Appeal against eviction dismissed as case not moot

LF110129Tribunal Superior10 de jan. de 2012Dismissed

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The Zurich Cantonal Court dismissed the tenant company's appeal against an eviction order concerning business premises in Dielsdorf. The appellant claimed the case had become moot because the parties were allegedly negotiating a lease transfer to a successor. The court held that the alleged settlement was not substantiated and did not amount to a waiver of the eviction claim. It therefore confirmed the first-instance order, including enforcement measures and costs. The appellate fee of CHF 1,800 was imposed on the appellant, and no party compensation was awarded to the respondent.

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Art. 312 Abs. 1 ZPO; Art. 74 BGG; appeal against eviction in summary proceedings: an alleged out-of-court agreement renders the proceedings moot only if it is sufficiently substantiated and shows that the claimant has waived the eviction claim. Ongoing negotiations concerning a lease transfer to a successor do not, without concrete agreement terms, establish a waiver; at most they may justify temporary abstention from enforcement (consid. II.1). Where the appeal is manifestly unfounded, the appellate court may decide without an exchange of submissions and must confirm the first-instance judgment, including enforcement measures and cost allocation (consid. I, II.1). In eviction matters the dispute value equals the value of use during the period in which eviction cannot be executed; the appellate decision must contain the required notice of further appeal under Art. 112 Abs. 1 lit. d BGG (consid. II.2).

Texto completo

Obergericht des Kantons Zürich II. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: LF110129-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider und Ersatzrichter lic. iur. P. Raschle sowie Gerichtsschreiber lic. iur. M. Isler. Urteil vom 10. Januar 2012

in Sachen

A._____ AG, Beklagte und Berufungsklägerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,

gegen

B._____, Kläger und Berufungsbeklagter,

betreffend Ausweisung

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes im summarischen Verfahren des Bezirkes Dielsdorf vom 24. November 2011 (ER110065)

Erwägungen: I. Mit Urteil vom 24. November 2011 befahl das Einzelgericht im summarischen Ver- fahren des Bezirkes Dielsdorf der Beklagten A._____ AG, die Gewerberäume an der ...strasse ... in ... unverzüglich zu räumen, zu reinigen und dem Kläger B._____ ordnungsgemäss zu übergeben. Gleichzeitig ordnete es Vollstre- ckungsmassnahmen an (act. 12 und 14). Mit Eingabe an das Obergericht vom 12. Dezember 2011 erhob die Beklagte ge- gen diesen Entscheid rechtzeitig Berufung mit dem Antrag, der Entscheid sei auf- zuheben, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (nach der Terminologie von Art. 252 ZPO wäre die Beklagte als Gesuchsgegnerin zu bezeichnen). Sie macht geltend, sie habe sich zwischenzeitlich mit dem Kläger geeinigt, in Verhandlungen sei man übereingekommen, dass der Mietvertrag an eine Nachfolgerin übertragen werde und dass damit die Ausweisung hinfällig werde. Entsprechende Verhand- lungen würden zur Zeit geführt, die Unterlagen würden in den "nächsten Tagen" vorliegen und könnten nachgereicht werden. Damit sei das Ausweisungsverfah- ren hinfällig (act. 13; vgl. act. 10/2). Die Berufung ist offensichtlich unbegründet, weshalb auf die Einholung einer Be- rufungsantwort zu verzichten ist (Art. 312 Abs. 1 ZPO). Die erstinstanzlichen Ak- ten wurden beigezogen. II. 1. Die neue Behauptung des den Räumungsanspruch des Klägers aufhebenden Parteiübereinkommens ist offensichtlich haltlos. Substanzierte Angaben zum In- halt des Übereinkommens fehlen. Ein Grund, weshalb der Kläger im Voraus auf seinen Räumungsanspruch gegen die Beklagte verzichten könnte – die Verhand- lungen über die "Übertragung" des Mietvertrages auf eine Nachfolgerin sind nach Darstellung des Vertreters der Beklagten noch im Gang –, ist nicht ersichtlich. Bei

