IV benefits denied due to incomplete medical findings

c-2113-2008Tribunal Administrativo Federal / Divisão 318 de ago. de 2008Granted

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A disability-insurance claimant appealed an IVSTA refusal of benefits. During the appeal, the IVSTA itself asked that the decision be annulled and the matter remitted because the medical file was insufficient, and the claimant agreed. The Federal Administrative Court held that the factual basis was incomplete, allowed the appeal, set aside the decision, and ordered a remittal for a further neurological assessment in Switzerland and a new decision. No court costs were charged. The appellant received CHF 1,200 in party compensation, and the legal-aid request was declared moot.

Sumário Omnilex

Art. 49 lit. b, Art. 61 Abs. 1, Art. 63 Abs. 2 und Art. 64 VwVG; Art. 31, 33 lit. d VGG; Art. 69 Abs. 1 lit. b IVG: A decision based on incompletely established medically relevant facts must be annulled and remitted for further investigation when the factual basis does not permit a reliable assessment of the claim. Where the appellant prevails, no procedural costs are charged, and party compensation is awarded ex officio according to the applicable fee regulations. A request for legal aid becomes moot if the party is otherwise compensated for the proceedings.

Texto completo

BVGer C-2113/2008

Entscheiddatum: 18.08.2008Publikationsdatum: 05.09.2008

Bundesverwaltungsgericht

Tribunal administratif fédéral

Tribunale amministrativo federale

Tribunal administrativ federal

Abteilung III

C-2113/2008/mes

{T 0/2}

Urteil vom 18. August 2008

Besetzung

Richter Stefan Mesmer (Vorsitz), Richterin Madeleine Hirsig, Richterin Franziska Schneider,

Gerichtsschreiberin Ingrid Künzli.

Parteien

A._______

vertreten durch B._______,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,

avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,

Vorinstanz.

Gegenstand

Invalidenversicherung, Verfügung vom 21. Februar 2008.

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA) mit Verfügung vom 21. Februar 2008 ein Begehren von A._______ (Beschwerdeführerin) um Leistungen der Invalidenversicherung (IV) abwies,

dass die Beschwerdeführerin diese Verfügung am 2. April 2008 beim Bundesverwaltungsgericht angefochten hat,

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 VGG zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 und 34 VGG zuständig ist, sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt,

dass die IVSTA als Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d VGG zu gelten hat, und vorliegend keine Ausnahme von der Zuständigkeit auszumachen ist (vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG], SR 831.20), so dass das Gericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig ist,

dass die Vorinstanz am 10. Juli 2008 ihre Vernehmlassung vorgelegt hat und beantragt, die Beschwerde sei gutzuheissen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei im Sinne der Stellungnahme ihres ärztlichen Dienstes vom 7. Juli 2008 an die Verwaltung zurückzuweisen,

dass der ärztliche Dienst der IVSTA (Dr. Z._______) in seiner Stellungnahme vom 7. Juli 2008 (act. 32) festhält, aus medizinischer Sicht sei die Sache unklar und nicht genügend begutachtet, um klare Aussagen zur Leistungsfähigkeit in den einzelnen Haushaltstätigkeiten zu machen,

dass der ärztliche Dienst daher empfiehlt, in der Schweiz eine neurologische Begutachtung durchführen zu lassen,

dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 4. August 2008 - die der Vorinstanz noch zuzustellen ist - dem Antrag der Vorinstanz zustimmt und damit sinngemäss ihr ursprüngliches Rechtsbegehren modifiziert, mit welchem sie die Feststellung einer Invalidität von mindestens 50% und die Ausrichtung einer halben IV-Rente beantragt hatte,

dass damit nach übereinstimmender Auffassung der Parteien, welcher sich das Bundesverwaltungsgericht anschliessen kann, feststeht, dass die angefochtene Verfügung vom 21. Februar 2008 auf einer mangelhaft ermittelten tatbeständlichen Grundlage beruht,

dass Art. 49 Bst. b des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) die unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ausdrücklich als Beschwerdegrund nennt,

dass die Beschwerde demnach - angesichts des modifizierten Rechtsbegehren vollumfänglich - gutzuheissen und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (Art. 61 Abs. 1 VwVG) mit der Anweisung, in der Schweiz die erforderliche zusätzliche neurologische Begutachtung durchführen zu lassen und neu in der Sache zu verfügen,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu erheben sind (Art. 63 Abs. 2 VwVG),

