Debt collection at wrong place: payment order declared invalid

SKA 2004 2Outro Tribunal3 de fev. de 2004Granted

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Resumo Omnilex

The debtor successfully complained against a payment order issued by the Betreibungsamt Maienfeld. He argued that his domicile was in F., whereas he was only registered as a weekly resident in M. The court held that domicile for enforcement purposes follows the civil-law concept of the center of life relations and found no clear indication that the center of interests had shifted to M. The payment order served there was therefore invalid. The complaint was upheld, and no costs or compensation were awarded.

Sumário Omnilex

Art. 46 Abs. 1 SchKG; domicile for debt enforcement purposes and challengeability of enforcement at the wrong place. The debtor is to be pursued at his domicile, determined under the civil-law concept of domicile as the center of life relations. Registration of papers or a delivery address alone do not suffice to establish a change of domicile without clear indications that the center of interests has moved. An enforcement commenced at the wrong place is not void ex officio, but must be attacked by complaint; if well-founded, invalidity of the payment order is to be declared. Cost-free supervisory proceedings entail no party compensation (Art. 61 Abs. 2, Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG).

Texto completo

Ref.:Chur, 3. Februar 2004/kjSchriftlich mitgeteilt am:

SKA 04 2

Entscheid

Kantonsgerichtsausschuss als Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs

Vorsitz

Präsident Brunner

RichterInnen

Heinz-Bommer und Sutter-Ambühl

Aktur ad hoc

Schnider

——————

In der Schuldbetreibungs- und Konkursbeschwerde

des X., Schuldner und Beschwerdeführer

gegen

den Zahlungsbefehl des Betreibungsamtes Maienfeld vom 29. Dezember 2003, mitgeteilt am 6. Januar 2004, in Sachen des Y., Gläubiger und Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt Peter Müllerhaupt, Sinserstrasse 65, 6330 Cham, gegen Schuldner und Beschwerdeführer,

betreffend Zahlungsbefehl, (örtliche Zuständigkeit),

wird nach Einsichtnahme in die Beschwerde vom 8. Januar 2004 samt mitgereichten Akten, die vom Betreibungsamt Maienfeld zugestellten Verfahrensakten, die Vernehmlassung des Beschwerdegegners vom 23. Januar 2004 samt Beilagen sowie in Erwägung,

  • dass der Y. am 22. Dezember 2003 beim Betreibungsamt des Kreises Maienfeld ein Betreibungsbegehren gegen X. einreichte und dabei als Adresse des Schuldners die A.-Strasse in M. angab,

  • dass das Betreibungsamt Maienfeld gegen den Schuldner am 29. Dezember 2003 einen Zahlungsbefehl ausstellte und diesen an die angegebene Adresse in M. zustellte,

  • dass X. dagegen am 7. Januar 2004 Rechtsvorschlag erhob,

  • dass der Schuldner dagegen zudem am 8. Januar 2004 Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs einreichte und ausführte, sein ständiger Wohnsitz befinde sich in F. und er in M. nur als Wochenaufenthalter angemeldet sei, so dass er im Kanton Graubünden nicht betrieben werden könne,

  • dass der Gläubiger in seiner Vernehmlassung ausführte, abzustellen sei auf den Begriff des zivilrechtlichen Wohnsitzes; X. habe seinen Lebensmittelpunkt nicht in F., sondern an seinem Aufenthaltsort in M.,

  • dass der Schuldner gemäss Art. 46 Abs. 1 SchKG an seinem Wohnsitze zu betreiben ist,

  • dass die Betreibung am Wohnsitz eine zwingende gesetzliche Ordnung darstellt, welche grundsätzlich von Amtes wegen zu beachten ist (vgl. Staehelin/Bauer/Staehelin, Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, Band I, 1998, N 7 zu Art. 46 SchKG),

  • dass das Betreibungsamt indessen nicht gehalten ist, nach dem richtigen Wohnsitz des Schuldners zu forschen (BGE 120 III 111),

  • dass eine am falschen Ort angehobene Betreibung nicht nichtig ist, sondern mit Beschwerde anzufechten ist (Staehelin/Bauer/Staehelin, a.a.O., N 25 zu Art. 46 SchKG),

  • dass es wohl richtig ist, dass vom zivilrechtlichen Begriff des Wohnsitzes gemäss Art. 23 ZGB auszugehen ist (vgl. Amonn/Walther, Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 7. Aufl., Bern 2003, § 10 N 9),

  • dass somit der Wohnsitz eines Betriebenen sich dort befindet, wo der Mittelpunkt seiner Lebensbeziehungen ist,

  • dass X. mit Schriftenempfangschein der Gemeinde F. nachweist, dass er seine Schriften in dieser Gemeinde hinterlegt hat und selbst angibt, nach wie vor in dieser Gemeinde seinen ständigen Wohnsitz zu haben,

  • dass es trotz Hinterlegung der Schriften an einem Ort möglich ist, dass der Mittelpunkt der Lebensinteressen sich in einer anderen Gemeinde befindet,

  • dass hiefür indessen klare Anhaltspunkte vorliegen müssen,

  • dass sich in den Akten keine Hinweise befinden, dass sich der Lebensmittelpunkt von X. in M. und nicht in F. befindet, obwohl er offenbar in M. eine Zustelladresse hat,

  • dass unter diesen Umständen davon auszugehen ist, dass X., seinen Wohnsitz gemäss Art. 46 Abs. 1 SchKG in F. hat,

  • dass der vom Betreibungsamt Maienfeld dem Schuldner nach M. zugestellte Zahlungsbefehl somit ungültig ist und die Beschwerde damit gutzuheissen ist,

  • dass das Beschwerdeverfahren unentgeltlich ist und hiefür auch keine aus-sergerichtliche Entschädigung zugesprochen werden kann (Art. 61 Abs. 2 und Art. 62 Abs. 2 der Gebührenverordnung zum SchKG) erkannt :

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und es wird festgestellt, dass der Zahlungsbefehl der Betreibungs-Nr. 2031328 des Betreibungsamtes Maienfeld ungültig ist.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert zehn Tagen seit seiner schriftlichen Mitteilung beim Schweizerischen Bundesgericht Beschwerde geführt werden, sofern Verletzung von Bundesrecht geltend gemacht werden will. Die Beschwerde ist schriftlich im Doppel beim Kantonsgerichtsausschuss einzureichen.

4. Mitteilung an: __________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden als Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs

Der Präsident:

Der Aktur ad hoc:

Palavras-chave

debt enforcementdomicilelocal jurisdictionpayment ordersupervisory complaintinvaliditycosts

Extraído pela Omnilex

Questão jurídica principal

Whether the debt collection was brought at the debtor's domicile under Article 46(1) SchKG

Decisão extraída

The debtor's domicile was deemed to be in F.; the payment order served in M. was therefore issued at the wrong place.

Fundamentação extraída

The court relied on the civil-law notion of domicile, requiring the center of life relations. Mere registration of papers and a delivery address in M. were insufficient absent clear indications that the center of interests had shifted there.

Questão jurídica principal

Whether the payment order issued by the Betreibungsamt Maienfeld was valid

Decisão extraída

The payment order was invalid because the enforcement office acted at a place where the debtor could not be pursued.

Fundamentação extraída

A debt collection at the wrong place is not void ab initio but must be challenged by complaint; since the complaint was timely and well-founded, invalidity had to be declared.

Questão jurídica principal

Court costs and compensation in the supervisory complaint proceedings

Decisão extraída

No costs were charged and no out-of-court compensation was awarded.

Fundamentação extraída

Supervisory complaint proceedings are free of charge and no party compensation is granted.

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