der von der Beklagten geltend gemachten Sachlage mag der Kläger Anlass ha- ben, vorläufig von der Durchsetzung des Räumungsanspruchs abzusehen, nicht aber, auf den Anspruch zu verzichten. Von Gegenstandslosigkeit des Verfahrens kann, solange mit der Nachfolgemieterin keine Einigung besteht, nicht die Rede sein. Die Berufung ist somit abzuweisen. Das vorinstanzliche Urteil ist (einschliesslich der Anordnung von Vollstreckungsmassnahmen sowie der Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen) zu bestätigen. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind der Beklagten aufzuerlegen. Eine Parteientschädigung ist dem Kläger für das Berufungsverfahren mangels erheblicher Umtriebe nicht zuzusprechen. 2. Nach Art. 112 Abs. 1 lit. d des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) müssen Ent- scheide, die der Beschwerde an das Bundesgericht unterliegen, eine Rechtsmit- telbelehrung einschliesslich Angabe des Streitwertes enthalten, soweit das BGG eine Streitwertgrenze vorsieht. Letzteres ist hier der Fall (Art. 74 BGG). Geht es im Verfahren der Ausweisung wie hier nicht um die Gültigkeit einer Kün- digung, gilt als Streitwert der Wert, den die Nutzung des Mietobjekts während der Zeit hat, während der die Ausweisung nicht vollzogen werden kann (Diggelmann, DIKE-Komm-ZPO, Art. 91 N 45 mit Hinweis auf BGer 4A_266/2007 vom 26. Sep- tember 2007). Die Parteien haben im Oktober 2010 für die streitgegenständlichen Räumlichkeiten einen Monatsmietzins von Fr. 6'000.– vereinbart (act. 1 S. 2). Ausgehend von diesem Betrag wird die in Art. 74 Abs. 1 lit. a BGG statuierte Streitwertgrenze von Fr. 15'000.– klar erreicht bzw. überstiegen. Es sei immerhin darauf hingewiesen, dass das Bundesgericht, wenn es von einer Partei angerufen wird, selbständig über den Streitwert entscheidet. Es wird erkannt: 1. Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Einzelgerichts im summa- rischen Verfahren des Bezirkes Dielsdorf vom 24. November 2011 (Disposi- tiv Ziff. 1 – 6) wird bestätigt.

  1. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'800.– festgesetzt und der Berufungsklägerin auferlegt. 3. Für das Berufungsverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge- sprochen. 4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Berufungsbeklagten unter Bei- lage des Doppels von act. 13, sowie – unter Rücksendung der erstinstanzli- chen Akten – an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein. 5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine mietrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert übersteigt Fr. 15'000. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich II. Zivilkammer

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. M. Isler

versandt am:

Palavras-chave

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Questão jurídica principal

Whether the eviction case had become moot due to an alleged settlement or lease transfer agreement

Decisão extraída

The alleged agreement was insufficiently substantiated and did not show that the respondent had renounced the eviction claim; the proceedings were not moot.

Fundamentação extraída

No concrete terms of the alleged agreement were provided. Ongoing talks about transferring the lease to a successor did not justify a prior waiver of the eviction claim. At most, the respondent might temporarily refrain from enforcement, not abandon the claim.

Questão jurídica principal

Whether the first-instance eviction order and enforcement measures should be set aside

Decisão extraída

The appeal was rejected and the first-instance order, including enforcement measures and costs, was confirmed.

Fundamentação extraída

Because the appeal was manifestly unfounded and the case remained live, there was no basis to overturn the eviction order.

Questão jurídica principal

Allocation of appellate costs and party compensation

Decisão extraída

The appellate fee was imposed on the appellant and no party compensation was awarded to the respondent.

Fundamentação extraída

As the appellant lost, it had to bear the costs; the respondent was not entitled to compensation because no substantial effort was shown.

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