Invalidity claim remanded for further psychiatric and cardiac assessment

c-5510-2009Tribunal Administrativo Federal / Divisão 320 de abr. de 2010Annulled

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The appellant challenged the IVSTA’s refusal of disability benefits. The Federal Administrative Court found that the medical facts had not been sufficiently established and that both parties agreed further specialist evidence was needed. It therefore upheld the appeal, annulled the decision of 17 June 2009, and remitted the matter to the IV office for psychiatric and cardiological expert assessments in Switzerland and a new merits decision. No court costs were charged. The appellant received CHF 2,000 in party compensation, payable by the IV office.

Sumário Omnilex

Art. 49 lit. b, Art. 61 Abs. 1, Art. 63 Abs. 2 and Art. 64 VwVG; incomplete establishment of the legally relevant facts in disability insurance proceedings justifies annulment and remittal for supplementary evidence. Where the file lacks decisive medical clarification, especially on work capacity, the appeal authority may not finally decide the merits but must send the case back for further expert assessment and a new administrative decision. Successful appellants are exempt from court costs and entitled to party compensation determined on the file; for a foreign resident represented by a Swiss lawyer, VAT is not compensable (consid. 2-4).

Texto completo

BVGer C-5510/2009

Entscheiddatum: 20.04.2010Publikationsdatum: 07.05.2010

Bundesverwaltungsgericht

Tribunal administratif fédéral

Tribunale amministrativo federale

Tribunal administrativ federal

Abteilung III

C-5510/2009/mes

{T 0/2}

Urteil vom 20. April 2010

Besetzung

Richter Stefan Mesmer (Vorsitz), Richter Francesco Parrino, Richterin Madeleine Hirsig,

Gerichtsschreiberin Ingrid Künzli.

Parteien

B._______,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Daniel Richter,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,

avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,

Vorinstanz.

Gegenstand

Invalidenversicherung, Verfügung vom 17. Juni 2009.

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer am 1. September 2009 die Verfügung der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV), IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA), vom 17. Juni 2009, mit welcher sein Leistungsbegehren abgewiesen worden ist, beim Bundesverwaltungsgericht angefochten hat,

dass im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht das neue, am 1. Januar 2007 in Kraft getretene Verfahrensrecht anwendbar ist (vgl. Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2006 über das Bundesverwaltungsgericht [VGG], SR 173.32),

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2006 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32) zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG zuständig ist, sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt,

dass die IVSTA als Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d VGG zu gelten hat, und vorliegend keine Ausnahme von der Zuständigkeit auszumachen ist (vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG], SR 831.20), so dass das Gericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig ist,

dass die übrigen Eintretensvoraussetzungen ohne Zweifel erfüllt sind, so dass auf die Beschwerde eingetreten werden kann,

dass die Vorinstanz am 9. April 2010 ihre Vernehmlassung vorgelegt hat und beantragt, die Beschwerde sei gutzuheissen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei im Sinne der Stellungnahme ihres ärztlichen Dienstes vom 3. April 2010 an die Verwaltung zurückzuweisen,

dass der ärztliche Dienst (Dr. med. M._______) in seiner Stellungnahme festhält, aus medizinischer Sicht sei eine psychiatrische und kardiologische Begutachtung des Beschwerdeführers in der Schweiz angezeigt, wobei den Gutachtern konkrete Fragen, insbesondere zur Arbeitsfähigkeit, zu stellen seien (act. 57),

dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift eventualiter ebenfalls beantragt, es seien zusätzliche medizinische (und berufliche) Abklärungen vorzunehmen,

dass damit nach übereinstimmender Auffassung der Parteien, welcher sich das Bundesverwaltungsgericht anschliessen kann, feststeht, dass die angefochtene Verfügung vom 17. Juni 2009 auf einer mangelhaft ermittelten tatbeständlichen Grundlage beruht,

dass Art. 49 Bst. b des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) die unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ausdrücklich als Beschwerdegrund nennt,

dass die Beschwerde demnach gutzuheissen und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (Art. 61 Abs. 1 VwVG) mit der Anweisung, die erforderlichen zusätzlichen fachärztlichen (psychiatrischen und kardiologischen) Begutachtungen in der Schweiz durchführen zu lassen und neu in der Sache zu verfügen,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu erheben sind (Art. 63 Abs. 2 VwVG),

dass dem obsiegenden Beschwerdeführer eine von der Vorinstanz zu entrichtende Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG),

dass die Parteientschädigung gemäss Art. 14 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) aufgrund der Akten zu bestimmen ist,

dass im vorliegenden Verfahren das zu entschädigende Anwaltshonorar einschliesslich Auslagen daher pauschal auf Fr. 2'000.- festzusetzen ist (Art. 64 VwVG in Verbindung mit Art. 9 und Art. 10 VGKE),

dass die Mehrwertsteuer für im Ausland wohnende Personen, welche die Dienste eines in der Schweiz ansässigen Rechtsvertreters in Anspruch nehmen, nicht geschuldet und damit auch nicht zu entschädigen ist (Art. 5 lit. b in Verbindung mit Art. 14 Abs. 3 lit. c MWSTG; vgl. Urteil des Bundesgerichts I 30/03 vom 22. Mai 2003).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache zur Vornahme der erforderlichen weiteren psychiatrischen und kardiologischen Abklärungen in der Schweiz an die Vorinstanz zurückgewiesen wird.

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

Dem Beschwerdeführer wird für das Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'000.- zugesprochen, die von der Vorinstanz zu leisten ist.

Ein Doppel der Vernehmlassung vom 9. April 2010 samt Beilage (Bericht von Dr. med. M._______) geht zur Kenntnisnahme an den Beschwerdeführer.

Dieses Urteil geht an:

den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilagen: Doppel der Vernehmlassung vom 9. April 2010 samt Beilage [Bericht von Dr. med. M._______, act. 57])

die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Einschreiben)

das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Stefan Mesmer Ingrid Künzli

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand:

Palavras-chave

invalidity insurancemedical evidenceremandparty compensationcourt costswork capacityexpert assessment

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Questão jurídica principal

Whether the appeal against the IV decision was admissible and should be upheld due to incomplete fact-finding

Decisão extraída

The appeal was admissible and well founded because the relevant facts were not fully established.

Fundamentação extraída

The challenged decision rested on an insufficiently investigated factual basis; under Art. 49(b) VwVG incomplete establishment of legally relevant facts is a ground of appeal.

Questão jurídica principal

Whether the case had to be remitted for further medical assessment

Decisão extraída

The decision had to be annulled and the case remitted for further psychiatric and cardiological expert examinations in Switzerland.

Fundamentação extraída

The parties, including the respondent in its submission, agreed that additional specialized medical evidence was necessary before a new decision could be taken.

Questão jurídica principal

Whether court costs should be charged

Decisão extraída

No procedural costs were imposed.

Fundamentação extraída

Because the appellant succeeded, no costs were to be levied under Art. 63(2) VwVG.

Questão jurídica principal

Whether the appellant was entitled to party compensation

Decisão extraída

The appellant received CHF 2,000 in party compensation payable by the respondent.

Fundamentação extraída

As the successful party, the appellant was entitled to compensation determined on the file, with legal fees and expenses fixed at a flat rate; VAT was not owed for an overseas resident using a Swiss lawyer.

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