dass der obsiegenden Beschwerdeführerin, die sich anwaltlich vertreten liess, eine von der Vorinstanz zu entrichtende Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG),

dass die Parteientschädigung gemäss Art. 14 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) mangels Kostennote aufgrund der Akten zu bestimmen ist,

dass das einer Partei zu entschädigende Anwaltshonorar sich nach dem notwendigen Zeitaufwand des Vertreters bestimmt, wobei ein anwaltlicher Stundenansatz von Fr. 200.- bis Fr. 400.- geltend gemacht werden kann (Art. 10 VGKE),

dass im vorliegenden Verfahren, in welchem nur ein Schriftenwechsel durchgeführt wurde, aufgrund der Akten ein Anwaltsaufwand von knapp 5 Std. angemessen und notwendig erscheint, der zu einem Stundenansatz von Fr. 230.- zu entschädigen ist,

dass das zu entschädigende Anwaltshonorar (einschliesslich Auslagen) daher pauschal auf Fr. 1'200.- festzusetzen ist (Art. 64 VwVG in Verbindung mit Art. 9 und Art. 10 VGKE),

dass unter diesen Umständen das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiordnung eines Anwaltes als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

Eine Kopie der Eingabe der Beschwerdeführerin vom 4. August 2008 geht zur Kenntnisnahme an die Vorinstanz.

Die Beschwerde wird gutgeheissen.

Die angefochtene Verfügung vom 3. Juli 2007 wird aufgehoben und die Sache wird mit der Weisung an die Vorinstanz zurückgewiesen, in der Schweiz die erforderliche zusätzliche neurologische Begutachtung durchführen zu lassen und neu in der Sache zu verfügen.

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

Der Beschwerdeführerin wird für das Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'200.- zugesprochen, die von der Vorinstanz zu leisten ist.

Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiordnung eines Anwaltes wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.

Dieses Urteil geht an:

  • die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein)

  • die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Beilage: Kopie der Eingabe der Beschwerdeführerin vom 4. August 2008)

  • das Bundesamt für Sozialversicherungen

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Stefan Mesmer Ingrid Künzli

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

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Palavras-chave

disability insurancemedical evidenceremittalincomplete factsparty compensationlegal aidjurisdiction

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Questão jurídica principal

Whether the Federal Administrative Court had jurisdiction over the appeal against the IVSTA decision.

Decisão extraída

The court had jurisdiction because the IVSTA is a first-instance authority under the relevant VGG provisions and no exception applied.

Fundamentação extraída

The court relied on Art. 31, 33 and 34 VGG, together with Art. 69(1)(b) IVG, to confirm its competence.

Questão jurídica principal

Whether the denial of benefits had to be annulled because the facts were incompletely established.

Decisão extraída

Yes. The appeal was granted because the decisive medical facts were insufficiently clarified.

Fundamentação extraída

The court accepted the parties' common position and the medical service's view that the case was not adequately examined; incomplete establishment of legally relevant facts is a ground of appeal.

Questão jurídica principal

Whether the case had to be remitted for further medical investigation and a new decision.

Decisão extraída

Yes. The matter was sent back to the IVSTA with instructions to obtain a further neurological assessment in Switzerland and then issue a new decision.

Fundamentação extraída

Under Art. 61(1) VwVG, remittal is appropriate when the factual basis is defective and further investigation is needed.

Questão jurídica principal

Whether court costs should be charged.

Decisão extraída

No procedural costs were imposed because the appellant succeeded.

Fundamentação extraída

Art. 63(2) VwVG excludes costs in this outcome.

Questão jurídica principal

Whether the appellant was entitled to party compensation.

Decisão extraída

Yes. The respondent had to pay CHF 1,200 in party costs.

Fundamentação extraída

As the prevailing party and being represented by counsel, the appellant was entitled to compensation assessed ex officio under the VGKE.

Questão jurídica principal

Whether the request for legal aid with appointed counsel became moot.

Decisão extraída

Yes. The request was struck off as moot.

Fundamentação extraída

Because party compensation was awarded, the application for free legal aid with counsel lost its purpose.

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