Reimbursement of Actual Rental-Car Costs After a Traffic Accident

38 C 172/12Tribunal de Primeira Instância27 de jul. de 2012Direito civilParcialmente deferido

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Resumo Omnilex

The plaintiff sought reimbursement of the unpaid balance of a rental-car invoice after a traffic incident. The Bochum District Court held that the claim concerned the amount actually paid, rather than an abstract calculation of the necessary loss under § 249 BGB. Because no contributory fault under § 254 BGB was shown, the court awarded the outstanding €550.27, including the second-driver and winter-tyre surcharges, with interest from 6 December 2011. It rejected the separate declaratory request concerning interest on advanced court fees because the plaintiff could bring a performance action. The defendant was ordered to bear the costs.

Sumário Omnilex

§§ 249, 254 BGB; reimbursement of actually incurred rental-car costs: Where the claimant seeks compensation for an actual payment made, rather than determination of the objectively necessary monetary amount, the fact that the invoice exceeds a benchmark used to estimate necessary costs does not by itself justify a reduction under § 254 BGB. A reduction requires culpable contribution to the amount of the loss. The reasonableness of entering into the rental agreement must be assessed in context; a person affected by a traffic incident need not conduct a calm, comprehensive comparison of available offers while in an exceptional psychological and organizational situation. Additional charges, including for a second driver and winter tyres, may be recoverable where their agreement was not culpable.

Texto completo

Amtsgericht Bochum — 38 C 172/12 — Urteil

Entscheidungsdatum: 2012-07-27

Aktenzeichen: 38 C 172/12

ECLI: ECLI:DE:AGBO:2012:0727.38C172.12.00

Dokumenttyp: Urteil

Spruchkörper: 38. Abteilung des Amtsgerichts

Tenor

hat das Amtsgericht Bochum

im schriftlichen Verfahren am 27.07.2012

durch den Richter am Amtsgericht

für Recht er¬kannt:

Die Beklagte wird verurteilt, an die Klägerin 550,27 EUR nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszins seit 6.12.2011 zu zahlen, im übrigen wird die Klage abgewiesen.

Die Kos¬ten des Rechts¬streits hat die Beklagte zu tra¬gen.

Die¬ses Ur¬teil ist vor¬läu¬fig vollstreck¬bar.

Ohne Tat¬be¬stand (ge¬mäß § 313 a Abs. 1 ZPO).

Ent¬schei¬dungs¬grün¬de:

Die Beklagte hat nach § 249 BGB die Mietwagenrechnung vom 24.11. 2011 insgesamt zu zahlen, also nach Teilzahlung von 523,60 EUR auch die restlichen 550,27 EUR.

Die Klägerin verlangt nicht Mietwagenkosten als "erforderlichen" Geldbetrag im Sinne des § 249 BGB - wovon die Parteien auszugehen scheinen, wie einige Formulierungen vermuten lassen -, sondern den tatsächlich gezahlten Betrag als Schadensersatz. Dieser tatsächlich erfolgte Vermögensabfluss ist zu erstatten, da ein mitwirkendes Verschulden bei Verursachung dieser Schadenshöhe nach § 254 BGB nicht zu erkennen ist.

Die Rechnung hält sich an die Vorgaben der sogenannten "Schwacke-Liste". Diese wird vom Landgericht Bochum - und aus Gründen der Einheitlichkeit der Rechtsprechung dem folgend die Abteilungen des Amtsgerichts -nicht akzeptiert, sondern die sogenannte "Frauenhofer-Liste" für zutreffend gehalten. Dies gilt jedoch nur in Fällen, wo eben der "erforderliche Geldbetrag" zu errechnen ist. Entsteht wie hier tatsächlich ein Schaden in Höhe der Berechnungen nach Schwacke, kann über § 254 BGB kein Abzug gemacht werden. Denn der dahingehende Vertragsschluss erscheint nicht vorwerfbar, da viele Gerichte diesen Weg für zulässig halten.

Insoweit ist auch zu berücksichtigen, dass die Klägerin Opfer eines Verkehrsverstoßes, evtl. gar einer Straftat war, sich in einer psychischen und organisatorischen Ausnahmesituation befand und eine ruhige, sorgfältige Rundumanalyse der günstigsten Angebote Überforderung des Opfers und eine nicht angezeigte Risikoverlagerung darstellen würden.

Der Höhe nach kann der Zweitfahrerzuschlag verlangt werden, da ausweislich des Vertrages der Ehemann Fahrer war, ein Winterreifenzuschlag wird von zahlreichen Gerichten für zulässig gehalten, kann nach § 254 BGB also ebenfalls vereinbart werden.

Der Feststellungsantrag erscheint nach § 256 ZPO unzulässig. Zwar besteht wohl Anspruch auf eine Verzinsung auch der vom Kläger nach § 12 I GKG vorauszuzahlenden Gerichtsgebühren, insoweit kann jedoch Leistungsklage erhoben werden, die das Feststellungsinteresse entfallen läßt. Eines Hinweises zu diesem Bagatellbetrag bedurfte es nach § 139 II ZPO nicht.

Zins §§ 286 f BGB, Kosten §§ 91, 92 II ZPO, Vollstreckbarkeit §§ 708,11 713 ZPO.

Palavras-chave

rental-car coststraffic accidentdamagesactual losscontributory faultdeclaratory reliefinterest

The remaining €550.27 was recoverable as actual loss; no contributory fault in producing the amount of the loss was established.

The claim concerned an actual outflow of assets, not calculation of the necessary amount under § 249 BGB. The invoice followed the Schwacke list, and the contract was not culpable under § 254 BGB, particularly given the plaintiff's exceptional situation after the traffic incident. The stated surcharges were recoverable.

The declaratory claim was inadmissible because a claim for performance was available.

The availability of a performance action removed the required interest in declaratory relief.

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