Unsolicited advertising emails and expired consent

104 C 227/15Tribunal de Primeira Instância10 de mai. de 2016Direito civilParcialmente deferido

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Resumo Omnilex

Bonn District Court ordered the plaintiff and counterclaim defendant to stop sending the defendant advertising emails without prior consent, in response to an email sent on 14 August 2015. It stated that the sender bears the burden of proving consent and that consent may cease to be effective over time, in any event after four years. The court also awarded the defendant €255.85 plus interest from 27 January 2016, dismissed the remainder of the counterclaim, and ordered the plaintiff to bear the litigation costs. The judgment threatened a coercive fine or detention for future violations.

Sumário Omnilex

BGB §§ 823(1), 1004(1), sentence 2; unsolicited advertising by email and proof of consent. A recipient may demand that the sender refrain from sending advertising emails unless the recipient has given prior consent. The sender bears the burden of proving that consent was given. Consent is not necessarily effective indefinitely: it may lose its effect through the passage of time, and is in any event no longer effective after four years.

Texto completo

Amtsgericht Bonn — 104 C 227/15 — Urteil

Entscheidungsdatum: 2016-05-10

Aktenzeichen: 104 C 227/15

ECLI: ECLI:DE:AGBN:2016:0510.104C227.15.00

Dokumenttyp: Urteil

Spruchkörper: 104. Zivilabteilung

Normen: BGB §§ 823 Abs. 1, 1004 Abs. 1 S. 2

Leitsätze

1.) Der Empfänger von Werbe-Emails hat gegen den Übersender einen Anspruch auf Unterlassung sofern er nicht zuvor sein Einverständnis erklärt hat.

2.) Die Beweislast für das erteilte Einverständnis des Empfängers trägt der Übersender.

3.) Das erklärte Einverständnis kann durch Zeitablauf seine Wirksamkeit verlieren. Dies ist jedenfalls nach Ablauf von 4 Jahren der Fall.

Tenor

Die Klägerin und Widerbeklagte wird verurteilt, es zu unterlassen dem Beklagten E-Mails zum Zwecke der Absatzförderung ohne vorheriges Einverständnis zu senden, wie am 14.08.2015 um 17.15 Uhr an die E-Mail-Adresse k@me.com geschehen.

Der Klägerin und Widerbeklagten wird für jeden Fall der Zuwiderhandlung die Festsetzung eines Ordnungsgeldes von bis zu 250.000,00 Euro, ersatzweise für den Fall, dass dieses nicht beigetrieben werden kann, Ordnungshaft oder Ordnungshaft bis zu sechs Monaten, bei mehreren wiederholten Zuwiderhandlungen bis zu zwei Jahre zu vollstrecken an dem Geschäftsführer, angedroht.

Die Klägerin und Widerbeklagte wird verurteilt, an den Beklagten 255,85 Euro nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 27.01.2016 zu zahlen.

Im Übrigen wird die Widerklage abgewiesen.

Die Kosten des Rechtsstreits trägt die Klägerin.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar. Der Klägerin bleibt nachgelassen die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung in Höhe von 110% des aufgrund des Urteils vollstreckbaren Betrages abzuwenden, wenn nicht der Beklagte vor der Vollstreckung Sicherheit in Höhe von 110% des jeweils zu vollstreckenden Betrages leistet.

Palavras-chave

unsolicited advertisingemail marketingconsentburden of proofinjunctive relief

The plaintiff must refrain from sending advertising emails to the defendant without prior consent.

The recipient may seek injunctive relief against unsolicited advertising emails. The sender bears the burden of proving consent, which may lose effect over time; consent is ineffective after four years.

The plaintiff must pay the defendant €255.85 plus interest at five percentage points above the base rate from 27 January 2016.

The remaining part of the counterclaim is dismissed.

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