein Abweichen vom gesetzlichen Gerichtsstand rechtfer- tigen würde; ein solcher Grund auch anhand der Akten nicht ersichtlich ist;

  • sich die Beschwerde gegen die Übernahmeverfügung daher als unbegrün- det erweist und abzuweisen ist;

  • bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO);

  • die Gerichtsgebühr auf Fr. 400.-- festzusetzen ist (Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und Art. 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. Au- gust 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstraf- verfahren, BStKR; SR 173.713.162).

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer:

  1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 400.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

Bellinzona, 28. April 2015

Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • A.
  • Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Landschaft
  • Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

Palavras-chave

venuejurisdictioncriminal proceduretakeover of proceedingsinvestigative stepscostsresidence

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Questão jurídica principal

Whether the transfer of the Basel-Stadt proceedings to Basel-Landschaft was lawful under the venue rules.

Decisão extraída

Yes. Because investigative steps were first taken in Basel-Landschaft and the offenses carried the same penalty, Basel-Landschaft was the competent venue.

Fundamentação extraída

Under Art. 34(1) StPO, when offenses are committed in different places and have the same penalty, jurisdiction lies where investigative actions were first taken. The file showed that this occurred in Basel-Landschaft.

Questão jurídica principal

Whether the appellant's residence in Basel-Stadt justified departing from the statutory venue.

Decisão extraída

No. Residence in Basel-Stadt was not a compelling reason to deviate from the statutory venue, and no other sufficient reason appeared from the file.

Fundamentação extraída

A different venue may be fixed only if the focus of the criminal activity, the accused's personal circumstances, or other compelling reasons so require. None were shown here.

Questão jurídica principal

Costs of the complaint proceedings.

Decisão extraída

The costs were charged to the appellant.

Fundamentação extraída

As the complaint was dismissed, costs followed the outcome under Art. 428(1) StPO.

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